Eichenprozessionsspinner sorgen für weitere Sperrungen
Hoeschpark, Braucksweg, Hohenbuschei und mehr

Eichenprozessionsspinner am Nest

Die Kontrollen auf Befall mit den Raupen desEichenprozessionsspinners sind fortgesetzt
worden. Dabei sind im Hoeschpark rund 60 Bäume mit den Raupenaufgefallen. Die Stadt hat daher den Park mitsamt der
Sportanlagen vorsorglich mit sofortiger Wirkung abgesperrt. Für  das Freibad Stockheide gilt die Sperrung seit Samstag. Der
Eichenprozessionsspinner ist hauptsächlich in den nördlichen und östlichen Stadtteilen Dortmunds unterwegs: Mengede, Eving, Scharnhorst,
Innenstadt-Nord und Brackel.

So sind in der Grünanlage am Brauksweg in Brackel, nahe des Jugendtreffs "Brauks" und dem Sportplatz der SF Brackel circa 30 Bäumebefallen. Im Brackeler Wohngebiet Hohenbuschei hat das Tiefbauamt rund 90Eichen gezählt, an denen die Raupen kriechen. Diese Bäume, die
fast alle schon vor der Bebauung dort wuchsen, sind aber so
angeordnet, dass Anwohner trotz einzelner Absperrungen noch zu
ihren Häusern kommen können. Generell werden einzelne Bäume vom
Tiefbauamt in einem Radius von 250 bis 300 Metern abgesperrt.
Erst bei vielen Überlappungen werden ganze Areale geschlossen.

Wenn Schulen und Kindertageseinrichtungen befallene Bäumemelden, werden diese bevorzugt behandelt, damit der Betrieb hier
möglichst schnell wieder aufgenommen werden kann. In der Regel
handelt es sich dort um kleineren Befall einzelner Bäume. Die  Kommunikation mit den Eltern funktioniert dabei nach bewährtem Muster – wie in anderen Situationen, in denen der Unterricht
kurzfristig ausfällt oder eine Kindergärtnerin krank ist. Für
die Betreuung der Kinder konnte bislang in allen Fällen ein Ersatz organisiert werden. Die Eltern sind daher immer
rechtzeitig eingebunden, heißt es von Seiten der Stadt Dortmund.

Lehrern und Kinderbetreuern sind Merkzettel mit Verhaltenstippszur Verfügung gestellt worden und es gibt Ansprechpartner für
Fragen. Der Eichenprozessionsspinner und seine Raupe ist in
vielen Klassen inzwischen auch Unterrichtsthema.

Die Baumexperten im Tiefbauamt der Stadt Dortmund rechnen auch nach Pfingsten mit weiteren Fundstellen. Parks und Straßen werdenwiederholend kontrolliert, Meldungen von Bürgern wird
nachgegangen. Nach der Beseitigung der Raupen und ihrer Nester
durch die Spezialisten, werden die Bereiche erst nach einer
weiteren Kontrolle durch das Tiefbauamt wieder frei gegeben.

Es ist davon auszugehen, dass das ProblemEichenprozessionsspinner nicht überall vollständig beseitigt
werden kann. Es ist daher unbedingt notwendig, die eigene
Verhaltensweise umsichtig der Gefahr anzupassen. Der Kontakt mit

den Brennhaaren der Raupe sollte vermieden werden. Bisher sindder Stadt jedoch keine Fälle bekannt, in denen Personen sich
Verletzungen aufgrund der gefährlichen Brennhaare zugezogen
hätten.

Wenn ein Befall in privaten Gärten festgestellt wird, ist immerder Eigentümer des Grundstücks gefragt. Er muss eine Fachfirma
mit der Bekämpfung beauftragen. Diese kann Biozid einsetzen oder
Absaugmaßnahmen durchführen. Aus Umweltschutzgründen ist jedoch
ein breiter Einsatz von Insektiziden nicht erwünscht, da die
Mittel oft über eine Breitbandwirkung verfügen und dann auch
Nützlinge abtöten. Sind der Befall und das Belastungsrisiko
gering, reicht eine Überwachung des Befalls.

Woher kommt der Eichenprozessionsspinner?

Die Klimaerwärmung begünstigt die Vermehrung von wärmeliebenden
Insekten. So breitet sich der Eichenprozessionsspinner (EPS) inDeutschland und Nordrhein-Westfalen immer weiter aus. Der EPS
ist ein Pflanzenschädling, stellt aber auch für den Menschen,
Haustiere und Wildtiere eine Gesundheitsgefahr dar. Er liebt die
Wärme und bevorzugt freistehende und von der Sonne beschienene
Einzelbäume. Im Mai schlüpfen die Raupen, die sich tagsüber in
den Nestern verstecken. Abends wandern sie als Prozession vom
Nest in die Baumkrone und fressen die Blätter – bei
Massenvorkommen bis die Krone völlig kahl ist. Die Verpuppung
findet ebenfalls in den Nestern statt. Im Spätsommer schlüpfen
aus den Puppen die fertigen Nachtfalter, die im Umkreis von zwei Kilometern erneut an Eichenzweigen ihre Eier ablegen.

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