„Matrix“ ist in Asseln angekommen: Filmstudenten drehen Bullet-Time-Film „In einem Augenblick“ auch dank der Helfer vor Ort

40 Kameras müssen synchronisiert werden, damit später alles klappt: Beim Dreh des Kurzfilms „In einem Augenblick“ in Asseln nutzt das Team die Bullet-Time.
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  • 40 Kameras müssen synchronisiert werden, damit später alles klappt: Beim Dreh des Kurzfilms „In einem Augenblick“ in Asseln nutzt das Team die Bullet-Time.
  • Foto: Schmitz
  • hochgeladen von Tobias Weskamp
Wo: Donnerstraße/Feldweg, Asseln Dorf, 44319 Dortmund auf Karte anzeigen

Ein Wasserspritzer erstarrt in der Luft, ein Hund bellt und bewegt sich nicht und eine Joggerin kommt nicht vom Fleck. Unmöglich? Nicht mit der Bullet-Time, bekannt aus dem Hollywood-Streifen „Matrix“. Mit diesem Effekt entsteht zurzeit ein Kurz-Film in Asseln: „In einem Augenblick“.

40 Kameras sind nordwestlich des Dortmunder Flughafens auf einem Feldweg im Halbkreis aufgebaut. Wenn sie gleichzeitig ausgelöst werden, entsteht ein Motiv in der so genannten Bullet-Time: Die Bewegung wird eingefroren und die Kamera fährt scheinbar das Geschehen herum. Genutzt wird es vor allem für Action-Szenen. Im Internet findet man es beispielsweise bei Luftsprüngen.
„Wir wollen das Gegenteil zeigen“, erklärt Marcel Götte. „Wir filmen eine ganz normale Alltagssituation.“ Auf einem Feldweg werden sich mehrere Menschen begegnen. Ein Ehepaar mit seinen Kindern geht spazieren. Während die Mutter die Kinder zur Raison ruft, flirtet der Vater mit einer Joggerin. Diese wiederum wird von einem Hund angebellt, als sie auf ein Tetra Pak tritt.

Amy ist eine Bordercollie-Schäferhund-Mischung. Später beim Dreh muss sie sich von ihrer unangenehmsten Seite zeigen: Sie soll eine Joggerin anbellen. „Das wird nicht einfach“, erklärt ihre Besitzerin, Hundetrainerin Nicole Groth aus Asseln. „Eigentlich habe ich sie dazu erzogen, dass sie keine Menschen anbellt. Auch wenn sie ein Rebell ist.“ Ihrem Frauchen hilft sie regelmäßig bei der Arbeit.

Vom Filmprojekt hatte Nicole Groth durch eine Bekannte erfahren, die den Ost-Anzeiger-Artikel Anfang März online im Lokalkompass gelesen hatte.
Die sechseinhalb Jahre alte Hündin fühlt sich beim Dreh „pudelwohl“, schließlich findet sich immer jemand, der mit ihr Ballspielen will. Auch ihre Besitzerin hat bereits Filmerfahrung, da sie schon als Statistin in Fernsehserien mitwirkte. „Ich hoffe auf einen Oscar für Amy“, scherzt sie.

In den ersten Einstellungen werden nur einzelne Details zu sehen sein, wie etwa ein Fuß oder ein Ehering, ohne das klar wird, wie alles zusammenhängt. Erst zum Schluss löst sich alles auf. „Insgesamt wird der Film etwa ein bis zwei Minuten lang sein“, erklärt Miriam Scott, die mit Marcel Götte zusammen die Story entwickelt hat.

Vor dem Dreh galt es einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen. So testeten Marcel Götte und Miriam Scott, deren Mutter in Asseln wohnt, zunächst mit Einweg-Kameras, was aber nicht so richtig klappen wollte. Schließlich fand sich ein Sponsor, der die erforderlichen 40 Kameras zur Verfügung stellt. Die beiden sind zuversichtlich, dass alles klappen wird. „Wir handeln dabei wie der BVB“, meint der Brünninghausener Marcel Götte augenzwinkernd. „Wir denken von Spieltag zu Spieltag. Die Meisterschaft kommt dann später.“

Viele Helfer kennen die beiden von ihrem Studium in Dortmund. Aber auch Verstärkung aus Köln ist dabei. Miriam M’barek etwa nutzt die Dreharbeiten, um einen Einblick zu gewinnen, da sie überlegt, später Regie zu studieren. Martin Smolkewitsch aus Brackel etwa hilft beim Aufbau der Kameras. Später wird er die einzelnen Bilder auf einem PC ordnen. Dabei muss sich der Student von Design und Medien-Kommunikation seine Zeit gut einteilen, da er auch auf dem Filmfest in Oberhausen aktiv ist. Alles zu organisieren ist die Aufgabe von Julia Hecht aus Barop. Sie kümmert sich um die Drehgenehmigung, besorgt Transporter und Unterkunft und bringt auch schon mal Verpflegung mit. Die Evangelischen Gemeinden in Asseln zählen ebenfalls zu den Unterstützern.
Eigentlich sollte schon seit zwei Stunden gedreht werden. Stefan Kaufhold aus Asseln, der als Kameraassistent hilft, beruhigt: „Das ist normal. Vor allem in den ersten Tagen muss sich das Team erst finden.“

Eventuell kommt auch digitale Technik zum Einsatz. Geplant ist, einen Papierflieger durch die Luft segeln zu lassen. Aufgrund des Windes wird dieser vielleicht erst am Rechner eingefügt. „Möglicherweise nehmen wir aber auch einfach einen Ball“, so Marcel Götte. Improvisation ist eben alles, auch beim Film.

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