DGB Dortmund empört über Aussagen von Wizz Air-Chef Varadi
"Flughafen wird zum Standort von Heuschrecken-Kapitalismus"

Dortmunds DGB-Vorsitzende Jutta Reiter übt scharfe Kritik.
  • Dortmunds DGB-Vorsitzende Jutta Reiter übt scharfe Kritik.
  • Foto: DGB Dortmund-Hellweg
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Ver.di und die anderen Dortmunder DGB-Gewerkschaften sind empört über die Aussagen des Chefs der ungarischen Billig-Airline Wizz Air, Jozsef Varadi, hinsichtlich seines Umgangs mit Gewerkschaften.

Dazu Jutta Reiter, die Vorsitzende des DGB Dortmund: „Nicht Gewerkschaften zerstören die Gesellschaft, sondern Unternehmen, die auf Kosten der Beschäftigten ihre Wettbewerbssituation verbessern wollen! Genau das haben alle ‚Geiz ist Geil‘ Branchen gemeinsam.“

Für die DGB-Gewerkschaften ist es dringend an der Zeit, dass Rahmenbedingungen in Deutschland, aber auch in Europa geschaffen werden, durch die gute Arbeitsbedingungen gestärkt werden.

„Als Gewerkschaften haben wir bisher den regionalen Flughafen in Dortmund in seiner Bedeutung geschätzt und wissen, dass Tarifbindung und Sozialpartnerschaft hohe Güter für den Flughafen sind. Das Anteilseigner des Flughafen es jetzt zulassen, dass der Flughafen zum Standort von Heuschrecken-Kapitalismus wird, schockiert uns. Wir erwarten, dass dieser Vorgang geklärt wird. Letztlich entscheidet die Stadt, wem sie ihre Dienstleistungen verkauft.“ so Reiter weiter.

Auch die Dortmunder Grünen hatten bereits letzte Woche scharfe Kritik geübt: „Bei den Verantwortlichen am Flughafen sollten nach diesem Satz die Alarmglocken schrillen. Statt Silberstreif drohen da doch eher sehr dunkle Wolken – sowohl für den Flughafen als auch für die Mitarbeiter*innen.“  Grünen-Fraktionssprecherin Ingrid Reuter sieht darin eine "Brüskierung der Beschäftigten bei Wizz Air und am Flughafen". Es stelle sich die Frage, wie sich die Geschäftsführer des Flughafens und der DSW21 vor diesem Hintergrund eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Unternehmen vorstellen, wundert sich Reuter

Zum Hintergrund: In einem Interview im „Aero Telegraph“ hatte Wizz Air-Chef Jozsef Varadi auf eine Frage nach seiner Haltung zu Gewerkschaften gesagt: „Gewerkschaften zerstören das Geschäft. Das ist auch eines der Probleme bei Lufthansa. Wenn die Gewerkschaften versuchen, uns zu erwischen,
dann schließen wir einfach die Basis und ziehen weiter. Das ist das Schöne bei einer Airline, die so flexibel ist wie unsere: Wir können einfach unsere Flugzeuge zu einem anderen Flughafen verlegen.“

Mitte Juni hatten der Flughafen Dortmund und Wizz Air angekündigt, dass ab August drei Wizz-Air-Maschinen in Wickede stationiert werden und zahlreiche neue, vor allem touristische Destinationen angeboten werden sollen.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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