Abschlussbericht der Quartiersanalyse „Alt-Scharnhorst“ vorgelegt
Die Bewohner fühlen sich wohl, doch es gibt noch einigen Handlungsbedarf

Das hier auf der Karte blau eingezeichnete Untersuchungsgebiet Alt-Scharnhorst wurde in der Quartiersanalyse unter die Lupe genommen. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor.
  • Das hier auf der Karte blau eingezeichnete Untersuchungsgebiet Alt-Scharnhorst wurde in der Quartiersanalyse unter die Lupe genommen. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor.
  • Foto: Stadt Dortmund
  • hochgeladen von Ralf K. Braun

Der Dortmunder Verwaltungsvorstand hat sich gestern (13.11.) mit dem Abschlussbericht der Quartiersanalyse „Alt-Scharnhorst“ des Amtes für Wohnen und Stadterneuerung befasst.

In Zusammenarbeit mit der dortmunderstatistik der Stadt wurde im Frühjahr 2018 mit der Analyse des Untersuchungsgebiets begonnen. Neben den Bewohner(inne)n wurden auch die Eigentümer/innen befragt.

Das Untersuchungsgebiet ist Teil des statistischen Unterbezirks Alt-Scharnhorst und liegt im äußersten Südwesten des Stadtbezirks Scharnhorst. Begrenzt wird der Bereich im Süden durch die Güterbahnlinie, im Westen durch die Rüschebrinkstraße und des Weiteren durch den Erlenbach im Norden und den Kirchderner Graben im Osten. Der Bereich lädt durch Wald-, Agrar- und Freiflächen zur Naherholung ein. Bei der Untersuchung wurden zwischen dem Ost- und dem Westquartier Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede festgestellt.

Im Ostquartier leben in 166 Wohnungen 1818 Menschen und im Westquartier in 213 Wohnungen 1.318 Menschen.

Ost-Quartier: Parkprobleme und marode Immobilien

Das östliche Quartier wird geprägt durch drei- bis vier- geschossige Mietwohnungsgebäude, teilweise in Zeilenbauweise mit großzügigem Abstandsgrün errichtet. Derzeit baut die Vivawest mehrere barrierefreie öffentlich geförderte Mietwohngebäude. Einige sind schon bezogen. Zudem werden von der Vonovia umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen an Bestandsimmobilien durchgeführt.

Zu den weiteren Stärken dieses Bereichs zählen ein fußläufig erreichbarer Discounter, ein Ärztehaus sowie weitere Geschäfte zur Versorgung des täglichen Bedarfs. Die evangelische Kirche bietet zudem ein breites Freizeit und Kulturangebot. Aus der Bewohnerbefragung geht hervor, dass diese eine gute Nachbarschaft haben und sich im Quartier wohlfühlen. Zudem besteht im Vergleich zu bisherigen Untersuchungen eine sehr geringe Wegzugsabsicht. Zu den Schwächen zählen Parkraum-Probleme im öffentlichen Raum und einige privat Immobilien mit Instandhaltungsbedarf in exponierter Lage an der Friedrich-Hölscher-Straße.

Westquartier: Zerschnitten, belastet und abgeschnitten

Zum Westquartier gehört das kleine Gewerbegebiet Zeche Scharnhorst. Die Wohnbebauung ist überwiegend durch ein- bis zweigeschossige Zechenhäuser in Privatbesitz geprägt. Freiflächen am Haus und gepachtetes Grabeland bieten den überwiegend türkischstämmigen Bewohnern Möglichkeiten zur Erholung und Selbstversorgung. Auch hier gaben die Bewohner in der Befragung überdurchschnittlich oft an, sich in ihrer Wohnung und im Quartier wohl zu fühlen. Es besteht im Vergleich zu anderen Untersuchungen eine unterdurchschnittliche Wegzugsabsicht.

Außer der Moschee verfügt dieser Bereich derzeit über keine soziale Infrastruktur. Zudem führt die Verkehrssituation zur Abgrenzung dieses Quartiers. Es ist durch die B236n zerschnitten und durch die stark befahrene Rüschebrinkstraße sowie die Güterbahnlinie belastet. Der Bereich ist zudem schlecht an die Breitbandversorgung angeschlossen. Von Experten wurde dieses Quartier daher als abgeschnitten bezeichnet.

Weitere Schwäche des gesamten Untersuchungsgebietes sind die Busverbindungen und die unbeleuchteten Fußwege-Verbindungen. Dies trifft vor allem Kindergarten- und Grundschulkinder. Hier werden dringende Handlungsbedarfe in der Zuverlässigkeit der Busverbindungen und der Sicherheit der Schulwege gesehen. Darüber hinaus ist die Versorgungsquote mit Kindergartenplätzen nicht erfüllt und die beiden nächstgelegenen Grundschulen bedürfen dringender An- und Umbauten in räumlicher und technischer Ausstattung. Zudem fehlt eine Turnhalle. Punktuell kommt es bei einigen Freiflächen im öffentlichen Raum zu Vermüllung und Sperrmüll-Ablagerungen.

Es wurden zahlreiche Handlungsoptionen erarbeitet. Neben der Verbesserung der Beleuchtungssituation der Wegeverbindungen und dem Ausbau des Angebots an Kita- und Grundschul-Plätzen, gilt es, auch die Busanbindung zu verbessern.

Aktuell hat im September 2018 die Bezirksvertretung Scharnhorst die Entscheidung der Verwaltung, einen positiven Vorbescheid zum Bau einer vierzügigen Kindertagesstätte im Westquartier an der Wambeler Heide zu erteilen, zur Kenntnis genommen und die planungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens beschlossen.

Der Abschlussbericht steht in den nächsten Tagen unter www.quartiersanalysen-wohnen.dortmund.de zum Download bereit.

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