Sprachtherapie zum Schulbeginn

Jeder vierte Junge in Westfalen-Lippe erhielt im vergangenen Jahr rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie.
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  • Foto: Foto: AOK/hfr.
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DORTMUND. Für viele Schulanfänger heißt es nicht nur lesen, rechnen und schreiben zu lernen, sondern auch das richtige Sprechen: 26 Prozent der sechsjährigen Jungen in Westfalen-Lippe erhielten im vergangenen Jahr rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie

.
Bei den gleichaltrigen Mädchen waren es 17,6 Prozent. Das belegt der aktuelle AOK-Heilmittelbericht 2016. „Die Zahlen können als Hinweis verstanden werden, dass viele Kinder heute offensichtlich Expertenhilfe benötigen, um die schulischen Herausforderungen meistern zu können“, so Tom Ackermann, Vorstandschef der AOK NORDWEST
Sprachtherapien werden überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. Im Alter von fünf bis sieben Jahren ist die Inanspruchnahme am höchsten. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig bei den sechsjährigen Kindern, sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Verordnungswerte bei den Sechsjährigen schon seit längerem auf einem sehr hohen Niveau eingependelt haben.

Diskussion um Ursachen

Nach der Zeit des Schuleintritts wird der Anteil der Kinder, die eine Sprachtherapie erhalten, geringer. Über die möglichen Ursachen der sprachtherapeutischen Behandlungen rund um den Schuleintritt wird in der Fachwelt seit Jahren diskutiert. Eine Erklärung ist, dass sich die in diesem Alter angemessenen Fähigkeiten verschlechtert haben.

Wandel der Anforderungen

Gleichzeitig wird aber auch ein Wandel der Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder beobachtet, so wie auch ärztliches Diagnoseverhalten und Therapiemöglichkeiten kontinuierlichen Veränderungsprozessen unterliegen.

Schon früh vorbeugen

„Auch wenn Sprachtherapien helfen können, Defizite der kindlichen Umwelt zu bewältigen, sollten Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden. Damit kann Entwicklungsstörungen schon in frühen Jahren vorgebeugt werden“, so Ackermann.

Mehr Ratgeberbeiträge auch auf unserer Themenseite: Gesundheit in Dortmund

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Autor:

Lokalkompass Dortmund-Süd aus Dortmund-Süd

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