Zurück zum Abitur nach 13 Schuljahren

Nach der Landtagswahl im Mai dieses Jahres war einer der ersten Schritte der neuen CDU/FDP-Regierung der Entschluss zur Rückkehr der Gymnasien zu G9, das heißt dem alten Abitur-System nach 13 Jahren.

So richtig akzeptiert war das Turbo-Abi weder bei der Mehrheit der Eltern und Schülern, noch bei vielen Lehrern. Zu viel Stress an den langen Unterrichtstagen für die Schüler, 17-jährige Abiturienten, die dem  selbständigeren Alltag an einer Universität nicht gewachsen waren, und zu junge Schüler für zu komplexe Themen und die Einführung der zweiten Fremdsprache in der Mittelstufe, das waren die Haupt-Kritikpunkte.

Gymnasien die die G8-Regelung in Zukunft behalten wollen, müssen aktiv werden und dies beim Schulministerium beantragen. Im Regelfall sollen die Gymnasien G9 anbieten. In der Praxis sieht das so aus, dass die Schulkonferenz der Schule mit einer mehr als 2/3-Mehrheit das zukünftige System beschließt.

Nun geht es wie in einigen anderen Bundesländern wieder zurück zu G9, allerdings nicht zu den alten Lehrplänen, wie der Sprecher der Dortmunder Gymnasien, Detlef von Elsenau, Leiter des Netter Heinrich-Heine-Gymnasiums, betont: "Das neue System gibt es nicht zum Nulltarif. Die Lehrplan-Struktur wird ganz anders, die muss komplett neu aufgesetzt werden." Da heißt es für die Schulleiter, neue Ideen zu entwickeln.

Viel Zeit und Energie sei für die G8-Umstellung verwendet worden, dabei wäre die Modernisierung des Lehrstoffs vordringlicher gewesen, kritisiert von Elsenau. "Neue Inhalte wie Wirtschaftsthemen oder die Digitalisierung von Gesellschaft und Arbeitswelt müssen in die Lehrpläne eingearbeitet werden."

Zum Schuljahr 2019/20 soll die Umstellung von Statten gehen. Auch die Schüler der Jahrgänge 5 und 6 in den Schulen ziehen mit um. Die höheren Jahrgänge bleiben bei G8. Das Hauptproblem derzeit sind die vielen offenen Fragen. Denn die Eltern der zuünftigen Jahrgänge müssen sich bald entscheiden, auf welche Schule ihr Kind gehen soll. Es gebe noch keine transparenten Entscheidungen der Regierung, kritisiert von Elsenau.

Nun hoffen die Schulleiter auf mehr Informationen vom zuständigen Fachreferat des Ministeriums bei einem Termin am 4. Dezember. Am 5. Dezember treffen sich dann die Dortmunder Gymnasialleiter zu einer Regionalkonferenz. "Wir hoffen, dass wir danach die Eltern entsprechend informieren können."

Von Elsenau ist dennoch zuversichtlich: Wir werden das schon schultern." Zumal es keinen stressigen Doppel-Abi-Jahrgang geben wird, sondern vielmehr ein Jahr ganz ohne Abiturienten. Das erste neue (alte) G9-Abitur würde es, den jetzigen Informationen zufolge, im Schuljahr 2028/29 geben.

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