Augen auf bei der Mülltrennung
Warum Plastiktüten nicht in die Biotonne gehören!

  • Foto: Symbolbilder - Manfred Richter & Hans Braxmeier (Pixabay)
  • hochgeladen von Sebastian Everding

In Dortmund landen wie in vielen anderen Städten die Inhalte der Biotonnen, bestehend aus den Küchen- und Gartenabfällen vieler Haushalte, in zentralen Sammelwerken, um daraus Kompost oder Biogas herzustellen. Doch die Entsorgungsbetriebe schlagen Alarm, denn immer mehr Plastiktüten und andere „Störstoffe“ landen im Bioabfall.

Die Folgen

Zum einen erfordern die Fremdstoffe einen hohen Sortieraufwand, bei dem der gesamte Biomüll über Förderbänder geschickt und abgesiebt werden muss. Diese aufwendigen technischen Vorgänge kosten hohe Geldsummen, welche sich in stetig steigenden Abfallgebühren bemerkbar machen und zum anderen können selbst aufwendigste Verfahren nicht garantierten, dass kleinste Plastikreste (Mikroplastik) im Kompost landen und so in der weiteren Folge auf Feldern, Äckern und dem heimischen Gemüsebeet. Der Weg in den Nahrungskreislauf und somit unserer aller Essen ist dann nicht mehr weit.

Bioplastik keine Lösung

Immer mehr Menschen nutzen Tüten aus biologisch abbaubarem Kunststoff für ihre Küchenabfälle, doch auch diese haben im Biomüll nichts verloren!

In den letzten Jahren kamen immer mehr solcher Kunststoffe auf den Markt und finden vor allem in Beuteln für Bio-Abfälle ihre Verwendung. Was zunächst logisch klingt ist jedoch ein Trugschluss, denn im Kompostierwerk wird "kompostierbarer" Kunststoff mitnichten zu wertvollem Kompost. Hierfür dauert der Zersetzungsprozess schlichtweg zu lang. Laut Euro-Norm müssen sich "kompostierbare" Plastiktüten nach zwölf Wochen zersetzt haben. Aber nur zu mindestens 90 Prozent und das in Stückchen, die kleiner als zwei Millimeter sind. Erst nach sechs Monaten müssen dann 90 Prozent der Tüte komplett verschwunden sein.

Doch so viel Zeit haben die Bakterien im Kompostierwerk nicht, denn der dort produzierte Kompost muss in vier bis maximal fünf Wochen verkaufsfertig sein. Und selbst wenn die Bakterien mehr Zeit hätten, wäre wenig gewonnen, denn die sogenannten Biokunststoffe zerfallen lediglich in Wasser und CO2 und nicht etwa in wertvollen Humus. Sogar das Umweltbundesamt empfiehlt aus diesem Grund, kompostierbare Plastiktüten nicht zu kompostieren (auch nicht auf dem Kompost im eigenen Garten) – sondern im Restmüll zu entsorgen.

Die pragmatische Lösung

Nutzen Sie alte Einkaufs- oder Papiertüten und geben diese nach der Entleerung des Inhalts direkt in die, meist in der Nähe stehende, Restmülltonne - Oder noch besser: Verwenden Sie spezielle Sammelbehälter ohne Tüte und entleeren Sie den Inhalt ebenfalls direkt in die Biotonne.

Link: Informationen zum Bioabfall bei der EDG

Autor:

Sebastian Everding aus Dortmund-Süd

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