Rat soll am 18. Juni in Dortmund über die Öffnung der Freibäder und Hallenbäder entscheiden
Prognose: 1 Mio. Euro Verlust

Noch müsse die Dortmunder auf den Sprung in Freibad-Becken verzichten, im Rathaus wurde der Verlust bei eingeschränktem Betrieb für die Pandemie-Saison auf rund 1 Mio. Euro für die Stadt hochgerechnet, daher muss der Rat grünes Licht geben.   | Foto: Archiv/ Schütze
  • Noch müsse die Dortmunder auf den Sprung in Freibad-Becken verzichten, im Rathaus wurde der Verlust bei eingeschränktem Betrieb für die Pandemie-Saison auf rund 1 Mio. Euro für die Stadt hochgerechnet, daher muss der Rat grünes Licht geben.
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Seit 13 Tagen dürfen Freibäder nach Landeserlass wieder öffnen, Hallenbäder seit drei Tagen, doch in Dortmund sind sie noch geschlossen.  "Das kann man nicht mal so eben nebenbei machen", erklärt Dezernetin Birigit Zoerner, warum der Dortmunder Krisenstab von den Dortmunder Schwimmern noch Geduld fordert. Denn die Leiterin des Krisenstabes rechnet bei der Öffnung der Sportwelt-Freibäder mit dem Bad des SV Derne mit einem Verlust um rund 1 Mio. Euro in dieser Saison.
Denn der Badbetrieb ist in der Pandemie an strenge Auflagen geknüpft, deren Umsetzung die Betreiber vor hohe Hürden stellt. Der Verwaltungsvorstand möchte den Rat der Stadt in seiner Sitzung am 18. Juni darüber entscheiden lassen, ob die Bäder im Sommer unter diesen Bedingungen wieder an den Start gehen sollen. "Es werden ja jetzt schon Vorbereitungen getroffen, doch auch dazu braucht man Geld", erklärt Zoerner. Der Verwaltungsvorstand schlägt deshalb vor, die existenzbedrohenden Verluste der beiden Freibadbetreiber in diesem Fall über einen Sonderzuschuss abzusichern.

Hoher Mehraufwand in Freibädern

Die Dortmunder Badbetreiber haben sich seit Wochen intensiv damit auseinandergesetzt, wie ein Betrieb in Corona-Zeiten aussehen könnte. Die gültigen Abstands- und Hygieneregeln machen es notwendig, die Besucherzahl auf den Frei- und Liegeflächen sowie im Wasser deutlich zu begrenzen. Ein Freibad mit einer Maximalkapazität von 4.000 Gästen müsste auf etwa 800 bis 1.000  Besucher täglich begrenzt werden. In einem 50-Meter-Becken könnten sich zeitgleich maximal 60 bis 80 Personen aufhalten und müssten dabei Abstand halten. Das freibadtypische Planschen und Verweilen im Becken geht wenig konform mit Infektionsschutz, nur geregeltes Bahnenschwimmen wäre erlaubt.

Nur 800 statt 4.000 Besucher

Um die Zahl der Badegäste zu begrenzen, müsste der Einlass über Online-Tickets organisiert werden. Aufsichtskräfte würden die Einhaltung der Abstände auf den Liegewiesen und Wegen sowie im Wasser kontrollieren. Dazu kommen vielfältige Hygieneauflagen in den Umkleiden, Duschen und Toiletten sowie für den Gastronomiebereich.
Die Sportwelt Dortmund als Betreiber von vier Freibädern und der Verein SV Derne als Betreiber des Freibades Derne haben berechnet, dass der Badbetrieb unter diesen Umständen einen erheblichen Mehraufwand auslöst, etwa für Online-Kassensysteme, mehr Aufsichtspersonal und zusätzliche Reinigungskosten. Gleichzeitig ist mit stark verminderten Einnahmen zu rechnen.

Hallenbäder sind startklar

Die Hallenbäder der Stadt, der Sportwelt und der Vereine sind überwiegend startklar für die Wiedereröffnung – nur vereinzelt fehlen noch die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen. Die Badbetreiber haben gemeinsam vereinbart, zunächst mit Schwimmzeiten für das leistungsbezogene Vereinstraining zu beginnen, um die neuen Abläufe zu testen. "Nach dem Probebetrieb werden wir weiter öffnen", sagt die Dezernentin zum Ablauf.

Leistungssportler testen Betrieb 

 Auch in den Hallenbädern gelten Abstandsregeln im Wasser, besondere Regeln in den Duschen- und Umkleiden und spezielle Anforderungen an Reinigung und Desinfektion. Sollte der Probebetrieb erfolgreich verlaufen, werden die Hallenbäder auch das öffentliche Schwimmen unter Auflagen freigegeben können. Das Schulschwimmen kann frühestens mit dem neuen Schuljahr – abhängig von der Corona-Lage – wieder starten.

Die Fraktion Die Linke & Piraten spricht sich für eine schnelle Wiedereröffnung der Bäder in Dortmund aus – allerdings mit Augenmaß. Und die Fraktion begrüßt auch die geplanten städtischen Zuschüsse für die anfallenden Mehrkosten.Thomas Zweier, sportpolitischer Sprecher der Fraktion, kündigt seine Zustimmung zu den Plänen der Verwaltung an. „Den Bürgern insbesondere den vielen Sport- und Freizeit-Schwimmern, ist schwer zu vermitteln, warum Dortmund im Gegensatz zu einigen anderen Städten die Bäder noch geschlossen hält.“  Dankbar ist er, dass Stadtverwaltung, Sportwelt und SV Derne als Badbetreiber intensiv an einer Öffnung mit Augenmaß arbeiten.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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