Nachfolger von Udo Mager gefunden: Ludger van Bebber wird neuer Chef am Flughafen Dortmund
Geschäftsführer des Flughafens Weeze wechselt im Spätsommer 2020 nach Wickede

Flughafen-Geschäftsführer Udo Mager (l.) und sein Nachfolger Ludger van Bebber.
  • Flughafen-Geschäftsführer Udo Mager (l.) und sein Nachfolger Ludger van Bebber.
  • Foto: Flughafen Dortmund/Hans Jürgen Landes
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Ludger van Bebber wird neuer Geschäftsführer der Flughafen Dortmund GmbH. Das hat die Gesellschafterversammlung am Freitag (13.3) beschlossen.

Der 56-jährige Wirtschaftsingenieur wird im Spätsommer 2020 vom Flughafen Weeze, dessen Geschicke er seit September 2004 leitet, zum Airport21 nach Wickede wechseln und dort die Nachfolge des aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Udo Mager antreten. Mit ihrer Entscheidung folgten die Gesellschafter der Auswahl durch eine vierköpfige Findungskommission und der Empfehlung des Aufsichtsrates.

„Wir haben eine Reihe von Kandidaten sehr gewissenhaft unter die Lupe genommen und sind zutiefst überzeugt, mit Ludger van Bebber die bestmögliche Lösung gefunden zu haben“, sagt Guntram Pehlke. Als Vorstandsvorsitzender der Flughafen-Mutter DSW21 und Aufsichtsratsvorsitzender des Airports stand Pehlke auch der Findungskommission vor. Ihr gehörten außerdem die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Stegmann, zugleich Vorsitzender des Flughafen-Betriebsrates, Hendrik Berndsen (SPD) und Manfred Sauer (CDU) an.

"Profunder Kenner der Flugbranche"

„Ludger van Bebber bringt genau die Eigenschaften und Qualifikationen mit, die es braucht, um die außerordentlich erfolgreiche Arbeit von Udo Mager fortzusetzen“, so Guntram Pehlke. Der künftige Geschäftsführer sei „ein profunder Kenner der Flugbranche“, der über „viel Erfahrung und ein großes Netzwerk“ verfüge. Den Flughafen Weeze habe van Bebber „durch sehr schwierige Zeiten geführt“ und dabei – zunehmend wichtig am Airport21 – auch das Nebengeschäft (NonAviation) erfolgreich entwickelt. Dank jahrelanger Zusammenarbeit auf der Verbandsebene kenne der neue Mann die Dortmunder Themen und könne „sofort loslegen“.

Flughafen-Betriebsratsvorsitzender Thomas Stegmann, begrüßt die Entscheidung „ausdrücklich“. Van Bebber sei „ein Mann vom Fach: Er versteht alle betrieblichen und operativen Abläufe eines Flughafens, verfügt bereits über ein starkes Netzwerk in der Branche und kennt relevante EU-Vorgaben und Vorschriften“. Stegmann ist „sicher, dass der künftige Geschäftsführer den eingeschlagenen Weg der wirtschaftlichen Konsolidierung fortsetzen wird und es versteht, die Belegschaft des Flughafens in diesen Prozess einzubinden“.

Ludger van Bebber sieht den Flughafen Dortmund, der 2019 mit 2,72 Millionen Fluggästen einen neuen Passagierrekord aufstellte und das Ergebnis auf minus 10,4 Millionen Euro verbesserte, „gut aufgestellt“. Gerade „die Lage mitten im Ballungsraum ist spannend und bietet gute Perspektiven für die weitere Entwicklung“.

Van Bebber ist ein Kind des Ruhrgebiets

Der Nachfolger Magers ist ein Kind des Ruhrgebietes. Als jüngstes von sieben Kindern in Duisburg geboren absolvierte Ludger van Bebber zunächst eine Schreiner-Lehre und studierte anschließend in Saarbrücken Wirtschaftsingenieurwesen. Nach ersten Erfahrungen mit Produktmanagement und -marketing in einem Maschinenbau-Unternehmen wurde er Mitte der 1990er-Jahre zum Geschäftsführer der Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH (KKB) bestellt. Die kommunal getragene und privatwirtschaftlich organisierte Gesellschaft ist für sämtliche Neubau- und Unterhaltungsmaßnahmen bei Immobilien und Straßen zuständig. Sie begleitete aber auch relevante Strukturwandelprozesse. So etwa nach dem Abzug der britischen Rheinarmee die Entwicklung des früheren Militärgeländes zum Flughafen Weeze.

Als van Bebber im September 2004 als einer von zwei Geschäftsführern interimshalber an den Airport delegiert wurde, um dort den Aufbau zu begleiten, war dieses Gastspiel eigentlich auf zehn Monate befristet. Ein Jahr später war er alleiniger Geschäftsführer – und ist es bis heute. In den 15 Jahren seiner Tätigkeit hat er nicht nur die Turbulenzen der Branche und die regulativen Herausforderungen gemeistert. Van Bebber hat darüber hinaus auch außergerichtliche Einigungen mit den Klägern gegen den Betrieb des Flughafens Weeze erzielt.

Unter Udo Mager sämtliche EU-Verfahren abgeschlossen

„Die Startvoraussetzungen für Ludger van Bebber sind gut. Udo Mager hat die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt“, sagt DSW21Vorstandsvorsitzender Guntram Pehlke. So konnten unter der Leitung von Mager, der seit Juli 2013 als Geschäftsführer für den Dortmund Airport verantwortlich zeichnete, sämtliche EU-Verfahren abgeschlossen werden. Im Frühsommer 2019 genehmigte die EU-Kommission in Brüssel das Zukunftskonzept 2023, in dem der Flughafen u.a. nachvollziehbar und glaubwürdig dargestellt hat, wie er die Vorgabe umsetzen wird, spätestens bis Ende 2023 im operativen Geschäft eine schwarze Null zu schreiben. Ebenfalls im vergangenen Jahr stufte der nordrhein-westfälische Landtag den Airport zum „Landesbedeutsamen Flughafen“ hoch.

Zudem hat sich der Bundesverkehrsminister nach langen und intensiven Diskussionen dafür ausgesprochen, den betroffenen Flughäfen für die Benachteiligung bei den Kosten der Flugsicherung einen Ausgleich zu gewähren. Auch die Erweiterung der Betriebszeiten und die kontinuierliche Verbesserung der Betriebsergebnisse fallen in Magers Amtszeit. Darüber hinaus war der Dortmund Airport 2019 aktuell der wachstumsstärkste Flughafen in Deutschland (+ 19 %).

„Diese Erfolgsgeschichte ist überaus beeindruckend und im Wesentlichen der Arbeit von Udo Mager zuzuschreiben“, sagt Guntram Pehlke. „Wir freuen uns darauf, ihr unter der Führung von Ludger van Bebber weitere Kapitel hinzuzufügen.“

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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