Die Panzerhalle in Wambel - eine Ära ist zu Ende

1950er Jahre - Panzerhalle mit weiteren Betrieben von C.H. JUCHO
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  • 1950er Jahre - Panzerhalle mit weiteren Betrieben von C.H. JUCHO
  • Foto: Archiv U.Ritter
  • hochgeladen von Peter Kocbeck

Die Werkshalle II von C.H. JUCHO ist nur noch Legende...

- Spuren vom Werk II der ehem. Dortmunder Stahlbaufirma C.H. JUCHO befanden sich bis zum Jahr 2013 auf dem Industriegelände an der Juchostr. in DO-Wambel südlich der Gleisanlagen der Bahnstrecke Dortmund-Hamm. Das Firmenareal wurde östlich von der Rüschebrinkstr. begrenzt und war zu seinen besten Zeiten in direkter Zufahrt über die vom Wambeler Hellweg abgehende Juchostr. erreichbar.
Von der am Ende der Juchostr. weiterführenden Straße „Tecklenborn“ führt heute nur noch ein kleiner Weg zum ehem. Standort der Panzerhalle. Das imposante Gebäude erhielt im Volksmund seinen Namen durch die hiesige Produktion von Panzerböden während des 2. Weltkrieges. Das Schicksal des letzten Teiles des großen Jucho-Areals an dieser Stelle wurde 2012/13 besiegelt...

- Die hier in den 1930er Jahren entstandene riesige Werkshalle der Fa. C.H. JUCHO ergänzte die vorher schon in Dortmund-Wambel seit 1916 existierenden Produktionsstätten (Nietenfabrik, Fensterbau, Verzinkerei usw.). Wie auf dem historischen Foto ersichtlich, entstand die Halle östlich der schon vorhandenen Betriebe und behielt ihr unverändertes Aussehen bis zum Abriss 2012/13.
Kurz vor der Insolvenz der Fa. JUCHO wurden noch am 1. Oktober 1974 deren Stahlbauaktivitäten von Rheinstahl und Thyssen unter dem Namen „Rheinstahl-Klönne-Stahl- und Ingenieurbau“ zusammengefasst, um die Firma zu retten. Die Stahlkrise in diesen Jahren und der tragische Unfalltod von Günter Jucho am 4. April 1974 versetzte dem Unternehmen aber den Todesstoß.

- Die Trauerfeier für den tödlich verunglückten Günter Jucho fand am 9. April 1974 vormittags in der Panzerhalle unter der Teilnahme Hunderter von Menschen statt. Nachmittags erfolgte die Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof.

Am 22.11.1974 konnte der Konkursverwalter auch das Werk in Wambel mit seinen 200.000 qm Grundfläche an den Mann bringen. Käufer war der Fabrikant Erich Dreyer. Dieser sagte zum Kauf der Panzerhalle „Hier werden keine Brücken mehr geschweißt oder genietet. Dafür habe ich ja meine Firma Dörnen“.
Die Presse berichtete damals: "Erich Dreyer, Alleininhaber der Dreyer-Werke GmbH in Dortmund und Besitzer weiterer Unternehmen in Bochum und Essen, beschäftigt z.Zt. 1200 Mitarbeiter. Das 1936 gegründete Unternehmen übernahm 1964 das angesehene Stahlbauwerk Dörnen in Dortmund-Derne und unterhält in Dortmund-Deusen ein Strahlwerk für maschinelle Entrostung. Die Hauptverwaltung hat ihren Sitz in der Brinkstr. in Dortmund, wo sich auch ein Werk für Glas-, Dach- und Fertigbau befindet. 1970 wurde Dreyer weithin bekannt, als er das IWO-Hochhaus am Freistuhl ersteigerte"

Mit dem Abriss dieser Halle wurden an diesem Standort die letzten Spuren der Fa. C.H. JUCHO beseitigt. Hallen-Relikte der Firma befinden in Dortmund nur noch am ehem. Standort Weißenburger Straße, aber auch hier wird bald der Abrissbagger zuschlagen.

- Tipp für Interessierte: Eine Abriss-Chronologie mit der Historie der Panzerhalle kann man im Museumsshop des Hoesch-Museums Dortmund, Eberhardstr. 12 erwerben. In der Reihe "Industriegeschichtliche Blätter" wurde im Band IV Geschichte und Abriss mit vielen Fotos und Kartenmaterial dokumentiert.
(P.K.)

Autor:

Peter Kocbeck aus Dortmund-Ost

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