Kommunalwahl Dortmund 2020: Erste Ergebnisse
Thomas Westphal geht in die Stichwahl - Grünen sind "Gewinner" im Rat - Schlangen vor den Wahllokalen

Die drei stärksten OB-Kandidaten am Sonntag: Thomas Westphal (links, SPD) freute sich nach den ersten Ergebnissen über den sicheren Platz in der Stichwahl . Daniela Schneckenburger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) freut sich über das Abschneiden der Grünen und Dr. Andreas Hollstein (CDU) wird höchstwahrscheinlich in der Stichwahl gegen Westphal antreten.
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  • Die drei stärksten OB-Kandidaten am Sonntag: Thomas Westphal (links, SPD) freute sich nach den ersten Ergebnissen über den sicheren Platz in der Stichwahl . Daniela Schneckenburger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) freut sich über das Abschneiden der Grünen und Dr. Andreas Hollstein (CDU) wird höchstwahrscheinlich in der Stichwahl gegen Westphal antreten.
  • Foto: Collage: Schmälzger
  • hochgeladen von Holger Schmälzger

Keine Prognosen gab es nach der Kommunalwahl in Dortmund - sondern die vorliegenden Teilergebnisse wurden direkt nach dem Auszählen veröffentlicht. Als die erste digitale Nachricht ins Rathaus flatterte, zeichnete sich bei der Oberbürgermeisterwahl klar ab: SPD-Kandidat Thomas Westphal wird nicht die absolute Mehrheit bekommen, aber als stärkster OB-Kandidat sicherlich in die Stichwahl gehen. In Sachen Ratswahl wurde dann auf der grünen Seite der Wahlveranstaltung im Rathaus ordentlich gejubelt. Denn die GRÜNEN sind nach 576 von 671 Ergebnissen knapp zweitstärkste Kraft im Rat.

Update Hier geht es zu den vorläufigen Ergebnissen
 
Zu den ersten Ergebnissen im Rat bilanzierte OB-Kandidat Dr. Andreas Hollstein (CDU): "Gewinner sind die Grünen, die beiden großen Parteien CDU und SPD haben Stimmen verloren." Was sich auch schnell an den ersten Ergebnissen ablesen ließ. Die CDU ist vielleicht nur noch drittstärkste Kraft im Dortmunder Rat. Der Jubel bei den GRÜNEN deshalb entsprechend groß. Die SPD bleibt die Nummer eins im Rat - aber erneut mit Verlusten. Vielleicht sogar mit einem historisch schlechten Endergebnis.

Es zeichnet sich außerdem ab, dass Hollstein mit den zweitmeisten Stimmen Herausforderer Westphals bei der OB-Stichwahl in 14 Tagen sein wird.

Westphal selbst freute sich zunächst über sein Abschneiden und gab sich auch bei den ersten Ergebnissen im Rat positiv: "Wir sind auf jeden Fall zufrieden. Wir sind wieder die stärkste Kraft und werden auch in zwei Wochen wieder als Sieger vom Feld gehen", so Westphal zur kommenden OB-Stichwahl. 

OB-Kandidatin der GRÜNEN, Daniela Schneckenburger, sprach von einem grandiosen Wahlabend für die Grünen.

Um 20.30 Uhr ergab sich dann folgendes Bild bei den Ergebnissen (507 von 671):

Oberbürgermeisterwahl
Thomas Westphal (SPD) 36,07
Dr. Andreas Hollstein (CDU) 26,85
Daniela Schneckenburger (GRÜNE) 21,21
Utz Kowalewski (DIE LINKE) 4,19

Ratswahl (in Klammern das Ergebnis von 2014):
SPD 30,36 (38,2)
CDU 23,69 (27,2)
GRÜNE 24,15 (15,4)
DIE LINKE 5,22 (6,8)
AfD 5,29 (3,4)
Sonstige 11,30

Bezirksvertretungswahl (Stand 21 Uhr):
SPD 30,13
GRÜNE 25,49 
CDU 23,79
DIE LINKE 5,40
Sonstige 15,20

RVR-Wahl (Stand 21.10 Uhr)
SPD 28,44
CD 22,92
GRÜNE 25,45
DIE LINKE 5,02
AfD 6,04
Sonstige 12,12

Bei der Kommunalwahl am Sonntag waren alle Wahlberechtigten in Dortmund aufgerufen, sich an den Wahlen zu beteiligen. Die Beteiligung war hoch (Stand 20.30 Uhr: 56,16 Prozent).

