Heimatforscher, Flüchtlingshelferinnen und eine ganze Gemeinde wurden mit dem Preis der Nordstadt ausgezeichnet
Drei "Engel der Nordstadt" gingen im Keuning-Haus an die guten Seelen von nebenan

Die drei handgefertigten Engelskulpturen wurden vom Ideengeber der Auszeichnung, Christian Schmitt, und Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder im Keuning-Haus an die Preisträger Nabila und Abir El Mafaalani von der Flüchtlingshilfe, Heimatforscher Klaus Winter und die engagierten Ehrenamtlichen der Gemeinde Heilige Dreikönige übergeben.   | Foto: Foto: Schmitz
  • Die drei handgefertigten Engelskulpturen wurden vom Ideengeber der Auszeichnung, Christian Schmitt, und Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder im Keuning-Haus an die Preisträger Nabila und Abir El Mafaalani von der Flüchtlingshilfe, Heimatforscher Klaus Winter und die engagierten Ehrenamtlichen der Gemeinde Heilige Dreikönige übergeben.
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Sie helfen in der Nachbarschaft, engagieren sich für Zugewanderte, helfen in Kinder- und Jugendeinrichtungen oder machen Freizeitangebote. Es sind die Ehrenamtlichen, die gute Seelen von nebenan oder Vereine und Initiativen aus der Nachbarschaft, die einen sehr großen Anteil für ein friedvolles, gemeinschaftliches Zusammenleben in der Nordstadt haben.

 Oft sind es die kleinen Alltagshelfer, die zur Stelle sind, wo sie gebraucht werden oder Ehrenamtliche, die sich für das Wohl anderer engagieren. Seit 2005 werden mit dem Ehrenamtspreis „Engel der Nordstadt“ diese Menschen ausgezeichnet. Beim Neujahresempfang im Keuning-Hauses wurden jetzt die „Engel der Nordstadt 2018“ an drei Dortmunder verliehen, die sich ehrenamtlich besonders in der Nordstadt eingesetzt haben. Dies gilt auch für den dritten Preisträger, der sich als Gemeinde verdient gemacht hat.
Die Engel der Nordstadt gingen an die Flüchtlingeshelferinnen Nabila und Abir El Mafaalani, den Historiker und Heimatforscher Klaus Winter und die Ehrenamtlichen der Gemeinde Heilige Dreikönige.

Einsatz für die Geschichte

„Das ehrenamtliche Engagement und sein Einsatz für die geschichtliche Aufarbeitung von historischen Nordstadtthemen ist großartig und für künftige Generationen ganz wichtig“, sagte Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder bei der Preisverleihung.
Klaus Winter ist zwar Aplerbecker, engagiert sich aber seit Jahren ehrenamtlich für und um die Geschichte der Nordstadt. Er hat diverse Veröffentlichungen zur Nordstadt gemacht - von einem Heimatkalender mit historischen Fotos über mehrere „Heimat Dortmund“-Veröffentlichungen des Historischen Vereins und des Stadtarchivs und macht seit Längerem die S„Nordstadt-Geschichte(n) bei den Nordstadtbloggern. Außerdem bietet er kostenlos Führungen an, beim Hafenspaziergang oder auch dem Tag des offenen Denkmals. Mehrere dieser Projekte wurden durch das Stadtbezirksmarketing und die Bezirksvertretung Innenstadt Nord unterstützt. Sein Engagement für die Nordstadt wurde vor zwei Jahren bereits durch den Freundeskreis Fredenbaumpark mit dem Buschwindröschen-Preis gewürdigt.  Aktuell widmet sich der Heimatforscher der Darstellung jüdischen Lebens in Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Steinheim-Institut.

Mutter aller Flüchtlinge

Uta Wittig-Flick vom Amt für Stadterneuerung betonte bei ihrer Laudatio für Nabila und Abir El Mafaalani, dass „der unermüdliche Einsatz der beiden für Geflüchtete und deren Familien in diesem Rahmen beispiellos ist“. Als 2015 die Züge von Ungarn in Dortmund ankamen, waren Nabila El Mafaalani und ihre Tochter Abir, die Ersten, die den Flüchtlingen geholfen haben. Sie leben seit mehr als 40 Jahren in Dortmund und sprechend fließend Arabisch. Beide zeigen bis heute unermüdlichen Einsatz in allen Bereichen der Flüchtlingsarbeit und haben die Flüchtlingshilfe im Keuning-Haus mit aufgebaut. Sie übersetzen, helfen beim Ausfüllen von Formularen, bieten ein besonderes Beratungs- und Unterstützungsangebot für Frauen, geben Kindern und Jugendlichen Nachhilfe in nahezu allen Fächern, helfen Deutsch zu lernen, begleiten zu Ämtern und unterstützen bei der Wohnungssuche. Kein Wunder, dass Nabila El Mafaalani inzwischen als "Mutter" aller Flüchtlinge in Dortmund bezeichnet wird. Abir El Mafaalani ist die Organisatorin, die für den gesamten Einsatzplan und für die formale Umsetzung der Hilfe sorgt. Diese Kombination der persönlichen Stärken macht die Unterstützung für die Hilfesuchenden im Keuning-Haus zu einer besonders humanen und zugleich professionellen Hilfe.

Ganze Gemeinde ist Vorbild

Ähnlich einzuordnen ist das ehrenamtliche sowie persönliche Engagement vieler Mitglieder der Gemeinde „Heilige Dreikönige“. Hier betonte Christian Schmitt von der Julius Ewald Schmitt GbR: „Die einzelnen Beispiele von Personen und Einrichtungen, die sich für die Nordstadt, für Bedürftige und für Nachbarschaften aller Art einsetzen sollte anderen Vorbild sein“. Die Jury hatte beschlossen, mehrere Vorschläge zum ehrenamtlichen Engagement aus der katholischen Gemeinde der Heiligen Dreikönige, wie die Gastkirche der St. Michael Gemeinde, das Sonntagsfrühstück für Bedürftige in der St. Joseph Kirche sowie das Engagement einzelner zusammenzuführen und alle gemeinschaftlich auszuzeichnen. Neben der Arbeit des Pastoralteams lebt die Gemeinde vom Engagement der Mitglieder. Es bildet die tragende Säule des Gemeindelebens und gibt der Gemeinde ein Gesicht. Freiwillige helfen beim Jugend Café, Ministranten Down-Town-Café, in der Gast-Kirche beim Sonntagsfrühstück, bei der Dosenausgabe St. Joseph, beim Gemeindefrühstück in Hl. Dreifaltigkeit, beim Gemeindetreff St. Joseph, St. Michael und St. Gertrudis, bei Heilig Abend gemeinsam, bei Jugendfreizeiten, Seniorengruppen, bei der Gartenarbeit, in Familienkreisen und vielem mehr wie „Night fever“ und Kellerkinder.

Autor:

M Hengesbach aus Dortmund-City

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