Neue Pläne fürs Gesundheitsamt: 50er-Jahre Design-Hotel, Lounge, Kita, Co-Working und Appartments

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So sieht der Entwurf für die Zukunft des Gesundheitsamtes an der Hövelstraße 8 aus: Aus dem zugeparkten Hof wird ein grüner Park für die neue Kita. (Foto: pinkarchitekten)
 
Der Dortmunder Architekt Will Schwarz legte in den 50er-Jahren Wert auf Details. Nicht nur das Treppenhaus des Gesundheitshauses beeindruckt, Alles folgte einem klaren künstlerischen Konzept. (Foto: schmitz)
 
Herausgeputzt als modernes Designer-Hotel mit Appartments, Sky-Lounge, Co-Working und Kita will Investor Landmarken AG das 50er-Jahre Denkmal stilgerecht modernisieren. (Foto: Landmarken AG)

150 Hotelzimmer, rund 50 Appartments, eine vier- bis fünfgruppige Kita und hoch oben eine Sky-Lounge mit Blick über die Stadt wird zukünftig das 50er-Jahre Gebäude an der Hövelstraße beherbergen, das heute noch das Gesundheitsamt beheimatet. Rund 25 Mio. werden in das denkmalgeschütze Schmuckstück investiert, um es ab Ende 2018 in ein Design-Hotel zu verwandeln.



Einen Betreiber, der 2021 das moderne 50er-Jahre-Hotel eröffnen will, gebe es schon, kündigt Norbert Hermanns,Vorstand der Landmarken AG und Hauptgesellschafter der "Das neue Gesundheitshaus GmbH & CoKG" an. Städtebaulich stimmig ist für die Stadtspitze der vorgelegte Entwurf und Nutzungsmix der Landmarken AG und des Architekturbüros "pinkarchitektur Düsseldorf", die sich im Interessensbekundungsverfahren gegen 24 andere durchsetzten.

Schmuckstück mitten in der City

Denn das Grundstückes Hövelstraße 8 ist nicht nur ein Filetstück mitten in der City, der in sechs Bauteilen aufgeteilte denkmalgeschützte Gebäudekomplex des Gesundheitsamtes ist eines der schönsten und bekanntesten Denkmäler der Stadt. Und nicht nur der Verwaltungsvorstand ist begeistert vom Konzept. Norbert Herrmanns sagt bei der Vorstellung der Pläne: "Je mehr man sich damit beschäftigt, desto begeisterter ist man", schwärmt er von den Tausenden kunstvollen aufeinander abgestimmten Details des 50er-Jahre Gebäudes. Daher sind der Erhalt und eine Wiederherstellung des Gebäudes sowie der Außenanlagen die Basis des Entwurf. Die notwendigen Eingriffe in die Bausubstanz werden gering gehalten.

Moderner Nuttzungsmix

Es ist ein Nutzungsmix aus Hotel, Wohnen, kleine Gewerbeeinheiten, einer Kita und einem Café beabsichtigt. Diese stellen einen urbanen Nutzungsmix dar, seitens der Stadt der für diesen Standort sehr positiv ist und auch der anspruchsvollen Architektur gerecht wird. Folgt der Rat der Empfelung des Verwaltungsvorstandes im Mai, kann das markante Ensemble des bekannten Architekten Will Schwarz, das fünf Gebäudeteile aus den 1950er Jahren vereint, an den Investor verkauft werden. geplant ist ein ganz neuer Nutzungsmix aus Hotel, Wohnen, Kita und innovativen Büros.

Co-Working & Co-Living

Dies belebt die City auch nach Ladenschluss. Mikrowohnungen schaffen ein Angebot für Auszubildende, Studenten, Absolventen oder Uni-Mitarbeiter und die Kita dient Familien und Kindern mitten in der Innenstadt. Außerdem wird der Innenhof, heute zugeparkt, eine grüne Oase.
„Wichtig war uns ein respektvoller Umgang mit dem Erbe von Will Schwarz und zugleich eine neue Interpretation dieser Ikone Dortmunder Nachkriegsarchitektur“, sagt Andrea Czaika, die das Verfahren seitens der Landmarken AG betreut hat. Offenheit, Leichtigkeit, Skulpturalität und farbige Lebendigkeit des Gebäudes sollen wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Car-Sharing und E-Bike-Parklplätze

Auf moderne Mobilität setzt die Landmarken AG mit ihrem Parkraum- und Stellplatz-Konzept mit Car- und Bike-Sharing, elektrisch versteht sich, die von Bewohnern und Hotelgästen genutzt werden können. "Die alte Lady", wie Architekt Thomas Pink sein projekt nennt, "ist in die Jahre gekommen, doch man muss eigentlich nur einen lappen nehmen und alles kommt wieder zum Vorschein." Ein zentraler Punkt der Modernisierung sei die energetische Sanierung, bei der die blaue Glasmosaikfassade erhalten bleibe.
Denn das Gesundheitshaus ist einer der bedeutendsten Zeitzeugen der Architektur der 50er Jahre in Deutschland.

