Vorgestellt: Die Lieblings-Laufstrecke des Brechteners Klemens Wittig
145.000 Kilometer durchs Grävingholz

In der Pandemie sportlich aktiv zu bleiben, ist für den Brechtener Klemens Wittig kein Problem. Am liebsten läuft der 83-Jährige im Grävingholz.
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  • In der Pandemie sportlich aktiv zu bleiben, ist für den Brechtener Klemens Wittig kein Problem. Am liebsten läuft der 83-Jährige im Grävingholz.
  • Foto: Peter Middel/FLVW-Leichtathletik
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Von Peter Middel

Laufen kann man fast überall. Für Klemens Wittig, der sich seit 42 Jahren dem Langstreckenlauf verschrieben hat, gibt es jedoch einige Unterschiede, denn der Laufspaß ist für ihn nicht auf jeder Strecke gleich.

Am liebsten läuft der 83-jährige Ausdauerspezialist des LC Rapid Dortmund, der mit 45 Deutschen Meisterschaften sowie jeweils 30 Welt- und Europameisterschaften zu den erfolgreichsten deutschen Seniorensportlern zählt, im Dortmunder Grävingholz. Dieses 123,7 Hektar große Waldgebiet erstreckt sich westlich der Bundesstraße 54 zwischen Eving und Brechten, Wittigs Wohnort.

Wald ist vom Jagdrevier zum Ausflugsziel mutiert

Geschichtlich ist es unmittelbar nach der letzten Eiszeit entstanden und ist seitdem ein zusammenhängendes Waldgebiet. Im Mittelalter diente es den Herren der Grafschaft Dortmund als Jagdrevier. Heute lädt der weitläufige Forst, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen, zum Wandern, Radfahrern, Reiten und Laufen ein.

Dortmund verfügt über 49 Prozent Grün. Klemens Wittig kennt viele schöne Ecken in der Westfalenmetropole, doch für ihn steht fest: „Das Grävingholz mit seinem vielfältigen Baumbestand, seinem überschaubaren Wegenetz und einzigartigen Vogelgezwitscher ist für mich eindeutig das schönste Laufgebiet in Dortmund.“

Seine Lieblingsstrecke ist ein fünf Kilometer langer Parcours, der vor 42 Jahren vom Brechtener Lauftreff zusammengestellt wurde. Der Startpunkt befindet sich in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes der SG Phönix Eving an der Grävingholzstraße 75. Die Strecke ist mit kleinen Schildern und Pfeilen ausgezeichnet. An den Bäumen sind alle 500-Meter-Abschnitte markiert, sodass man dort auch Tempoläufe absolvieren kann. Abgesehen von leichten Bergsenkungen weisen die Wege, die befestigt und breit genug sind, keine Steigungen auf. Selbst bei Starkregen bilden sich auf ihnen keine Pfützen.

Der Wald, dessen dominierender Baumbestand die Rotbuche ist, spendet durch sein dichtes Blattwerk in den Sommermonaten eine angenehme Kühle. Die bis zu 40 Meter hohen Kronendächer bilden für Menschen, Tiere und Pflanzen einen idealen Lebensraum. Unüberhörbar ist in dieser grünen Oase das muntere Vogelgezwitscher.

Kein Streckenabschnitt gleicht dem anderen. Als Klemens Wittig sich bei seinem lockeren Trainingslauf dem Ziel seiner fünf Kilometer langen Lieblingsstrecke nähert, läuft er an Bombentrichtern vorbei, die aus dem Zweiten Weltkrieg herrühren. Aus ihnen sind kleine Waldtümpel entstanden, die vielen Amphibien als ideale Laichgebiete dienen.

Da für den mehrfachen Senioren-Welt- und Europameister auch in den nächsten Monaten coronabedingt keine größeren Wettkämpfe anstehen, begnügt er sich heute mit einem lockeren Fünf-Kilometer-Trainingslauf, bei dem er sich ununterbrochen mit seinem Begleiter unterhält, ohne dabei unter Schnapp-Atmung zu leiden.

Strecke ist noch in den Süggelwald auszudehnen

„Das Schöne an meiner Lieblingsstrecke ist, dass ich sie je nach Bedarf auch mehrmals absolvieren kann, ohne das es mir dabei langweilig wird. Auch kann ich von dort aus mein Programm in den benachbarten Süggelwald ausdehnen", erläutert Klemens Wittig.

Der nimmermüde Lauf-Oldie, der wesentlich fitter ist, als es sein Geburtsdatum vermuten lässt, hat auch noch eine Trainingsstrecke in den Brechtener Niederungen, doch die meisten Kilometer spulte er bisher im Grävingholz ab. Nach seinen Aufzeichnungen waren es bisher 145.000 Kilometer. Und es werden noch viele hinzukommen, denn der laufbegeisterte Brechtener möchte im kommenden Jahr den Senioren-Marathon-Europarekord in der Klasse M 85, der bei 4:20:11 Stunden steht, unterbieten.

Info
 Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) stellt in der nächsten Ausgabe seines Journals WestfalenSport Laufstrecken in Westfalen vor, das heißt, Strecken auch aus anderen Städten und Regionen in Westfalen.
 Der WestfalenSport 2/2021 erscheint am 29. April.
 Peter Middel trägt hierzu noch einen weiteren Laufstreckenbeitrag über den Phoenix-See in Hörde bei.
 Link zum E-Paper: www.flvw.de/service/mitteilungen/westfalensport/

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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