Stadt und Siedler diskutieren über nicht eingehaltene Vorgaben // SPD springt Anwohnern bei
Ärger im Asselner Neubaugebiet "Kahle Hege"

Die "Kahle Hege" in Asseln ist eine Siedlung in den Kinderschuhen, nach den Häusern sind nun Gärten, Vorgärten und Einfahrten gestaltet - zum Ärger des Bauordnungsamtes der Stadt. Es bemängelt, dass Bauherren sich in mehr als 40 Fällen nicht an den Bebauungsplan gehalten haben.
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  • Die "Kahle Hege" in Asseln ist eine Siedlung in den Kinderschuhen, nach den Häusern sind nun Gärten, Vorgärten und Einfahrten gestaltet - zum Ärger des Bauordnungsamtes der Stadt. Es bemängelt, dass Bauherren sich in mehr als 40 Fällen nicht an den Bebauungsplan gehalten haben.
  • Foto: Günter Schmitz
  • hochgeladen von Ralf K. Braun

Stadt und Siedler diskutieren über nicht eingehaltene Vorgaben - SPD springt Anwohnern bei Bebauung "Kahle Hege". Am Fuß der Halde Schleswig. Bunt gemischte Architektur, Kinder spielen auf der Erschließungsstraße, hier und da noch unfertige Garagenzufahrten, Handwerker-Fahrzeuge - eine typische Siedlung in den Kinderschuhen.

Alles klar - könnte man denken. Doch das Bauordnungsamt der Stadt hat bei den 55 Bauflächen an der Fritz-Ligges-Straße, an Alfdag- und Lanzenweg mehr als 40 Punkte gefunden, die nicht mit dem rechtskräftigen Bebauungsplan "Br 208" in Einklang stehen: Vollständig plattierte Flächen vor den Häusern, viele versteinerte Geröllgärten, großflächig überbaute Gartenbereiche mit mehreren Nebengebäuden, der erlaubte versiegelte Anteil der jeweiligen Grundstücke teilweise weit überschritten.

Statt Ordnungsverfügungen zu verschicken, hatte das Amt die Idee, die Eigentümer einzuladen und mit ihnen gemeinsam zu besprechen, wie mit diesen Verstößen gegen die Festsetzungen des Bebauungsplanes umzugehen ist. Der Vorschlag fand die Zustimmung von Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka, der Wickeder moderierte dann jetzt auch die nicht-öffentliche Veranstaltung für die Hauseigentümer im gut gefüllten Evangelischen Gemeindehaus Asseln.

Birgit Niedergethmann, zuständige Bereichsleiterin im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, stellte die im Bebauungsplan festgelegten Punkte vor. Mitarbeiterinnen des Bauordnungsamtes waren ebenfalls anwesend.

Es wäre schön gewesen, man hätte noch Mitarbeiter des Tiefbauamtes hinzu gebeten, denn auch die Anwohner hatten einige Problempunkte: So fragten sie nach, warum die öffentlichen Stellplätze, anders als im Bebauungsplan festgeschrieben, keine wasserdurchlässigen Oberflächen erhalten haben, warum die Befestigung des Straßenrandes bis zu 1,50 Meter als massiver Schotterstreifen in die Privatflächen ragt und woher der Höhenunterschied zwischen Straße und Garagenzufahrten kommt.

Fragen, deren Antwort nun die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Brackel über einen Antrag einholen will. Auch die noch nicht erledigten Baumpflanzungen wurden moniert. Birgit Niedergethmann: „Das ist keine Frage: Natürlich muss sich die Stadt genau so an den Bebauungsplan halten wie die Hauseigentümer." Hier muss für Klarheit gesorgt werden.

Umfangreiche Arbeiten werden erforderlich sein

Ein Punkt machte die Politiker nachdenklich: In den Vorgärten dürfen keine Nebengebäude stehen. „Wohin sollen wir mit den Fahrrädern?“, fragten mehrere der Anwesenden. Die verlängerten Garagen sind dafür ungeeignet, steht das Auto unter dem Dach kann man nicht mit Fahrrädern daran vorbei.

Die SPD will diese Bestimmung des Bebauungsplanes nun notfalls durch eine Änderung aufheben. Czierpka: „Wenn man das Radfahren als Alternative zum Auto attraktiver machen will, muss es auch eine einfache Möglichkeit geben, die Räder unterzustellen. Verschlossen und überdacht. Dafür müssen wir sorgen, auch in künftigen Bebauungsplänen.“ Die Befürchtung: Wenn die Garagen zum Abstellen der Fahrräder genutzt werden, stehen noch mehr Autos auf den Straßen.

Und noch einen weiteren Punkt thematisiert die SPD: Durch sehr breite, teilweise die ganze Grundstücksbreite umfassende Gebäudezufahrten konnte die geplante Zahl an öffentlichen Stellplätzen nicht erreicht werden. Künftig soll die Genehmigungsbehörde hier nach Möglichkeit deutlichere Grenzen setzen, denn außerhalb der markierten Flächen ist ein Parken nicht erlaubt und ungeregeltes Zuparken von Mischverkehrsflächen birgt große Gefahren vor allem für die Fußgänger, die ja hier keinen geschützten Gehweg haben. Und da dies auch auf rollschuhlaufende Kinder zutrifft, muss die Fläche frei und übersichtlich gehalten werden!

Das Stadtplanungsamt wird die Anlieger im Neubaugebiet "Kahle Hege" nun anschreiben, damit jeder Haushalt weiß, was zu ändern ist. Die ursprünglich angedachte Frist von drei Monaten konnte Czierpka nach kurzer Zwiesprache mit der Bereichsleiterin auf das Ende des Jahres verlängern. Czierpka: "Wenn Amtsleiter und Dezernent zustimmen, ist das eine gute Regelung, denn bei einigen dürfte die nachträgliche Anpassung an die Festsetzungen des Bebauungsplanes etwas umfangreichere Arbeiten auslösen."

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