Liebe zum Detail

Der berühmte Sohn Dortmunds, der Architekt Will Schwarz, hat seinerzeit mit großer Liebe das gesamte Gelände bis ins letzte Detail auch der Innenausstattung gemäß dem bunten Zeitgeist realisiert. Insofern ist es eine große Freude für die Landmarken AG, dieses großartige Gebäude für den privaten Investor, der das ‚Neue Gesundheitshaus‘ langfristig im Bestand halten wird, im Geiste des Architekten gründlich zu sanieren und seine Qualitäten und Schätze freizulegen. "Das ‚Neue Gesundheitshaus‘ soll eine Pilgerstätte für Freunde der Architektur der 50er Jahre werden. Es gibt kaum einen vergleichbaren Schatz in unserem Land“, so Norbert Hermanns.

Die Fassade als Besonderheit

Zu den Besonderheiten gehört dabei die Fassade, deren blaue Glasmosaikstreifen die Klarheit sauberer Gebirgsbäche symbolisieren und nach dem Willen von Will Schwarz 1957 als frisches Symbol für Gesundheit im Neubau des Gesundheitshauses zu verstehen waren.
Klarheit verschafft einem auch der tolle Blick über Dortmund, den künftig die im obersten Stockwerk des Hotels gelegene Sky Lounge bietet, die man über die künftige Lobby des Hotels erreicht. Dieser Haupteingang, den Will Schwarz entwickelt hatte, wird als Dreh- und Angelpunkt des Ensembles wieder im alten Glanz erstrahlen – mit aufwendigem Dekor, einem Terrazzofußboden mit nierenförmig gemusterten Ornamenten und einer unbeschwert geschwungenen Haupttreppe, die wie eine abstrakte Plastik in den Raum gesetzt wirkt.

Kita wird den Garten nutzen

Akzentuiert wird dieser Haupteingang außen von einem aus acht Betonhalbschalen gestalteten Vordach. „Besonders freuen wir uns auf einen Hotelbetreiber, der die von Will Schwarz entwickelte Farbpalette im ganzen Haus aufnehmen und in seinem Einrichtungs- und Gestaltungskonzept konsequent umsetzen wird. Das gilt auch für die 4-5-zügige Kita, die den Garten nutzen wird“, so Norbert Hermanns.

„Dortmund passt in unsere Expansionsstrategie“

Das moderne Mobilitätskonzept des Siegerbeitrags sieht vor, zur Reduzierung des Individualverkehrs in der Innenstadt und als Reaktion auf veränderte Mobilität E-Bikes zu platzieren und den Nutzern und Bewohnern Car-Sharing-Angebote zu machen. So werden einige Exemplare des in Aachen entwickelten Elektroautos eGO zur Verfügung gestellt. Der bisher als Parkplatz genutzte, triste Innenhof wird zur grünen Oase mit schöner Hotelterrasse und attraktiver Außenspielfläche für die Kita, die den in der Innenstadt lebenden Familien zu Gute kommen wird.
„Hier ist uns erneut ein toller Wettbewerbserfolg gelungen“, freut sich Landmarken-Vorstand Jens Kreiterling. „Wie in Bonn mit kadawittfeldarchitektur und hier mit pinkarchitektur gehen wir das gerne mit starken Partnern an. Und Erfolge wie diese spornen uns immer wieder an.“ Für die Landmarken AG wäre die Ruhrgebietsmetropole zudem ein weiterer neuer Projektstandort. „Dortmund passt hervorragend in unsere Expansionsstrategie“, sagt Jens Kreiterling. „Wenn der Rat der Stadt zustimmt, freuen wir uns darauf, hier einen erfolgreichen Beitrag zu einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung leisten zu können.“
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Karl-Heinz Hohmann aus Unna | 13.04.2018 | 12:59  
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