Mit 25.000 Euro Preisgeld soll neuer Naturraum am Rande des Fredenbaum-Parks entstehen
Wildnis statt Kurzrasen

Der Zugang zum Fredenbaum-Park von der Kreuzung Schützen-/Schäfer-/Immermannstraße aus in Richtung "Schmiedingslust" führt mitten durch den künftigen Experimentierraum (das Archivbild entstand Ende Mai 2020). | Foto: Ralf K. Braun
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  • Der Zugang zum Fredenbaum-Park von der Kreuzung Schützen-/Schäfer-/Immermannstraße aus in Richtung "Schmiedingslust" führt mitten durch den künftigen Experimentierraum (das Archivbild entstand Ende Mai 2020).
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Die Stadt Dortmund hat als eine von 40 Kommunen im bundesweiten Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ für ihre Projektidee zur Förderung von Stadtnatur und Insekten im Siedlungsraum einen Preis erhalten. Schon Anfang 2021 sollen am Südrand des Fredenbaum-Parks die Planungen in die Realität umgesetzt werden.

 Oberbürgermeister Themas Westphal und Heiko Just, der stellvertretende Leiter des Grünflächenamtes präsentierten den symbolischen Preisgeld-Scheck im Wert von 25.000 Euro.

Im Wettbewerb mit Projekten aus 310 Kommunen konnte Dortmund mit seinem Vorhaben überzeugen: Vom südlichen Parkzugang im Eck zwischen Schäfer- und Schützenstraße aus, am Rande von Kleingartenanlagen und neben dem Sportplatz Hobertsburg soll der neue Experimentierraum entstehen: „Natur ohne Mensch – Obst von Anderswo – Wiesen für Insekten“. Unter dieser Überschrift wird ein schon bestehender, derzeit allerdings noch wenig anspruchsvoller Grünbereich komplett umgestaltet.

Bestehende artenarme Intensiv-Rasenflächen - erhaltenswert erscheint nur ein Vogelschutzgehölz an der nördlichen Abgrenzung zu den Kleingärten - sollen mit blütenreichem Regio-Saatgut eingesät und zukünftig insektenfreundlich durch einen reduzierten und versetzten Mährhythmus gepflegt werden, um so wichtige Nahrungsquellen für Insekten sicherzustellen. Nistplätze für Wildbienen und andere Insekten werden durch verschiedene Naturmaterialen geschaffen. Ein so genanntes Sandarium, ein Sandbeet, zeigt anschaulich, dass der überwiegende Teil aller Wildbienen in Deutschland unterirdisch nistet und von den kommerziellen künstlichen Nisthilfen nicht profitiert.

"Obst von Anderswo" wird getestet

Zusätzlich werden Streuobstinseln mit Obst- und Nussbaumarten wie Esskastanie, Walnuss, Haselnuss, Quitte, Mirabelle, Mandel, Pfirsich, Mispel, Maulbeerbaum, Feige und Granatapfel angelegt. Diese in Südeuropa beheimateten Arten werden in Dortmund hinsichtlich der fortschreitenden Klimaerwärmung auf ihre Tauglichkeit für unsere Obstwiesen untersucht - daher wurde für diesen Bereich auch der Titel „Obst von Anderswo“.

Eingezäunter Bereich bleibt gesperrt

Außerdem ist ein Wildnis-Gebiet geplant, das für Menschen unzugänglich eingezäunt und der natürlichen Sukzession überlassen wird. Hierdurch wird die Beobachtung einer natürlichen Entwicklung der Vegetation auch in der Stadt möglich („Natur ohne Menschen“). Umweltbildungsangebote und ein Aussichtsturm bereichern dieses Teilprojekt.

Das Naturmuseum, das nicht allzu weit entfernt liegt, hat bereits großes Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.

Der Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ wird vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ durchgeführt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundes-Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

 Eine Preisverleihung im herkömmlichen Sinne war in diesem Jahr pandemiebedingt leider nicht möglich, so dass die ausgezeichneten Kommunen ihre Urkunden virtuell überreicht bekamen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze überbrachte ein Grußwort an die ausgezeichneten Kommunen (https://www.youtube.com/watch?v=m2rtnwXxqPM). Eine Laudatio, speziell auch für das Dortmunder Projekt, hielt Robert Spreter vom Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt (https://www.youtube.com/watch?v=1WPWFjG65Ek).

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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