Angstraum Bahnhof: VCD und Pro Bahn stellen dem Haltepunkt Kurl schlechte Noten aus - Kleine Lösungen könnten aber helfen

Der Tunneldurchgang zu den Gleisen am Haltepunkt in Kurl. "Ein Angstraum", bemängelt der VCD.
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  • Der Tunneldurchgang zu den Gleisen am Haltepunkt in Kurl. "Ein Angstraum", bemängelt der VCD.
  • Foto: Günther Schmitz
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Wo: Bahnhof Kurl, Mühlackerplatz, 44319 Dortmund auf Karte anzeigen

Regionalzüge der Deutschen Bahn wie der Eurobahn halten hier werktags halbstündlich, täglich steigen hier über 2000 Menschen ein und aus. Doch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Fahrgastverband Pro Bahn stellen dem Bahnhof Kurl schlechte Noten aus.

Angstraum Bahnhof. Vor allem der Tunnel und die ÖPNV-Anbindung zwischen Bahn und Bus in Kurl seien bei ihrem Check der 44 Dortmunder Bahn-Haltepunkte besonders negativ aufgefallen, verdeutlichten jetzt die Tester um Julian Lins vor Ort.
Insgesamt 44 Bahnhöfe gibt es in Dortmund, die von S- und Regionalbahnen angefahren werden. Grund genug für VCD und Pro Bahn, abseits der beherrschenden Diskussion über den Zustand des Hauptbahnhofs, auch einmal die zahlreichen kleineren und deutlich weniger frequentierten Haltepunkte auf Herz und Nieren zu überprüfen. Miese Noten gab‘s dabei auch für den Bahnhof Kurl.
Trotz vereinzelter positiver Beispiele wie dem S-Bahn-Halt Möllerbrücke und trotz weniger Bahnhöfe wie Hörde, Oespel und Mengede, an denen aktuell mehr oder weniger fleißig gearbeitet werde, genügten viel zu viele Bahn-Haltepunkte den Ansprüchen an einen modernen und zeitgemäßen Verknüpfungspunkt nicht, verdeutlichte VCD-Sprecher Julian Lins jetzt vor Ort am Mühlackerplatz den Vertretern von Presse, Politik und Verwaltung:
„Diese symptomatische Situation ist auch am Bahnhof Dortmund-Kurl zu beobachten, wo vor allem der Bahnhofstunnel und die ÖPNV-Verknüpfung zwischen Bahn und Bus negativ ins Auge gefallen sind“, bemängelten die Bahnhofs-Tester aus Reihen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und des Fahrgastverbands Pro Bahn. Kleine, schnell zu realisierende Lösungen könnten aber in vielen Punkten den Kurler Bahnhof attraktiver machen, waren sich indes die kritischen Tester und die Vertreter des Stadtbezirks Scharnhorst durchaus einig.

Die Kritikpunkte von VCD und Pro Bahn im Detail:
- Der Bahnhof Kurl sei nicht ausreichend ausgeschildert, das Sackgassenschild an der Mühlackerstraße führe zu Verwirrungen. Verbesserungsvorschlag: Die Beschilderung zum Bahnhof sei zu verbessern; insbesondere an der Kreuzung Plaßstraße/ Mühlackerstraße müsse auf den Bahnhof hingewiesen werden
- Problematisch sei die fehlende Wegeverknüpfung zwischen dem Bahnhof und den beiden Bushaltestellen Kurl Bahnhof und Mühlackerstraße/Kurl Bahnhof. Das fehlende Straßenschild an der Mühlackerstraße erschwere das Auffinden der Haltestelle Mühlackerstraße/Kurl Bahnhof erheblich. Vorschlag: Aufstellung eines Umgebungsplans; Beschilderung der beiden Bushaltestellen.
- Die Erreichbarkeit per Fahrrad und die Fahrradabstellmöglichkeiten am Kurler Bahnhof seien ebenfalls verbesserungswürdig. Vorschlag: Überdachte Plätze vorhalten, einen kleinen Teil der Grünfläche als Fahrradabstellplatz ausweisen.
- Das Bahnhofsgebäude sei marode, aber es sei auch das letzte erhaltene Gebäude mit Jugendstil-Einflüssen in Dortmund. Vorschlag: Klärung der Frage, ob das Gebäude erhalten bleiben kann; entweder aktive Auseinandersetzung mit potenziellen Nachnutzungsmöglichkeiten oder Forcierung des Abrisses.
- Die Unterführung sei ein Angstraum. So gebe es bereits einen Schleichweg zu den Gleisen, wobei allerdings die Gleise überquert werden müssten; hier bestehe Lebensgefahr. Vorschlag: künstlerische Gestaltung der Unterführung mit Graffiti, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.
- Der Bahnsteig könne nicht barrierefrei erreicht werden, ausgetretene Treppenstufen erschwerten die Nutzung. Vorschlag: Einbau eines Aufzugs, Bau eines weiteren Zugangs von der Bahnunterführung Kurler Straße aus (bessere Erschließung der südlichen Bereiche Kurls), auch um durch die offenere Gestaltung des Bahnsteigs die Vandalismusgefahr zu mindern (z.B. wurde im Frühjahr der Fahrkartenautomat geraubt; die digitale Verspätungsanzeige ist defekt).
- Infrastrukturelemente fehlten auf dem Bahnsteig völlig (Beispiele: kein Fahrplan auf dem Bahnsteig, mangelnde Durchsagen, fehlende Tarifinfo, abmontierte Sitzmöglichkeiten). Vorschlag: Die Bahn regelmäßig und vehement auf die Missstände hinweisen und in die Pflicht nehmen, regelmäßige Reparaturen durchzuführen.

Die (politischen) Vertreter des Stadtbezirks Scharnhorst forderten die Tester von VCD und Pro Bahn zudem auf, sich konsequent und intensiv für den Bahnhof Kurl als bedeutender Visitenkarte des Stadtbezirks einzusetzen. Julian Lins merkte an: „Gerade auch kleine und damit finanzierbare Lösungen, die zeitnah umsetzbar sind, können die Aufenthaltsqualität erheblich aufwerten und die Praktikabilität des Bahnhofs Kurl deutlich erhöhen.“

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