"Diese Kinder wollen lernen"-thyssenkrupp-Azubis helfen Nachbarn in der Nordstadt und spenden ihr Preisgeld

Mittags schnell die Tische decken, bevor die ersten Schulkinder ins Gemeindehaus stürmen: Eileen und Adrian, Auszubildende von thyssenkrupp, erinnern sich gern an den turbulenten Anfang ihrer Arbeit: an das Mittagessen mit aufgeregten Gesprächen über Schule, an gemeinsame Spiele oder auch das Üben von Groß- und Kleinschreibung und Einmal-Eins.
  • Mittags schnell die Tische decken, bevor die ersten Schulkinder ins Gemeindehaus stürmen: Eileen und Adrian, Auszubildende von thyssenkrupp, erinnern sich gern an den turbulenten Anfang ihrer Arbeit: an das Mittagessen mit aufgeregten Gesprächen über Schule, an gemeinsame Spiele oder auch das Üben von Groß- und Kleinschreibung und Einmal-Eins.
  • Foto: Foto: thyssenkrupp
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Sie selbst machen im Technikzentrum des Stahlherstellers eine Ausbildung: Eileen lernt Kauffrau für Büromanagement, Adrian will Industriemechaniker werden. Die Kinder im Projekt „Essen und Lernen“ sind beiden schnell ans Herz gewachsen.

In der „Sozialen Woche“ ihrer Ausbildung haben sie sich als „Guter Nachbar“ im Gemeindehaus St. Antonius engagiert und mit angepackt. Zusätzlich unterstützen sie die Einrichtung mit einer 2000 Euro-Spende. Besonders für Adrian ist es wichtig, das Preisgeld spenden zu können, das im unternehmenseigenen Wettbewerb „Wir für Inklusion“ gewonnen wurde. Der junge Mann leidet seit seiner Kindheit an Asthma, ist deshalb zu 50 Prozent schwerbehindert. „thyssenkrupp hat mir die Chance gegeben, einen tollen Beruf erlernen zu können“, betont der 21-Jährige.

"Jeder hat im Leben sein Päckchen zu tragen"

Er ist einer von derzeit fünf Auszubildenden mit Handicap am Standort Dortmund. Seit 2014 stellt sich sein Ausbildungsbetrieb auf die Inklusion von jungen Menschen mit chronischer Erkrankung oder körperlichen Einschränkungen ein. Dafür wurden Konzepte entwickelt und ein Ausbilder qualifiziert. Für Adrian ist am wichtigsten, so behandelt zu werden wie andere auch: „Jeder hat im Leben sein Päckchen zu tragen und braucht vielleicht mal Unterstützung. Aber man kann so viel zurückgeben“, sagt der angehende Industriemechaniker. In St. Antonius kommt seine pragmatische Hilfe – und die seiner Kollegin Eileen Werkmeister – gut an.

„Die Betreuer in St. Antonius haben uns erzählt, dass ihr Projekt dringend Spendengelder zum Überleben braucht“, erzählt Eileen über die Einrichtung mit 55 ehrenamtlichen Mitarbeitern und zwei pädagogische Fachkräften. Diese sorgen täglich dafür, dass rund 50 Kinder ein warmes Mittagessen, Hilfe bei den Hausaufgaben und Spaß beim Spielen haben.
„Die Kinder dort wollen unbedingt lernen! Man kann sofort Fortschritte sehen, wenn man mit ihnen übt“, erzählt die 20-Jährige begeistert. „Die ‚Soziale Woche‘ hat mir gezeigt, wie wichtig solche Einrichtungen sind“, unterstreicht auch Adrian. Deshalb haben sie sich mit ihren Ausbildern dazu entschieden, ihr Preisgeld zu spenden und so noch stärker zu unterstützen. Schnell ans Herz gewachsen sind den thyssenkrupp-Auszubildenden Eileen  (20) und Adrian (21) die Kinder im St. Antonius Gemeindehaus.
Deshalb haben sie der gemeinnützigen Einrichtung 2.000 Euro gespendet.

 „Wir wollen, dass unsere Auszubildenden einmal über den Tellerrand gucken und ihre sozialen Kompetenzen weiter entwickeln“, erklärt Michael Goralski, Ausbildungsleiter am thyssenkrupp-Standort in Dortmund.
 „Für unsere ‚Soziale Woche‘ betreiben wir einen hohen organisatorischen Aufwand, denn schließlich sollen hinterher keine anderen Ausbildungsinhalte fehlen“, betont er, „aber wir sind sehr davon überzeugt, dass das Kennenlernen von wichtigen gesellschaftlichen Themen für unseren beruflichen Nachwuchs wichtig ist.“
 Allein 25 Auszubildende haben bereits bei „Essen und Lernen in St. Antonius“ mitgearbeitet. Darüber hinaus unterstützen Auszubildende die Suppenküche „Kana“ und das Gast-Haus, eine Einrichtung für Obdachlose.
 Neben dem Erwerb von Fachkenntnissen in der Berufsschule erlernt der berufliche Nachwuchs auf diese Weise zusätzlich Verantwortungsbewusstsein und gemeinschaftsorientiertes Denken.
 Gleichzeitig unterstreicht das Unternehmen mit der Initiative im Rahmen der Ausbildung, dass es sich als „Guter Nachbar" für Dortmund einbringen möchte.
 Die „Soziale Woche" führt die Stahlsparte von thyssenkrupp regelmäßig in Kooperation mit Einrichtungen durch, in denen Auszubildende durch praxisorientiertes Arbeiten unterstützend tätig sind und sich gleichzeitig in die Gesellschaft einbringen können. So wie es Eileen und Adrian getan haben. 

Autor:

M Hengesbach aus Dortmund-City

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