Haus Kurl, eine lange Geschichte in 5 Teilen...

1988 - Vornehme Autos waren zu Zeiten des Bewohners Dr. Goller keine Seltenheit! Hier ein Royce Phantom II und ein  Bentley Typ R vor einer perfekten Kulisse...
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  • 1988 - Vornehme Autos waren zu Zeiten des Bewohners Dr. Goller keine Seltenheit! Hier ein Royce Phantom II und ein Bentley Typ R vor einer perfekten Kulisse...
  • Foto: Archiv Fr. Euringer
  • hochgeladen von Peter Kocbeck

- Teil 4

Ein Heimatforscher und die Bewohner von Haus Kurl

- Dem in Kurl geborenen Heimatforscher Oberstudienrat Dr. Beisenherz gebührt ein besonderes Lob für seine Recherchen und Nachforschungen über seinen Geburtsort Dortmund-Kurl. Er fasste für die interessierte Nachwelt sein Lebenswerk in dem sehr interessanten Buch „Das ehemalige Kirchspiel Kurl“ zusammen. Es erschien im Jahr 1932 und enthält sehr viele Informationen und Details, die wohl heutzutage nicht mehr zu bekommen sind. Dieses Buch ist eine Fundgrube für alle, die mehr über ihren Heimatort Kurl wissen wollen. Nach langen Jahren der Abwesenheit besuchte Oberstudienrat i. R. Dr. phil. Heinrich Beisenherz einen Tag nach seinem 85. Geburtstag im März 1966 wieder einmal Kurl und plauderte mit Freunden und dem Förderring der Heimatfreunde Kurl auch in plattdeutscher Mundart.

- Oberstudienrat Beisenherz schrieb auch im März 1930 einen interessanten Beitrag für die Zeitung Tremonia. In der Beilage „Die Heimat / Nr.6 „ beschrieb er die Lage von Haus Kurl. Durch die Bedeutung der alten Verbindungsstraße von der Ruhr durch unsere Gegend bis zur Lippe ist es höchstwahrscheinlich, dass auch in Kurl ein Königshof gelegen hat. Auch spricht die Siedlungsart hier, das sog. Haufendorf, für fränkischen Ursprung. Die fränkischen Haufendörfer aber bildeten sich regelmäßig um eine uralte, germanische Hofanlage die in fränkischer Zeit Königs- oder Reichshof und damit der Haupthof der nächsten Umgebung wurde. Nach den Recherchen von Dr. Beisenherz kommt für Kurl nur die Stelle in Frage, an der das ehemalige adelige Haus Kurl lag, das bis ins 18. Jahrhundert „die Burg“ oder das „Schloss in Kurl“ genannt wurde. Noch in den 1930er Jahren sprach im Allgemeinen noch vom „Plaß“ (Plaßstr.!).

- In seinem Bericht weist Beisenherz immer wieder auf die enge Verbindung zwischen den Herren von Schloss Kurl und der nebenstehenden Kirche hin. Bis ins 14. Jahrhundert besaßen die damals sehr begüterten und einflussreichen Grafen von der Mark als Herren von Schloss Kurl auch das Patronatsrecht über die Kirche in Kurl. Das Gotteshaus diente damals den religiösen Bedürfnissen der Insassen der Wasserburg und war sozusagen deren Hofkirche und Begräbnisstätte.

- In dieser Zeit lag der Besitzer des Kurler Schlosses, der Graf von der Mark, längere Zeit mit dem Fürstbischof von Münster in Streit. Die Münster’schen Truppen besetzten die ganze Gegend zwischen Lippe und Ruhr und plünderten und zerstörten, wo sie nur konnten. Die schlimmste Fehde hatte aber Graf Engelbert von der Mark in diesem Jahrhundert mit der Stadt Dortmund. Am 1. November 1388 brannten die Dortmunder das Schloss zu Kurl vollständig nieder. Das Schloss wurde wieder aufgebaut und die Lehnsträger des Grafen von der Mark bewohnten später das Gut. Im Jahre 1532 kaufte Dietrich von der Recke das Schloss und die Kurler Besitzungen und wohnte daselbst. Sein ältester Sohn, Dietrich Adolf, wurde am 18. Juni 1602 auf dem Schloss geboren und im Jahre 1650 Fürstbischof von Paderborn. Die Familie von der Recke lebte bis zum Jahr 1703 in Kurl. Nach dem Aussterben der Heeßener Linie erbte die Familie von Böselager im Jahre 1768 den Besitz.

Die letzten Bewohner von Haus Kurl
- Nachdem das alte Haus Kurl im Jahre 1905 in Flammen aufging und bis auf die Grundmauern vernichtet wurde, ließ der Besitzer, Freiherr von Boeselager, den neuen Landsitz in der jetzigen Form erbauen. Er verkaufte ihn dann 1918 an den Kurler Fabrikanten Deilmann, der bis dahin mit seiner Familie und seinem 1. Meister in einem Zweifamilienhaus auf dem Werksgelände wohnte.
- Carl Deilmann zog mit seiner Familie in das Haus Kurl und wohnte hier bis zu seinem Tode am 21. März 1936. Obwohl Carl Deilmann evangelisch war, läuteten zu seinem Tode in Husen und Kurl alle Glocken.
- Die Leibchauffeure von Carl Deilmann waren Hr. Gutschke und Hr. Lukes, wobei letztgenannter auch der Leiter der Autowerkstatt der Fa. Deilmann war.
- Privatgärtner war zur damaligen Zeit auf Haus Kurl Herrmann Bösing.

- Teil 5 folgt am 5. April 2014...

Hier finden Sie die anderen Teile der Geschichte:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 5

Autor:

Peter Kocbeck aus Dortmund-Ost

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