Im Sattel für Recht und Ordnung: Landesreiterstaffel ist nicht nur in Dortmund aktiv

Tanja Switala von der Landesreiterstaffel kümmert sich regelmäßig um ihren vierjährigen Wallach Belmore.
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  • Foto: Schmitz
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In ganz Westfalen ist sie hoch zu Ross im Einsatz: Die Landesreiterstaffel aus Dortmund ist regelmäßig bei Großeinsätzen dabei, um Ausschreitungen zu verhindern.

Das Hauptbetätigungsfeld der Reiterstaffel, die an der Strobelallee in der Nähe des Fußballstadions im Stadtbezirk Innenstadt-West ihren Sitz hat, sind Großveranstaltungen. Dazu gehören etwa dreimal die Woche vor allem Fußballspiele, aber auch Volksfeste oder Demonstrationen - in ganz NRW. „Wir werden aber auch bei randalierenden Jugendlichen oder Kfz-Diebstählen hinzugezogen“, so Tanja Meinelt, Stellvertreterin der Landesreiterstaffel. „Wo wir eingesetzt werden, hängt von den jeweiligen Fallzahlen ab. Meist entwickeln sich Brennpunkte.“
Bei dem Einsatz zur Einbruchsprävention, als die Reiterstaffel unter anderem in Wickede unterwegs war (der OA berichtete), war Tanja Meinelt Berittführerin. „Wir haben Aufklärungsarbeit geleistet und Präsenz gezeigt, da es vermehrt zu Einbrüchen am Tage kommt“, berichtet sie. Auch Ansprechpartner haben die Beamten genannt.

Die neue Reiterstaffel gibt es seit sechs Jahren. Vorher existierte von 1996 bis 2003 die alte Reiterstaffel Dortmund. Insgesamt gab es elf in NRW. „2006 wurden dann zwei neue Staffeln, in Dortmund für Westfalen und in Düsseldorf für das Rheinland, gegründet. Anlass war die Fußball-WM“, erzählt Tanja Meinelt, die auch schon bei der alten Staffel dabei war. „Früher erstreckte sich unser Einsatzgebiet nur auf Dortmund. Jetzt haben wir mehr auswärtige Einsätze und, bedingt durch weniger Staffeln, generell mehr Einsätze.“
Ein großer Vorteil der Staffel ist der Einsatzwert der Pferde. „Viele Leute haben Respekt, manche sogar Angst vor unseren Tieren“, so Tanja Meinelt. „Wir sind meist mit sechs bis 12 Pferden unterwegs, das bewirkt im Notfall eine ordentliche Verdrängung.“ Auf der anderen Seite wecken die Pferde auch Sympathien. Die Bürger suchen öfter das Gespräch. Auch die erhöhte Sitzposition ist ein großer Vorteil. Jedes Pferd der Landesreiterstaffel hat einen Stammreiter, mit dem es besonders gut harmoniert. „Generell kommt aber jeder Reiter mit jedem Pferd klar“, erklärt Tanja Switala, die sich hauptsächlich um ihren Wallach Belmore kümmert. Überhaupt nutzt die Reiterstaffel ausschließlich Wallache. „Stuten sind schwieriger zu handhaben“, erklärt Tanja Switala.

Sowohl Ross als auch Reiter durchlaufen eine umfassende Ausbildung. Die Pferde der Staffel sind zwischen vier und zwölf Jahren und kommen aus der Privatzucht. „In der Ausbildung tasten wir uns von Wohngegenden an belebte Straßen heran“, so die Reiterin. An die Lärmkulisse werden sie beispielsweise mit Rappelsäcken gewöhnt. Außerdem müssen sie anstandslos über Teppiche oder Folien laufen, damit sie nicht etwa vor Müll zurückscheuen. Auch werden sie schmerzlos mit Bällen beworfen. „Nach ein bis zwei Jahren sind sie meist ausgebildet“, so Tanja Meinelt.

Zur Landesstaffel stoßen kann jeder angelernte Polizist, der schon reiten kann und bereits fünf Jahre im Einzeldienst aktiv war. Die sechsmonatige Ausbildung wird von zwei internen Trainern übernommen. Erst nach sechs Monaten geht es zum Einsatz. Die Frauen sind dabei in der Überzahl: „Momentan haben wir 21 weibliche und vier männliche Mitglieder“, beschreibt Tanja Meinelt.
Verletzungen gibt es zum Glück eher selten. Bei einem Einsatz in Gorleben trug ein Pferd Brandverletzungen durch eine Leuchtrakete davon. Eine Prellung gab es bei einem Spiel in Gelsenkirchen. „Der Reiter konnte den Stein noch zum Teil abwehren, sonst wäre die Verletzung schlimmer gewesen“, so Tanja Meinelt. Generell lasse der Respekt gegenüber der Polizei leider nach.

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