So wurde ich zum BVB-Fan: Kloppo ist an allem Schuld!

Borussia-Trainer Jürgen Klopp (r.)  ist ein nicht unwesentlicher Grund dafür, dass aus der überzeugten Fußballgegnerin Annette Mertens  (l.) ein richtiger Fußballfan wurde - inklusive der Mitgliedschaft in einem Fanclub.
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  • Borussia-Trainer Jürgen Klopp (r.) ist ein nicht unwesentlicher Grund dafür, dass aus der überzeugten Fußballgegnerin Annette Mertens (l.) ein richtiger Fußballfan wurde - inklusive der Mitgliedschaft in einem Fanclub.
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Von der Fußballhasserin zum BVB Dortmund-Fan - solch eine Geschichte gibt es vielleicht nur in Dortmund.

Annette Mertens lebt im Kreuzviertel und hatte früher mit Fußball nicht nur gar nichts am Hut - wie viele Bewohner der westlichen Innenstadt kannte und hasste sie besonders die vordergründig "schlechten" Seiten der Fans: "Die klauen uns die Parkplätze, pinkeln in die Hauseingänge und grölen nachts herum. Ich habe mich gefragt, wie ein vernünftiger Mensch das alles nur toll finden kann."

Die Wut über Fußballfans prallte auf die Fußballbegeisterung eines Freundes. "Der sagte: 'mach dir selbst ein Bild. Das ist gar nicht so, wie du denkst.'"Also ging Annette Mertens eines Tages mit ins Stadion. "Es war ein langweiliges Spiel, ein Unentschieden gegen Mainz." Aber die Atmosphäre im Stadion war beeindruckend: " Ich saß da mit leuchtenden Augen und gemischten Gefühlen - einerseits begeistert, andererseits fand ich den Trubel mancher Besucher ein wenig beängstigend."

Das Fussballfieber hat Annette erfasst

Das war im März 2011, und nur der Anfang: Seitdem "wird es mit jedem Spiel schlimmer; ich schreie, juble, falle fremden Männern um den Hals, wenn es ein Tor gibt." Zu Anfang hatte Annette Mertens "keine Ahnung von Fußball. Ich habe viele Fragen gestellt, viel gelesen. Ein Abseits erkenne ich nicht immer sofort, aber das geht ja vielen so."

Dass sie sich für den Fußball im Allgemeinen und für Borussia im Besonderen so erwärmen kann, liegt natürlich zum einem großen Teil am "großartigsten Trainer der Welt" - Jürgen Klopp. "Der hebt sich von der üblichen Trainerdenke ab, hat frischen Wind in den Sport gebracht, und er passt gut nach Dortmund und ins Ruhrgebiet." - und gelegentliche Anfälle von "Seitenlinientourette" kann man ihm gut verzeihen, findet Annette Mertens.

Bei Borussia und den Fans schätzt Annette Mertens den Zusammenhalt: "Die stehen auch hinter der Mannschaft, wenn es mal nicht gut läuft, da gibt es diese 'Jetzt-erst-recht-Mentalität'. Im Fußball läuft vieles anders, das könnte auch ein Vorbild für andere Bereiche in Dortmund sein."

Doch wie für jeden anderen Fan, der gerne im Stadion mitfiebern möchte, stellte sich auch für Annette Mertens bald die Frage: "Wie komme ich an Karten?" Besonders die begehrten Dauerkarten sind nach wie vor Mangelware: "Es ist so schwer, an Tickets heranzukommen, da habe ich mir überlegt, wie das wohl gehen könnte."

Die Lösung: Ein Fanclub

"Eigentlich nicht so meins. Zuerst hatte ich Kontakt zu einem Schweizer Fanclub, dann habe ich die Rupelborussen' kennengelernt." Ein belgischer Club, dessen Name (ausgesprochen Rüpelborussen) nicht das bedeutet, was man zunächst denkt: "Die Rupel ist ein Flüsschen in Flandern, nachdem der Club sich benannt hat. Wichtig war für mich, dass die Belgier das Ganze mehr sportlich sehen, Gewinnen ist nicht das Wichtigste."

Außerdem hat der noch junge, Anfang 2011 gegründete Fanclub mit fast 50 Prozent einen hohen Frauenanteil. "Die Altersstruktur ist bunt gemischt, von elf bis 60 ist alles dabei." Die 40 bis 50 Mitglieder reisen nach Möglichkeit zu allen Heimspielen der Borussia an, manchmal auch zu den Auswärtsspielen.
Der Club legt viel Wert auf das Miteinander, das soziale Engagement für die Gruppe. Man trifft sich auf dem Weihnachtsmarkt oder zur Stadionführung. "Man sieht sich nicht so oft. Dafür freuen wir um so mehr, wenn es wieder so weit ist."

Ein besonderes Highlight für Annette Mertens war der Empfang des BVB für Fanclubs. Je zwei Mitglieder der über 600 Fanclubs lädt der BVB zur jährlichenWeihnachtsfeier ein, und Annette Mertens war für ihren Club mit dabei. Für die Begegnung mit Jürgen Klopp hatte sie sich etwas Besonderes ausgedacht: "Ich habe ein Frühstücksbrettchen mit der Comicfigur 'Hulk' besorgt, dass ich ihm bei dieser Gelegenheit übergeben wollte."

Am Vormittag waren die nächsten Begegnungen für die Champions League gelost worden: Borussia tritt im Achtelfinale gegen Zenit St. Petersburg an. Was sie nicht wusste: Dort spielt Givanildo Vieira de Souza, besser bekannt als - Hulk. "So bekam mein Brettchen eine ganz andere Aktualität", schmunzelt Annette Mertens.

Die früher so erstrebte Dauerkarte ist für Annette Mertens nun gar nicht mehr so vorrangig. "Wenn ich nicht ins Stadion gehen kann, gucke ich die Spiele im Fernsehen, höre sie im Radio oder auf dem Handy."

Und auch, wie die Saison für den BVB ausgeht, ist nicht das Wichtigste für Annette Mertens: "Hauptsache es bleibt spannend" - und für Spannung sind die Borussen immer gut.

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Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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