Friseur-Innung fordert im offenen Brief an den NRW-Ministerpräsidenten Laschet, Hygieneauflagen zu überdenken und anzupassen
"Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahren"

Friseur-Obermeister Frank Kulig.
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In einem Offenen Brief hat sich die an der Langen Reihe in Körne ansässige Friseur-Innung Dortmund und Lünen an den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet gewandt.

In dem Schreiben schildern Innungs-Obermeister Frank Kulig und Geschäftsführer Ludgerus Niklas die für das Handwerk zunehmend untragbare Arbeitssituation durch die hohen Hygieneauflagen in den Betrieben.

Spannungen und Missverständnisse unter Handwerkskollegen, aber auch unter Inhabern und Mitarbeitern sowie unter Mitarbeitern und Kunden würden zunehmend registriert, so die Innungsvertreter. Das sei nicht nur in der eigenen Region, sondern auch in benachbarten Wirtschaftsregionen und nach Einschätzung der Handwerker in ganz Nordrhein-Westfalen so.

"Unser Anliegen ist es, die für alle Friseurbetriebe belastende Arbeitssituation so schnell wie möglich zu überprüfen und so weit wie möglich den tatsächlichen aktuellen Erfordernissen anzupassen", schreibt die Innung und spricht damit ein Thema an, das derzeit in der gesamten Friseurbranche, unabhängig ob organisierte oder nicht organisierte Unternehmen, diskutiert wird.

Nachdem das Land Nordrhein-Westfalen zwischenzeitlich viele Lockerungen in gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen zugelassen habe, fühle man sich in der Friseurbranche vergessen, so der Brief: „Viele von uns halten es für unlogisch, dass wir mit Trennwänden und doppeltem Mundschutz für Kunden und Mitarbeiter arbeiten müssen, während im Café nebenan Menschen ohne Mundschutz am Tisch mit enger Bestuhlung zusammensitzen.“

Selbst Kontaktsportarten mit 30 Personen in geschlossenen Räumen und größere Veranstaltung bis 150 Personen seien wieder erlaubt. Warum dann Kunden bei einem Friseurbesuch immer noch vor einer Infektion mit strengsten Maßnahmen geschützt werden müssten, sei nicht ersichtlich und widerspreche dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

Die Mindestabstände in den Salons verringerten zusätzlich die ohnehin bereits begrenzten Kapazitäten, Trennwände und Mundschutz schafften erschwerte Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Schon jetzt müssten Salons, um die Kundenströme mit Abstandsregeln hygienisch zu leiten, Wartegelegenheiten außerhalb der Geschäfte errichten – ein unhaltbarer Zustand in der kommenden kalten und regnerischen Jahreszeit.

Bitte um Runden Tisch zu Hygienemaßnahmen

„Wir halten es für dringend an der Zeit, die Schutzmaßnahmen in unseren Betrieben zu überdenken und den aktuellen Erkenntnissen und örtlichen Infektionszahlen anzupassen“, schreiben Obermeister und Geschäftsführer im Namen der Innungsbetriebe an den Ministerpräsidenten und bitte diesen um Hilfe.

„Bringen Sie jetzt die Entscheider und Experten in Organisationen und Institutionen sowie die zuständigen Ordnungsbehörden überregional an einen Tisch, um eine klärende Debatte über den weiteren Umgang mit den Hygienevorschriften in den Friseurbetrieben zu initialisieren”, so die Bitte der Friseure.

Die Innung sei sicher, dass die Branche auch im Sinne der Gesundheit der Kunden weiterhin alles tun werde, um in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen die Eindämmung des Coronavirus voranzutreiben. Maßnahmen müssten allerdings nachvollziehbar, zeitgemäß und verhältnismäßig sein.

Friseur-Obermeister Frank Kulig.
Innungs-Geschäftsführer Ludgerus Niklas.
Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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