Aldi statt Audi: Discounter plant Neubau am Körner Hellweg 10-12 // Gutachten soll Auswirkungen klären

Wenn Hülpert Ende des Jahres mit seinem Audi Zentrum von Körne nach Wambel an die B 1 umzieht, will Discounter Aldi das Areal kaufen, das Autohaus abreißen und hier stattdessen einen 799 m² großen neuen Aldi-Markt errichten.
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  • Wenn Hülpert Ende des Jahres mit seinem Audi Zentrum von Körne nach Wambel an die B 1 umzieht, will Discounter Aldi das Areal kaufen, das Autohaus abreißen und hier stattdessen einen 799 m² großen neuen Aldi-Markt errichten.
  • Foto: Schmitz
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Eine (fast) lückenlose Folgenutzung zeichnet sich ab, wenn Hülpert voraussichtlich Ende 2015 mit seinem Audi-Zentrum aus Körne auf die Wambeler Automeile an der Bundestraße 1 umsiedelt: Discounter Aldi will am Autohaus-Standort am Körner Hellweg 10-12 einen neuen, mehr als doppelt so großen Markt im Stadtteil errichten.

Wie Aldi-Vertreter Ingo Gebhard in der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost berichtete, plant die Aldi Immobilienverwaltung in Datteln, die schon seit anderthalb Jahrzehnten nach einem passenden Ersatzstandort in Körne gesucht hatte für ihren nur 366 m² kleinen Markt am Körner Hellweg 47-49, dem kleinsten Aldi in Dortmund, das Gelände östlich der Freien evangelischen Gemeinde zu kaufen.

Neubau mehr als doppelt so groß wie jetziger Aldi

Das bestehende Autohaus will Aldi abreißen und dort stattdessen einen neuen Markt mit 799 m² Verkaufsfläche bauen. Und sich sogar noch die Option für eine spätere Erweiterung sichern. Hierfür wäre allerdings eine Bebauungsplan-Änderung vonnöten, so Stadtplaner Heinrich Finger in der BV Ost. Auch die Aldi-Mitarbeiterzahl dürfte am neuen Standort von aktuell sechs auf zwölf, später auf 18 ansteigen.

Aldi hatte schon vor geraumer Zeit seinen Markt an der Kaiserstraße in der Oststadt, den in Wambel vor rund zwei Jahren geschlossen und möchte sich mit dem Neubau am Hellweg nun auf der Achse Oststadt-Körne-Wambel neu positionieren.

Nach dem Audi-Umzug hofft Aldi auf einen Baubeginn schon im Frühjahr 2016 und auf die Eröffnung noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft 2016. 61 Kundenparkplätze sollen vor dem Discounter entstehen. Lieferanten- wie Kundenzufahrt sollen vom Körner Hellweg aus erfolgen.

Verkehrliche Belastungen sind zu ermitteln

Ein Gutachten soll indes für Klarheit hinsichtlich der befürchteten verkehrlichen Auswirkungen des Aldi-Neubaus sorgen. Die Stadtverwaltung hegt massive Sicherheitsbedenken, ein Linksabbiegen vom künftigen Markt nach links auf den Hellweg in Richtung Wambel zuzulassen. Andererseits ist zu erwarten, dass sich die zwangsweise nach rechts abbiegenden Kunden einen Weg nach Osten über die Lippstädter, Hallesche und Berliner Straße suchen, um dann an der Hellweg-Kreuzung in Richtung Wambel abzubiegen. Verbunden mit den entsprechenden Belastungen für die Anwohner.

Körner SPD nimmt Bedenken ernst

Die Körner SPD nimmt die bereits durch den „Körner Flurfunk“ verbreiteten Bedenken ernst und hat das Aldi-Projekt auf ihrer Monatsversammlung diskutiert:
Zwar „grundsätzlich gut“ fanden die Genossen den geplanten Aldi-Neubau auf dem Autohaus-Gelände. Die Ausweitung der Verkaufsfläche und die Verdoppelung der Arbeitsplätze stärkten das Nebenzentrum Körne, fasste Körnes SPD-Vorsitender und Ratsvertreter Heinz-Dieter Düdder die Gespräche im Ortsverein zusammen.

Fragen im Detail sieht aber auch die Körner SPD zur Verkehrsanbindung und zu den Auswirkungen auf die Anlieger-Parkplätze. Wegen des Verbots des Linksabbiegens vom Aldi auf den Hellweg in Richtung Osten befürchten die Sozialdemokraten, dass die vom Aldi in Richtung Innenstadt ausfahrenden Autofahrer die nächste Möglichkeit zur Kehrtwende nutzen.

„Die Auswirkungen für die Anlieger wollen wir in engen Grenzen halten“, kündigt Oststdt-Bezirksbürgermeister Udo Dammer, stellvertretender Vorsitzender der SPD Körne, an.

SPD-Bürgerwerkstatt im Sommer geplant

Zudem dürfte der Parkdruck im Viertel nicht nur durch die Aldi-Kunden steigen. 15 Anlieger müssen künftig auf ihren Einstellplatz in der Tiefgarage unter dem jetzigen Audi-Zentrum verzichten. Diese wird wie das Autohaus ebenfalls abgerissen. Laut Körner SPD möchte Aldi acht oberirdische Parkplätze für Anlieger einrichten und verhandele hierüber mit den Genehmigungsbehörden. „Eine Teilentlastung“, so Düdder.

Zur Zeit sei die Diskussion der Verkehrsfragen aber „noch Kaffesatz lesen“, so die Körner SPD. Wenn im Sommer das Verkehrsgutachten vorliegen sollten, wollen sich die Genossen mit den Anliegern im Rahmen einer Bürgerwerkstatt die Karten legen.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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