Kinderlachen übernimmt Schirmherrschaft für Tiertherapie im Westfälischen Kinderzentrum
Helfer auf vier Pfoten werden in Neuropädiatrie eingesetzt

Kinderlachen e.V. ist seit Beginn des Jahres
Schirmherr der Tiertherapie auf der Neuropädiatrie
des Westfälischen Kinderzentrums.
  • Kinderlachen e.V. ist seit Beginn des Jahres
    Schirmherr der Tiertherapie auf der Neuropädiatrie
    des Westfälischen Kinderzentrums.
  • Foto: Foto : Kinderlachen
  • hochgeladen von Volker Jechalik

Dortmund,14.Juni2019.Wenn Flocke, Lumpi, Fantasy und Berta bei den kleinenPatienten auf Station K47 des Westfälischen Kinderzentrums
vorbeischauen, dann gibt es meistens kein Halten mehr. Denn die vier Gefährten sind keine gewöhnlichen Besucher. Das Quartett tapst bei seiner
Stippvisite auf jeweils vier Pfoten durch das Spielzimmer. Seit Juli 2017 findet
die tierische Spielstunde mit den zwei Pudeln und zwei Kaninchen einmal
wöchentlich auf der Neuropädiatrie der Dortmunder Kinderklinik statt. Zu
Beginn dieses Jahres übernahm der gemeinnützige Dortmunder Verein
Kinderlachen die Schirmherrschaft für dieses Projekt. „ Die therapeutische
Wirkung von Tieren bei Kindern und Jugendlichen aber auch bei erwachsenen
Menschen mit chronischen Erkrankungen ist mittlerweile wissenschaftlich
erwiesen. Trotzdem wird diese unterstützende Behandlungsmethode noch
recht selten eingesetzt. Wir möchten hier ein Zeichen setzen und übernehmen
die Therapiekosten, die im fünfstelligen Bereich liegen, für das gesamte Jahr
“,erklärt Marc Peine, Geschäftsführer und Mitgründer von Kinderlachen e.V.

Auf der Station K47 befinden sich Jungen und Mädchen mit chronischen
Krankheiten wie beispielsweise Epilepsie, Stoffwechselstörungen und Entwicklungsstörungen sowie gastroenterologischen und rheumatologischen
Erkrankungen.

„Die Tiere werden natürlich regelmäßig tierärztlich untersucht und hygienisch
überwacht“, so Prof. Dr. Schneider, Direktor der Kinderklinik.„ Zudem kommen
die Vierbeiner nicht in die Nähe von Patienten mit offenen Wunden oder
einer Abwehrschwäche.“ Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Durch das Streicheln und Bürsten der Fellnasen wird laut wissenschaftlicher Studien
das„ Kuschelhormon“ Oxytocin ausgeschüttet, welches hilft, Stress zu reduzieren. Bei Kindern mit spastischen Lähmungen sorgt es für Entspannung.
Die Tiere werden von einer anerkannten Fachkraft für tiergestützte Intervention betreut, die auch die Kinder im Kontakt mit den Tieren anleitet.
So hat die Therapie auch einen Lerneffekt, denn die Kinder lernen, die Signale
der Tiere zu erkennen: Wenn dieTiere nicht spielen wollen, dürfen sie sich
zurückziehen. Auf diese Weise lernen die Kinder Rücksichtnahme und
Achtsamkeit.

Trotz dieser Vorteile sind Therapietiere in einem Krankenhaus immer noch
eher die Ausnahme. Oft werden hygienische Bedenken ins Feld geführt. In
der Kinderklinik betreten die Tiere nur das Spielzimmer der Station, das vor
den Sitzungen leergeräumt und danach desinfiziert wird. Die Erfahrungen
sind positiv. „Wir haben in nun fast zwei Jahren keine einzige Infektion eines
Kindes oder eines Tiers beobachtet“, betont Professor Schneider. Eine
Besonderheit von Pudeln ist, dass die Rasse nicht haart und auch in Zeiten
des Fellwechsels kein Fell verliert. Damit besteht kein Risiko allergischer
Reaktionen.

„Wir unterstützen ähnliche Tiertherapien mit Delfinen oder Pferden für
Kinder mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung sowie anderen
Entwicklungsstörungen bereits seit Jahren. Diese Schirmherrschaft ist für
uns deshalb auch eine ganz besondere Freude und Ehre“, so Peine.

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