Unterm Birnbaum ruhen

Auf dem Hauptfriedhof gibt es ein Gräberfeld mit Obstbäumen.

Ein Reihengrab auf einem Friedhof, mit Grabstein, Blumenvase und bewachsen mit Begonien und Geranien, das war bis vor wenigen Jahren noch die übliche Bestattungsweise. Doch die Bestattungskultur hat sich gründlich geändert, und mittlerweile bieten auch kommunale und kirchliche Friedhöfe alternative Bestattungsformen an.

Rund 50 Prozent der Bestattungen sind mittlerweile anonym oder halbanonym, das schätzt die katholische Kirche. Vielleicht, weil es keine Angehörigen mehr gibt, die ein Grab pflegen könnten, vielleicht auch aus finanziellen Gründen. Immer mehr Menschen wünschen sich eine Feuerbestattung, und mittlerweile kann man unter vielen Arten der Beerdigung wählen: Es gibt die See- und Luftbestattung, die Hainbestattung, und mancher ruht unter einem Obstbaum, wie einst Herr Ribbeck von Ribbeck aus dem gleichnamigen Fontane-Gedicht, der sich eine Birne mit ins Grab llegen ließ - quasi ein Vorreiter der Obstbaumbestattung.

Auch in Dortmund gibt es verschiedene Möglichkeiten der letzten Ruhestätte. Auf dem Hauptfriedhof wurde von einigen Jahren ein Gräberfeld mit Obstbäumen angelegt, auch der berühmte Korbiniansapfel wächst dort. Auf dem Bezirksfriedhof in Kemminghausen gibt es diese Möglichkeit seit 2006.

Bis vor wenigen Jahren war ein Verstreuen der Asche in Deutschland komplett unmöglich. Nun können die Überreste eines Verstorbenen, so er das zu Lebzeiten so bestimmt hat, auf einem Aschestreufeld auf der Hauptfriedhof dem Wind übergeben werden.

Ein Haingrab kann man auf dem Friedhof in Westerfilde und in Hombruch kaufen. Bis zu zwei Urnen werden dort über eine Metallhülse an den Baumwurzeln in den Boden versenkt. Auch den evangelische Friedhof in Berghofen bietet seit 2015 Baumgräber an.

Die meisten Bestatter sind den neuen Trends gefolgt und beraten die Hinterbliebenen zu alternativen Bestattungsformen. Gerade die Menschen, die zu einer Hain- oder Baumbestattung tendieren, wählen sich "ihren" Baum gerne schon zu Lebzeiten aus. Und es soll sogar Spezialisten geben, die überzeugte Biker mitsamt ihrem Motorrad unter die Erde bringen...

Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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