Veit Nordhaus sorgt als Schornsteinfeger in der Innenstadt für Sicherheit
Job führt in 850 Häuser

Zum Benimm-Knigge eines Schornsteinfegers gehöre es, auch Dreck wieder aufzufegen. So habe Nordhaus es schon während seiner Ausbildung gelernt. „Abends weiß man auf jeden Fall, was man den Tag über gemacht hat.“ Mit dem Messgerät überprüft Veit Nordhaus die Therme.
  • Zum Benimm-Knigge eines Schornsteinfegers gehöre es, auch Dreck wieder aufzufegen. So habe Nordhaus es schon während seiner Ausbildung gelernt. „Abends weiß man auf jeden Fall, was man den Tag über gemacht hat.“ Mit dem Messgerät überprüft Veit Nordhaus die Therme.
  • Foto: Handwerkskammer Dortmund
  • hochgeladen von Antje Geiß

Er ist auf Dächern unterwegs, reinigt Schornsteine, prüft Thermen, hört auch mal Menschen zu und kontrolliert Rauchmelder. In 850 Häusern in der Innenstadt-West. Veit Nordhaus ist in Dortmund Schornsteinfeger. Die Handwerkskammer beschreibt seine Arbeit.

Auf Dächer klettern, in Kamine steigen und rußbedeckte Wangen, so sehen Schornsteinfeger aus, denkt man. Veit Nordhaus ist auf Dächern unterwegs, aber seinen Beruf erkennt man höchstens am Kaminbesen im Rucksack und am Emblem auf dem Pullover. Der 48-Jährige ist seit knapp 30 Jahren im Beruf unterwegs, hat eine Lehre absolviert, den Meister und sich dann selbstständig gemacht. Seit 2011 führt er seinen eigenen Betrieb, hat einen Angestellten und einen Azubi.

Idee war ein Zufall

Auf die Idee, Schornsteinfeger zu werden, kam er durch Zufall. Schreiner oder Koch waren die zwei Berufe, die ihn ursprünglich interessiert hatten. Doch dann stieß er auf den Beruf des Schornsteinfegers. „Ich habe dann ein Praktikum gemacht und der Berufswunsch hat sich gefestigt.“
Jetzt zieht Veit Nordhaus mit seinem Rucksack samt Werkzeug durch die westliche Innenstadt. Sein Kehrbezirk umfasst meist Mehrfamilienhäuser. Rund 850. „Dabei komme ich natürlich mit sehr vielen Menschen in Kontakt. Man baut Bindungen zu den Kunden auf“, erklärt er.

Erster Blick fällt auf Rauchmelder

Wenn er in der Wohnung ist, schaut er zuerst nach Rauchmeldern. „Die müssen in jedem Schlaf- und Kinderzimmer, sowie auf den Fluchtwegen, zum Beispiel dem Flur, installiert sein.“ Danach sieht er sich die Therme an. Sein magnetisches Messgerät heftet er daran, öffnet eine Art Ventil im Abgasrohr, steckt einen Messstab hinein und kann die Werte ablesen. Überprüft werden auch die Luftdichte, der Kohlenmonoxid- und Sauerstoffgehalt. „Mithilfe meiner speziellen Endoskop-Kamera werfe ich noch einen Blick in die Therme. Damit kann ich sehen, ob etwas kaputt ist.“

Kaminbesen kommt zum Einsatz

Schließlich kommt der klassische Kaminbesen zum Einsatz und das Abgasrohr wird gereinigt. So geht Nordhaus Wohnung für Wohnung vor. Zuletzt geht es für ihn auf den Dachboden der Häuser. „Hier oben stelle ich sicher, dass die Klappen zum Kamin ordnungsgemäß angebracht sind und sich schließen lassen. Und natürlich mache ich auch hier sauber.“
Während seiner Arbeit stößt der 48-Jährige immer wieder auf Kuriositäten. „Manche Hausbewohner verstecken Alkohol oder Zigaretten im Kamin. Ich habe auch schon eine verirrte Eule entdeckt oder andere Vogelarten, die von Greifvögeln in den Kamin geworfen wurden.“ In den Wohnungen sollte man ebenfalls auf alles vorbereitet sein. „Es kam schon vor, dass ich in eine Messie-Wohnung musste.“

Schornsteinfeger ist geschätzt

Bei seinen Kunden ist der Schornsteinfeger sehr geschätzt. „Viele erzählen mir aus ihrem Privatleben, sei es über Krankheiten oder ihrer Sammel-Leidenschaft für Quietsche-Enten.“ Dadurch, dass er viel mit Menschen zu tun habe, werde der Beruf nie langweilig.
Wer sich für das Schornsteinfegerhandwerk interessiert, müsse auf jeden Fall schwindelfrei sein. „Auch vor Dreck darf man keine Angst haben. Mitunter kann es ziemlich staubig werden“, so der Handwerker.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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