1. Geister-Derby der Geschichte: Samstag erwartet der BVB Schalke vor leeren Rängen
Derby der Ungewissheit

Da werden Erinnerungen wach: 4:0 führte der BVB im legendären Derby 2017. Am Ende hieß es dann 4:4-Unentschieden.
  • Da werden Erinnerungen wach: 4:0 führte der BVB im legendären Derby 2017. Am Ende hieß es dann 4:4-Unentschieden.
  • Foto: Archivfoto: Schütze
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BVB erwartet am Samstag Schalke - Vor der Wiederaufnahme der Bundesliga gibt es viele Fragezeichen BVB gegen Schalke, die Mutter aller Derbys - doch wenn der Bundesliga-Ball am Samstag (16.5., 15.30 Uhr) auch in Dortmund wieder rollt, stehen statt Spannung, Spaß und Emotionen beim ersten Geisterderby der Geschichte vor allem Unsicherheit, Sorge und deutliche Kritik im Vordergrund.

Von Dietmar Nolte

 Gerade einmal zweieinhalb Jahre ist es her, dass Dortmund und Schalke mit dem 4:4-Endstand im "Jahrhundertderby" für ein emotionales Spektakel auf dem Rasen und auf den Tribünen sorgten. Jetzt, mitten in der Corona-Krise, könnten die Umstände kaum gegensätzlicher sein. Statt über Taktik und Aufstellung wurde zuletzt über Hygiene, Tests und Quarantäne diskutiert.

Für Liga war Abbruch keine Option

Nicht wenige auch aus der Fanszene sind der Meinung, dabei hätte es auch bleiben sollen. Doch die Liga und zuvorderst BVB-Boss Aki Watzke haben keinen Zweifel gelassen, dass ein Saisonabbruch keine Option sei - die TV-Gelder sollen unter allen Umständen hereingespielt werden. Neven Subotic, der in Dortmund längst Kultstatus genießt und einer der wenigen Profis ist, die sich auch offen gesellschaftlich interessieren und engagieren, hat es in einem BBC-Interview auf den Punkt gebracht: "Für die Klubs geht es ums Geld, um nichts anderes." Für die Profis gelte es jetzt, "den Job zu erledigen und das Beste daraus zu machen."

Die Unsicherheit trainiert mit

Doch die Unsicherheit trainiert weiter mit in diesen Tagen - und das auch im sportlichen Sinne. Es sind nicht nur mögliche Quarantänemaßnahmen bei positiven Tests wie in Dresden, die bei allen Vereinen für Verunsicherung sorgen. Helfen soll zumindest bis zum Re-Start eine selbstverordnete Absonderung aller Klubs - die Borussia hat das Vier-Sterne-Hotel l'Arriveè für eine Woche zur exklusiven Bleibe auserkoren.
Kurzfristige Spielausfälle aber sind nicht ausgeschlossen. Wird gespielt, bleibt die Ungewissheit, wie fit und bereit die Teams nach zwei Monaten Pause sind - und wie sie mit der ungewohnten Geisterkulisse klar kommen.

Watzke: Enorme Herausforderung

In Paris hat der BVB vor leeren Tribünen im März beim Aus in der Champions League nicht den besten Eindruck hinterlassen, wirkte nicht immer fokussiert. Watzke sieht daher "eine enorme Herausforderung, vor leeren Rängen zu spielen".
Hinzu kommt offenbar eine akute personelle Unsicherheit. Zuletzt hieß es aus dem BVB-Lager, die Mittelfeld-Achse mit Emre Can und Axel Witsel sei für das Derby fraglich. Muskuläre Probleme wurden als Grund genannt, Genaues weiß man nicht. Marco Reus ist nach seiner Muskelverletzung im Februar definitiv noch nicht fit.

Revierderby ohne Reus, Witsel, Zagadu

"Marco ist für Samstag leider noch kein Thema", hat Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl bestätigt. Mit Dan-Axel-Zagadu (Außenbandriss) fällt ein zuletzt gesetzter Abwehrspieler ebenfalls aus.
Schalke, das als Tabellensechster noch von der Europa League träumt, hat ebenfalls Personalsorgen. Omar Mascarell, Daniel Caligiuri, Salif Sane und Benjamin Stambouli stehen unter anderem auf der Ausfallliste. Die Knappen würden notfalls am Samstag aber wohl auch mit einer Nachwuchsmannschaft zum Revierderby antreten. Hauptsache, es wird gespielt - der finanziell klamme Klub selbst hat kaum einen Zweifel gelassen, wie dringend man die TV-Millionen braucht.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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