Bis zu 1500 Menschen fanden Platz im Evinger Bunker-System
Eine saubere Sache: Gedenktafel des Geschichtsvereins am Eckey gereinigt

Jost Küp (l.) und Klaus Berger vom Evinger Geschichtsverein haben zu Sprühreiniger und Putzlappen, Wassereimer und Schwamm gegriffen und die vor 15 Jahren vom Verein aufgestellte Gedenktafel "Gegen Krieg, Terror und Gewalt" am historischen Ort, am heutigen Eingang des Eckey-Sportplatzes, mal gründlich gereinigt. Die Mahntafel erinnert an den früheren Haupteingang des unterirdischen Bunkersystems dort am Eckey-Wäldchen. Am Neujahrstag 1945 kamen hier über 40 Menschen um, die im Luftschutz-Bunker Schutz suchen wollten.
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  • Jost Küp (l.) und Klaus Berger vom Evinger Geschichtsverein haben zu Sprühreiniger und Putzlappen, Wassereimer und Schwamm gegriffen und die vor 15 Jahren vom Verein aufgestellte Gedenktafel "Gegen Krieg, Terror und Gewalt" am historischen Ort, am heutigen Eingang des Eckey-Sportplatzes, mal gründlich gereinigt. Die Mahntafel erinnert an den früheren Haupteingang des unterirdischen Bunkersystems dort am Eckey-Wäldchen. Am Neujahrstag 1945 kamen hier über 40 Menschen um, die im Luftschutz-Bunker Schutz suchen wollten.
  • Foto: Uli Moeller/Geschichtsverein Eving
  • hochgeladen von Ralf K. Braun

Es wurde mal Zeit: Klaus Berger und Jost Küp, rührige Mitglieder des Geschichtsvereins Eving, griffen zu Putzmittel und Scheuerlappen und brachten die verunreinigte Mahntafel am Eingang des Eckey-Sportplatzes wieder auf Hochglanz.

"Die Mahntafel wurde vor 15 Jahren vom Evinger Geschichtsverein zur Mahnung gegen Krieg, Terror und Gewalt an der Stelle aufgestellt, wo sich der Haupteingang eines Bunkersystems befand. Hier sind am Neujahrstag 1945 über 40 Menschen umgekommen, die im Bunker Schutz suchen wollten", erklärt Klaus Berger.

Bunker wurden in 13 Meter Tiefe aufgefahren

Der Bunker wurde nach Luftangriffen auf die Zeche Minister Stein ab 1943 am Eckey-Wäldchen, in einer Tiefe von 13 Metern unter der Erde, nördlich der Bahnstrecke, bergmännisch aufgefahren, so Jost Küp.

Der Eckey-Bunker war neben Bunkern auf dem Betriebsgelände der Zeche Minister Stein einer der größeren Luftschutz-Bunker in Eving. Bis zu 1500 Menschen konnten in dem 1150 Meter langen Stollensystem am Eckey-Wäldchen Platz finden.

Neben dem Bunker-Haupteingang am Eingang des Eckey-Sportplatzes gab es weitere Zugänge: Zwei führten von der ehemaligen Tongrube der Ringofen-Ziegelei an der Evinger Straße, dem heutigen Biotop am Winterkampweg, in das Bunker-Innere. Ein Bunkereingang von der Tongrube aus (siehe Archivbild), war für Kriegsgefangene und Fremdarbeiter vorgesehen.

Dass sie in einem Bunker Schutz suchen durften, war im Zweiten Weltkrieg keineswegs selbstverständlich. Doch die Vorwarnzeit, um sich gegen die Bombenabwürfe in Sicherheit zu bringen, war zum Kriegsende nur noch kurz. Wenige Minuten nach dem Alarm fielen schon die ersten Bomben auf die Zeche und den Bunkerhaupteingang.

"Wie viele Kriegsgefangene, Fremdarbeiter, Frauen, Kinder und Alte sich unter den Opfern des Luftangriffs am Neujahrstag 1945 befanden, konnten wir nicht mehr erforschen, da Dokumente und Eving in Folge des nationalsozialistischen Regimes in Schutt und Asche versanken", bedauert Wolfgang Skorvanek, stellvertretender Vorsitzender des Evinger Geschichtsvereins.

Jost Küp (l.) und Klaus Berger vom Evinger Geschichtsverein haben zu Sprühreiniger und Putzlappen, Wassereimer und Schwamm gegriffen und die vor 15 Jahren vom Verein aufgestellte Gedenktafel "Gegen Krieg, Terror und Gewalt" am historischen Ort, am heutigen Eingang des Eckey-Sportplatzes, mal gründlich gereinigt. Die Mahntafel erinnert an den früheren Haupteingang des unterirdischen Bunkersystems dort am Eckey-Wäldchen. Am Neujahrstag 1945 kamen hier über 40 Menschen um, die im Luftschutz-Bunker Schutz suchen wollten.
Dieses historische Bild zeigt einen der Bunkerzugänge von der Tongrube aus. Die Tongrube, heute ein Biotop, gehörte zur Ringofen-Ziegelei die sich bis in die 1960-Jahre an der Evinger Straße befand. Am oberen Rand des Fotos sind Häuser an der Probstheidastraße zu erkennen.
Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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