Projekt "Bienenweiden" nimmt im Stadtbezirk Brackel Fahrt auf // Pilotprojekt-Fläche in Asseln gepflügt

Es war ein mühsamer Beginn für Vater Wolfgang und Sohn Jan Berlin, die hier mit der einzigen Pflugschar ihres Einachsers vom Typ Agria 3800 G die erste Furche in die Rasenfläche am Grüningsweg gruben.
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  • Es war ein mühsamer Beginn für Vater Wolfgang und Sohn Jan Berlin, die hier mit der einzigen Pflugschar ihres Einachsers vom Typ Agria 3800 G die erste Furche in die Rasenfläche am Grüningsweg gruben.
  • Foto: Karl-Heinz Czierpka
  • hochgeladen von Ralf K. Braun

Im Märzen der Bauer - jeder kennt die Verse, nur dass heute die Rösslein aus leistungsstarken Dieselmotoren generiert werden und Landwirte mit großen Maschinen pflügen.

Ein Problem, wenn es um kleine Flächen geht, vielleicht sogar um Flächen in Privatgärten. Darum war eine wichtige Frage des Projekts "Bienenweiden": Gibt es kleine Pflüge? Und das hat die beiden Akteure, Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka und Holger Knöpker, parteiloses Mitglied der Bezirksvertretung (BV) Brackel, eine ganze Zeit umgetrieben. Weder das städtische Tiefbauamt noch die Friedhofsgärtner verfügen über kleine Pflüge...

Hilfe kam schließlich von den Schlüter und Schlepperfreunden Holzwickede, einem Verein, der sich mit historischen Landmaschinen beschäftigt: Jan Berlin und sein Vater Wolfgang, seines Zeichens 2. Vereinsvorsitzender, waren sofort bereit, ihre Maschinen für ein ökologisch sinnvolles Projekt einzusetzen. Und so wurde am Schulzentrum Asseln auf der ausgeguckten Fläche für eine der ersten Insektenweiden im Stadtbezirk die Probe aufs Exempel gemacht:

Mit einem zwölf PS starken Hatz-Motor und einer einzigen Pflugschar schnitt sich der Agria 3800 G durch den Boden. Die erste Furche war schweißtreibend, danach ging's dann etwas leichter von der Hand. Inzwischen sind dort etwa 300 Quadratmeter gepflügt, bis zum Ende der Osterferien wird noch gefräst und dann können die Schülerinnen und Schüler einsäen.

"Die spezielle gebietskonforme Saatgut-Mischung muss durch Füllstoffe deutlich gestreckt werden, denn für einen Quadratmeter genügt eine winzige Menge Samen, zwischen zwei Fingern bequem zu halten. Auch das wird für viele eine Überraschung sein", wissen Czierpka und Knöpker, selbst Imker.

Nächste Idee: Insekten-Hotels überall im Stadtbezirk Brackel

Zwei größere Flächen werden auf dem Gelände des Dortmunder Hauptfriedhofes und des Tierfriedhofes am Rennweg im Wambeler Süden vorbereitet. Eine Bienenweide in für Privatgärten typischer Größe von etwa 50 qm entsteht im privaten Garten des Bezirksbürgermeisters in Wickede, so dass Erfahrungen mit Flächen von 50 bis 1.000 Quadratmetern gesammelt werden können.

Die Hoffnung: Bereits im nächsten Frühjahr könnten Interessenten Hilfestellung bei der Anlage von Bienenweiden bekommen. Bis dahin soll auch ein erklärender Leitfaden entstehen, damit sich potenzielle Bienenweiden-Freunde vorher informieren können. Und die nächste Idee reift schon im Hintergrund: Insekten-Hotels sollen Summern und Brummern überall im Stadtbezirk einen festen Wohnsitz anbieten, konkrete Beispiele gibt es bereits an vielen Stellen.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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