Einziehung der Juchostraße: Anlieger bleiben skeptisch

Die skeptischen Mienen der Bürger auf der Info-Versammlung in KHS sprechen Bände...
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Überaus kurzfristig hatte die Stadt die Bürger-Info zur geplanten Einziehung der Juchostraße anberaumt. Dennoch drängten sich 80 KHS-Nachbarn aus Wambel und Körne im Haus der Gartenvereine.

Die Stadt will dem Unternehmen KHS, das zu beiden Seiten der Juchostraße ansässig ist und verschärfte Luftfracht-Sicherheitsauflagen einhalten muss, entgegenkommen und einen Teil der dann gesperrten Verbindungsstraße zwischen Hellweg und Hannöverscher Straße dem Betriebsgelände zuschlagen.
Über 1000 Arbeitsplätze zu sichern ist das eine Anliegen, doch vor Ort sorgt man sich um die steigende Verkehrsbelastung in parallel verlaufenden Wohnstraßen. Und auch benachbarte Gewerbetreibende fürchten die wegfallende fußläufige Erreichbarkeit.
Mit etwa 80 Teilnehmern war die Bürgerversammlung über die geplante Einziehung der Juchostraße für die Firma KHS (der OA berichtete) im Haus der Gartenvereine in Wambel gut besucht.
Der südliche Teil der Juchostraße soll dem Betriebsgelände von KHS zugeschlagen werden, damit diese nicht ihren Status als „Gesicherter Luftfrachversand“ verliert. Eine Brücke oder Unterführung ist laut Unternehmen aus technischen Gründen nicht möglich. KHS lädt jeden zu einer Betriebsbesichtigung ein.
Bei der Präsentation der Planung und des Verfahrens, das unter anderem eine Änderung des Bebauungsplans B143 vorsieht, wurden auch Verkehrs- und Lärmgutachten präsentiert. Laut Umweltamt soll es bei der Luftbelastung auch künftig keine Grenz-überschreitung geben.
Mittelständische Gewerbetreibende aus dem nördlichen Teil der Juchostraße äußerten ihren Unmut darüber, dass sie bisher nicht eingebunden waren. Sie stellten Fragen zur künftigen Anbindung ihrer Betriebe und klagten über die künftig wegfallende fußläufige Erreichbarkeit für ihre Kunden. Ludger Wilde, Leiter des Stadtplanungsamtes, sagte Gespräche mit den Gewerbetreibenden vor Auslegung der Pläne zu.
Heinz-Dieter Düdder, 1. Vorsitzender der SPD Körne, erneuerte die Forderung, die Hannöversche Straße an den öffentlichen Personennahverkehr anzubinden. Die SPD aus dem Nachbarort fordert außerdem einen Lärmschutz und Flüsterasphalt.
Die Anlieger der Alten Straße beklagten sich über den Anstieg des Verkehrsflusses und des Verkehrslärms, der für sie nach der Schließung der Juchostraße zu erwarten ist. Der Verkehr wird laut Gutachten von 3700 auf 5350 Fahrzeug pro Tag ansteigen. Die Lärmbelastung soll im vertretbaren Rahmen bleiben.
Düdder wies auf die schon heute schwierige Situation an der Kreuzung Hannöversche/Alte Straße (am EDG-Recyclinghof) mit der fehlenden Linksabbiegemöglichkeit von der Hannöverschen Straße hin. Er regte an, die Einrichtung eines Kreisverkehrs zu prüfen. Hingewiesen wurde auch auf den engen Straßenquerschnitt der Alten Straße am Hellweg.
Arbeitnehmer von KHS machten ihre Sorgen um die Arbeitsplätze deutlich und forderten von der Politik eine Stellungnahme ein.
Düdder lobte die 40 Millionen Euro Standort-Investition in die etwa 1100 Arbeits- und 83 Auszubildendenplätze. „Es ist doch klar, dass wir Sie nicht hängen lassen. Haben Sie bitte aber auch Verständnis dafür, dass wir die Sorgen der anderen Betriebe und der Anlieger genauso ernst nehmen und von der Verwaltung erwarten, diese zu berücksichtigen“, erklärte er.
Ludger Wilde stellte die Plan-Auslegung für Juli/August 2011 in Aussicht.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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