Tierrettung
Jugendliche Globetrotter retten neuseeländischen Hund

Fünf Freunde und ein Hund: v.l.: Luca-Joel, Ida, Helena, Niclas, David und Kuri in Neuseeland.
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  • Fünf Freunde und ein Hund: v.l.: Luca-Joel, Ida, Helena, Niclas, David und Kuri in Neuseeland.
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„Die Welt macht schlimme Zeiten durch. Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst. Sie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter. Sie sind ungeduldig und unbeherrscht.“ Zu dieser Überzeugung kam ein heute unbekannter Mönch namens Peter schon im Jahr 1247.

Und noch vor ihm klagte Aristoteles um 300 vor Christus: „Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.“

Dass die Jugend unserer Zeit weitaus besser ist als ihr Ruf, zeigt sie gerade bei den „Fridays for Future“. Und eine Gruppe aus Dortmunder und Schwerter Abiturienten hat während ihrer Tour durch Neuseeland nicht nur große Tierliebe, sondern auch viel Verantwortungsgefühl und Organisationstalent bewiesen.

Luca-Joel Schäfer ist nach seinem Abi am Gymnasium an der Schweizer Allee mit einigen Freunden und Freundinnen aus dem Gymnasium in Schwerte für einige Monate auf Reisen, derzeit sind sie in Neuseeland und erkunden dort die die Südinsel und die Nordinsel. Fiji und Australien sind in Planung.

In Neuseeland lief ihnen ein junge Hündin zu - das passiert auch anderen Urlaubern. Aber anstatt den Welpen seinem Schicksal zu überlassen, kümmerten sich Luca-Joel, David, Niclas, Uta, Helena und Ida um das Tier und riefen eine Tierschutzorganisation an: „Was tun die meisten Menschen, wenn sie einen kleinen Hund sehen, der in den Garten läuft? Streicheln. Und wir sind wie die meisten Menschen. Schnell bemerkten wie jedoch, dass es der kleinen Welpin nicht gut ging, sie war unglaublich mager und mit Zecken übersät. Also nahmen wir sie zu uns und riefen Animal Control an.

Ein Mitarbeiter, Seth, kam zügig und versicherte uns, dass er sich um die Kleine kümmern würde, die es sich inzwischen bei uns gemütlich gemacht hatte und von uns ins Herz geschlossen wurde. Er musste uns leider auch mitteilen, dass in einem Zeitfenster von nur neun Tagen die Besitzer bzw. ein neues Zuhause gefunden werden müsste, ansonsten würde der Hund getötet werden.

Nun brachen wilde Diskussionen aus. Natürlich konnten wir die Hündin nicht einfach sterben lassen, aber als Backpacker könnten wir ihr auch kein angemessenes Zuhause geben, eines, dass sie vor allem in so einem jungen Alter, geschätzt auf 3-4 Monate, dringend braucht. Die Tage vergingen und Seth konnte uns nur mit Kopfschütteln antworten, wenn wir ihn fragten, ob schon jemand gefunden wurde, der sie aufnehmen würde.“

Die Zeit lief den jungen Leuten davon, doch inzwischen sie hatten sie es mit einiger Überredungskunst geschafft, die Eltern eines mitreisenden Mädchens zu bewegen, dem Hund ein Zuhause zu geben. Nun gab es jedoch ein weiteres Problem: „Wir befinden uns in Neuseeland, am anderen Ende der Welt und wir wissen schmerzlich, dass es unmöglich ist, mit unserer kleinen Welpin monatelang in einem Auto im Sommer das Land zu erkunden. Wir haben uns informiert, Kontakte angeschrieben, herumtelefoniert, und sind nach allem zu dem Ergebnis gekommen, dass es am sinnvollsten ist, Kurī, so heißt die junge Hündin inzwischen, mit einer Tierschutz-Organisation nach Deutschland zu schicken.“

Wie üblich nehmen diese Organisationen aber eine Gebühr, die die jungen Leute alleine nicht tragen konnten. Der günstigste Transport von Neuseeland nach Deutschland kostete umgerechnet etwa 1500 Euro. Doch auch hier gab die Gruppe nicht auf.

Sie beschlossen, Freunde und Familien um eine kleine Spende zu bitten und stellten ihre Geschichte um Weihnachten herum auf dem Spendenportal betterplace.me ein, und es gelang ihnen in kurzer Zeit, die 1500 Euro zusammen zu bekommen.

Mittlerweile ist Kuri, das ist maori und heißt Hund, in ihrem neuen Zuhause in Deutschland angekommen und hat sich gut eingelebt. Luca-Joels Mutter, Stephanie Schäfer, ist richtig stolz auf ihren Sohn und seine Freunde: „Das ist ein gewachsenes Team, das sich mit Ausnahme von Ida schon seit mehr als zehn Jahren durch den Fußball kennt. Die Jungs und Mädels haben das richtig gut gemanaged, sie haben sogar die Route ihrer Tour geändert, weil sie den Hund ja nicht überall mit hin nehmen konnten, zum Beispiel in Nationalparks. Zeitweise hat sich die Gruppe auch getrennt, um die Hündin gut versorgen zu können.“ Nun sind die Freunde noch eine Zeitlang in Neuseeland unterwegs – dass sie dabei nicht nur für sich selbst sorgen können, haben sie bewiesen.

Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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