Kostümverleih Sommer feierte 150-jähriges Bestehen mit Tag der offenen Tür

Beim Tag der offenen Tür im Kostümverleih Sommer zeigten sich Eigentümer Kai Fischer und seine Vorgängerin Karin Sommer (2.v.r.) bei der historischen Modenschau.
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  • Beim Tag der offenen Tür im Kostümverleih Sommer zeigten sich Eigentümer Kai Fischer und seine Vorgängerin Karin Sommer (2.v.r.) bei der historischen Modenschau.
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150 Jahre Kostümverleih Sommer – das muss gefeiert werden: Kai Fischer, seit 2013 Eigentümer des Geschäftes, lud am Samstag (18.10.) zum Tag der offenen Tür.

„Dank des guten Wetters hatten wir viele Besucher. Ich schätze, etwa 750 bis 900 Gäste“, freut sich Fischer, der sich in einem blauen Biedermeier-Anzug präsentierte. Von Theater über Musical bis Modenschau gab es viele Programmpunkte. „Jeder hatte sein Highlight“, so Fischer.

Carl Sommer eröffnete einst Verleih in der Wißstraße 22

Die Geschichte des Kostümverleihs geht bis ins 19. Jahrhunderte zurück: Vor 150 Jahren eröffnete Carl Sommer den heute im TRD-Centrum am Rande der Oststadt ansässigen Kostümverleih. Er spezialisierte sich auf die Vermietung von Uniformen. Mit seinem Sinn für die geschichtliche Vergangenheit schuf er die erste Kostümwerkstatt, fertigte und lieferte stilechte Uniformen aller Jahrhunderte, Ritterrüstungen, Rokoko- und Biedermeier-Trachten.

Mit 79 Jahren verstarb Carl Sommer und sein Sohn Oskar übernahm im Jahr 1913 das Geschäft. Er lieferte inzwischen ganze Theaterausstattungen für Schauspiele, Opern und Operetten. Der Fundus umfasste viele tausend Stücke. Er erweiterte das in der Wißstraße 22 liegende Geschäft nach dem Ersten Weltkrieg mit neuer Ausstattung. In den goldenen 20er-Jahren bekam der Kostümverleih eine neue Geltung.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Dann brach der Zweite Weltkrieg aus, der alles zerstören sollte. Der Versand wurde schwieriger und es fehlte an Materialien. Dreimal wurde das Geschäft zerbombt und im April 1944 sank es mit dem alten Dortmunder Markt endgültig in Schutt und Asche. Der kostbare Fundus war restlos vernichtet, Oskar Sommer in Kriegsgefangenschaft, Haus und Grundstück mit allen Werten vernichtet. Es erschien aussichtslos.

Doch Gattin Ilse Sommer legte den Grundstein zum Neuaufbau. Im Jahr 1948 kehrte Oskar Sommer wieder heim, die Theater fingen wieder an zu spielen und der Kostümverleih war erster Lieferant für die kaum zu beschaffende Ausstattung für mehr als 20 deutsche Bühnen. Sogar den „Hauptmann von Köpenick“ mit Heinz Rühmann oder den „Schindehannes“ mit Curd Jürgens stattete der Verleih aus. 1949 wurde mit dem Aufbau des zerstörten Hauses in der Wißstraße 22 begonnen und 1950 zogen die Kostümwerkstätten wieder ein.

1992 Umsiedlung in die Körnebachstraße

Im Jahr 1992 siedelte der Verleih, der inzwischen von Gerald und Karin Sommer geführt wurde, in die Körnebachstraße um, in der er bis 2013 ansässig war. 1998 wurde durch einen Brand fast die gesamte Herrenabteilung vernichtet.

Kai Fischer kaufte den Kostümverleih 2013

Kai Fischer, der 2013 den Verleih kaufte, kümmert sich nun mit seinen beiden Mitarbeiterinnen Birgit Münz und Theresa Wyrwol um an die 10.000 Kostüme, Schuhe, historische Waffen und weitere Accessoires.

Die Kostümwelt ist seit Juli 2013 in der Körnebachstraße 72 beim TRD-Centrum ansässig. Darunter sind neben mittelalterlicher Kleidung nebst den dazugehörigen Waffen auch Kostüme für Superman, Batman oder Schneewittchen. Bis in die 60er-, 70er-, und 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts reichen die Kostüme.

2013 hatte es hier zur Eröffnung schon einmal ein sehr erfolgreichen Tag der offenen Tür gegebene. Und die regelmäßigen „Ladies Nights“ sind meist sofort ausgebucht sind. Und das Geschäft läuft: Mittelalter-Hochzeiten und Motto-Partys sind momentan groß in Mode und Anlässe für Verkleidungen gibt es im Jahr zahlreich. Neben Halloween und Karneval sind dies inzwischen auch Weihnachten und Ostern.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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