Beratungsstelle stärkt und unterstützt Frauen
Nach 40 Jahren noch lange nicht am Ziel

40jährigen Jubiläum der Frauenberatungsstelle Dortmund Das Team der Frauenberatungsstelle: Irene Kusenberg, Anke Urbanczyk, Martina Breuer, Franca Ziborowius, Claudia Ebbers.
  • 40jährigen Jubiläum der Frauenberatungsstelle Dortmund Das Team der Frauenberatungsstelle: Irene Kusenberg, Anke Urbanczyk, Martina Breuer, Franca Ziborowius, Claudia Ebbers.
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40 Jahre Frauenberatungsstelle Dortmund - „begleiten - unterstützen -stärken“ Mit einer digitalen Jubiläumsveranstaltung unter dem Motto „40 Jahre begleiten – unterstützen – stärken“ feiert die Frauenberatungsstelle im Dezember ihr 40jähriges Bestehen.

Seit vier Jahrzehnten engagiert sich die Beratungsstelle gegen Gewalt an Frauen und hat in über 55.000 Beratungen Frauen auf ihrem Weg in ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben unterstützt. „Vor 40 Jahren haben wir uns auf den Weg gemacht, Frauen zu ermutigen, ihr Leben selbstbestimmt und frei von Gewalt zu führen. Wir konnten in dieser Zeit viele Frauen in ein gewaltfreies Leben begleiten, aber sind noch lange nicht am Ziel. Unser Angebot ist heute noch genauso wichtig wie in den Anfängen. Das hat sich besonders in der aktuellen Situation der Corona-Pandemie gezeigt, in der wir einen deutlichen Anstieg an Beratungsanfragen hatten“, bilanziert Martina Breuer vom Leitungsteam der Frauenberatungsstelle.

Verdeckte Gewalt öffentlich gemacht

Gegründet wurde die Frauenberatungsstelle 1981 von dem Verein Frauen helfen Frauen e.V. Dortmund, um Frauen eine professionelle Unterstützung anbieten zu können. Dies war auch ein Verdienst der Frauenbewegung der siebziger Jahre, welche die oft verdeckte häusliche und familiäre Gewalt an Frauen nach dem Prinzip „Das Private ist politisch“ an die Öffentlichkeit brachte. Das zunächst nur durch ehrenamtliches Engagement und lediglich durch Spenden finanzierte Projekt ist im Laufe der Jahrzehnte zu einer landes- und kommunalgeförderten Institution gewachsen und hat sich fest als Fachberatungsstelle zu häuslicher und sexualisierter Gewalt in der Dortmunder Hilfelandschaft etabliert. Die Beratung gewaltbetroffener Frauen zählt somit seit Bestehen zu den Kernaufgaben der Frauenberatungsstelle.

Über 1200 Beratungen im Jahr

Die Notwendigkeit der Arbeit hat an Aktualität nicht verloren, was sich auch in den jährlich steigenden Beratungszahlen widerspiegelt. „Mit über 1200 Beratungsgesprächen im Jahr unterstützen wir Frauen nicht nur auf ihren individuellen Wegen aus der Gewalt. Wir beraten ebenso zu allgemeinen Themen und stehen allen Frauen ab 18 Jahren in der Region offen. Wir begleiten Frauen in Problem- und Krisensituationen, unterstützen sie und stärken ihre Handlungsfähigkeit für ein selbstbestimmtes Leben“, erklärt Claudia Ebbers, ebenfalls vom Leitungsteam der Frauenberatungsstelle. Als Arbeitsansatz dient hierzu bereits seit 25 Jahren ein traumatherapeutischer Schwerpunkt. Die Frauenberatungsstelle ist auf eine ressourcenorientierte und stabilisierende Beratung nach psychischer und physischer Traumatisierung spezialisiert. In der Beratungsstelle arbeiten ausgebildete Fachberaterinnen für Psychotraumatologie.

Gewaltschutzgesetz

Ein wichtiger Meilenstein war 2002 die Einführung des Gewaltschutzgesetzes: Seither informiert die Polizei bei Einsätzen zu häuslicher Gewalt die Frauenberatungsstelle, die dann pro-aktiv auf die betroffenen Frauen zugehen kann. Dieser Schritt ist wichtig, denn oft haben die Frauen in dieser für sie höchst belastenden Situation nicht die Kraft, sich eigenständig Unterstützung zu suchen. Frauen helfen Frauen e.V. Dortmund Neben der Beratung sind auch die Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit wichtige Bestandteile der Arbeit. Im Mai 2019 startete die Frauenberatungsstelle die Kampagne „Nein heißt Nein“, um gemeinsam mit verschiedenen Akteur*innen aus Dortmund ein starkes Zeichen gegen sexualisierte Gewalt zu setzen. Ziel der Kampagne ist es, Frauen Mut zu machen und über das Angebot der Frauenberatungsstelle zu informieren. Darüber hinaus soll ein klares Statement gegen sexualisierte Gewalt gesetzt und die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden.

Auch auf Spenden angewiesen

Diese umfangreiche Arbeit leistet die Frauenberatungsstelle mit fünf in Teilzeit angestellten Mitarbeiterinnen sowie einer Verwaltungskraft, deren Stellen zu einem großen Teil durch Mittel vom Land und der Kommune finanziert werden. Auch wenn diese öffentliche Förderung wesentliche Voraussetzung für die Absicherung der Frauenberatungsstelle ist, so decken die Zuschüsse bei weitem nicht die gesamten Kosten der Arbeit ab. Daher ist der Verein auch nach 40 Jahren weiterhin dringend auf Spenden angewiesen.

Digitale Jubiläumsveranstaltung

Unter dem Motto „40 Jahre begleiten – unterstützen – stärken“ findet am 9. Dezember ab 18.30 Uhr eine digitale Jubiläumsveranstaltung statt, um die langjährige Arbeit der Frauenberatungsstelle zu würdigen und zugleich auf ihre fortwährende Notwendigkeit hinzuweisen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eröffnet wird die Veranstaltung mit einleitenden Grußworten von Sigrid Michaelis, Vorsitzende des Vereins Frauen helfen Frauen e.V. Dortmund. Darauf folgt ein Vortrag der Dipl.-Psychologin Cornelia Hammer zu dem Thema „Im Körper zu Hause sein – Mit Zapchen Somatics zu Leichtigkeit und Wohlbefinden.“ Musikalisch begleitet wird der Abend durch das Duo Aciano. Die Veranstaltung kann unter folgendem Link https://youtu.be/BeDy6zNFazo live angeschaut werden.

Infos
Donnerstag, 9. Dezember 2021 ab 18.30 UhrWo: via Livestream über https://youtu.be/BeDy6zNFazo
Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nicht erforderlich.

  • Frauenberatungsstelle Dortmund
  • Märkische Straße 212-218
  • 44141 Dortmund
  • 0231 - 521008

Telefonische Sprechzeiten:
Mo., Mi., Do. von 9 - 12 Uhr und
Di. von 13 - 16 Uhr
www.frauenberatungsstelle-dortmund.de

Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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