Wahlleiter Norbert Dahmen zeigte sich schon früh sehr zufrieden mit der Wahl in Dortmund und gab um 19 Uhr ein Update im Rathaus, in dem er bestätigte dass das Briefwahlzentrum gut arbeite: "Wir haben ein verdammt gut aufgestelltes Briefwahlteam, eine hoch motivierte Truppe mit viel Erfahrung, die auch sehr zügig heute auszählt." Nach der OB-Wahl folgten mit der Auszählung die Ratswahl, danach die Wahl der Bezirksvertretungen, gefolgt von der RVR-Wahl und abschließend die Integrationswahl.

Briefwahlzentrum 2020

Rund 2.300 Wahlfer waren im Briefwahlzentrum beschäftigt um die Wahlergebnisse zu ermitteln. Insgesamt waren 5.300 Wahlhelfer in Dortmund im Einsatz.

Das Briefwahlzentrum sei ein Novum für Dortmund, unterstrich Dahmen. Bei früheren Wahlen seien die Briefwahlzentren dezentral in der Stadt in Klassenräumen verteilt gewesen. "Das ist dieses Mal wegen Corona nicht möglich gewesen. Deshalb sind wir auf die Messehallen ausgewichen", erläuterte er. Die Reaktion des Wahlorganisationsteams sei gewesen: "Herr Dahmen, bitte nie wieder anders!" Der Vorteil sei, dass in den Westfalenhallen viel besser organisiert werden könne und keine Informationen verloren gingen. "Die Westfalenhallen Dortmund waren ein hervorragender Organisator", so der Wahlleiter.

Schlangen bildeten sich vor Wahllokalen

Wahlorganisator Manfred Kruse war bereits seit 7 Uhr morgens im Einsatz und hatte in der Zeit drei Wahlräume besucht: "Das hing unter anderem damit zusammen, dass es eine Schlangenbildung von 30 Metern in einem Wahllokal in Körne gab und man nicht wusste, woran das lag. Unter Corona-Bedingungen ist das aber normal, die Leute halten tatsächlich Abstand. In diesem speziellen Wahlraum war es sehr beengt, es werden immer nur zwei Personen in den Wahlraum gelassen. Die anderen warten im Vorbereich. Es ist alles in Ordnung."

Für alle 386 Bereiche hatte Wahlleiter Norbert Dahmen Wachpersonal angefordert. Auch das habe fast überall funktioniert, außer bei vier Wahlräumen, so Kruse: "Hier haben wir aber mit dem Wahlvorstand zusammen Lösungen gefunden, damit auch dort ein geregelter Zutritt möglich ist."

Infektionsschutz in den Wahlräumen

In Coronazeiten eine Wahl zu organisieren, ist eine besondere Herausforderung. Wahlleiter Norbert Dahmen stellte fest, dass die Stimmung unter den Wahlhelfer gut sei. So habe man zum Infektionsschutz in den Wahlräumen hohe Spukschutzwände installiert und für Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel gesorgt. "Es läuft alles wie am Schnürchen, ich konnte mit vielen Menschen sprechen", freute sich Dahmen, der über den Tag etliche Wahllokale besucht hat.

Um einen reibungslosen Ablauf des Wahltages zu gewährleisten, wurde bereits vor Weihnachten eine Urlaubssperre verfügt für die Woche vor der Wahl, "einfach damit viele Mitarbeiter hier als Wahlhelfer fungieren können", so Dahmen. Außerdem habe man die Bezirksregierung Arnsberg kontaktiert, um an Lehrer mit Hauptwohnsitz in Dortmund herantreten zu können, genauso wie die Finanzverwaltung, um möglichst viele Helfer einberufen zu können. "Dabei sind natürlich die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes vorrangig in der Pflicht. Wir haben diesmal die Besonderheit, dass wir keine älteren Wahlhelfer nehmen konnten. Das gehört zur Prävention. Wir haben gesagt, wer vulnerablen Gruppen angehört, soll besser nicht als Wahlhelfer fungieren.“

Ein besonderes Lob sprach Dahmen dem städtischen Wahlorganisationsteam aus: "Es hat eine verdammt gute Vorbereitung geleistet und sehr viele Ideen gehabt und überlegt, was alles passieren und schiefgehen kann unter Corona." Auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, so Dahmen, ließe ihn als Wahlleiter entspannt sein: "Ich fühle mich bei diesem Wahlteam in sehr, sehr guten Händen. Wenn ich höre, wie wenig nicht geklappt hat, bin ich sehr zufrieden."

Autor:

Holger Schmälzger aus Dortmund-Süd

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