Das Rätsel vom Phoenix-See - ungelöst. Aber: Ganz Hörde staunt über Moby Dick

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Das Bild schickte uns ein Leser, der Freitagabend (22. Juli) am See spazieren ging. Es löste jede Menge Spekulationen aus. (Foto: privat)
 
Vom Phoenix-See inspiriert: Anne Köck (10), Schülerin der Weingarten-Grundschule. (Foto: privat)
Was schwimmt da im Phoenix-See? Es wird wohl für immer ein Rätsel bleiben, was ein Süd-Anzeiger-Leser an einem grauen, stürmischen Freitagabend (22. Juli) am See fotografiert hat.

Die Aufnahme hat für Gesprächsstoff gesorgt und jede Menge Spekulationen: Hat sich ein Hai in das Gewässer verirrt? Oder hat Hörde gar ein Ungeheuer wie „Nessie“ in Loch Ness? Oder hat sich jemand einen Spaß erlaubt?
Die meisten unserer Leser tippten auf einen Spaßvogel. Etwa Mirco Leutz mit seiner U-Boot-Theorie. „Hier hat jemand auf ein Modell-U-Boot eine Flosse montiert und es seine Runden drehen lassen“, so seine Vermutung. Auf die Attrappen-Theorie setzte Hans Kischel: „Ein Plastik-Hai“, sagte er und legte ein ähnliches Bild wie das vom Phoenix-See als Beweis vor, das er vor zwei Jahren in Alkmaar an der Nordsee gemacht hatte.

Auch Süd-Anzeiger-Leser Mark Thomas favorisierte die Attrappen-Theorie. Auf lokalkompass.de schrieb er: „Ich kenne fast jede Haiart und kann sie auch nur anhand der Rückenfinne erkennen. Der einzige Hai, der auch in Süßwasser-Flüssen oder -Seen vorkommt und für Angriffe auf Menschen bekannt ist, ist der Sambesi, auch unter dem Namen Bullenhai bekannt. Diese Haiart besitzt jedoch eine fast dreieckige Flosse, dies auf dem Bild ist aber eher eine zum Schmunzeln anregende Version.“

Dem unterhaltsamen Spuk endlich ein Ende zu bereiten fordert Süd-Anzeiger-Leserin Sonja Schenkowski. „So langsam fiebert es sich für mich aus“, schreibt sie auf lokalkompass.de. Auch wir ziehen jetzt einen Schlussstrich. Und Sonja Schenkowski ergänzt: „Das Schöne aber daran ist zu sehen, was für unterschiedliche Eindrücke zustande kommen.“

In der Tat scheint der Phoenix-See immer wieder die Phantasie der Menschen zu beflügeln - so wie Anne Köck, Schülerin der Hörder Weingartenschule mit ihrer Geschichte vom Phoenix-See und Moby Dick...

Nach der ungeheuerlichen nun eine
eine phantastische Geschichte...

Im Unterricht haben sich Schüler der Weingarten-Grundschule ein Jahr lang mit Hördes Geschichte beschäftigt. Auch mit dem Phoenix-See.

Unter Anleitung der Dortmunder Medienpädagogin Eva Helmsorig haben die Kinder sogar ein eigenes Buch verfasst - mit Geschichten und Bildern. Eine Geschichte ist die von Anne Köck. Doch lesen Sie selbst...

„Gerade segelte Ann Clever wieder von einer langen Reise auf dem Ozean zurück auf den Phönix-See. Dort wollte sie sich von ihrer langen Reise erholen. Es vergingen drei Tage und alles war wie immer in ihrer Lagune im Phönix-See, die noch niemand gefunden hatte: blaues, friedliches Wasser und weißer Sand, auf dem Palmen standen.

Am vierten Tag aber hörte sie nachts ein lautes Rauschen. Eine Minute später wurde sie von einem ohrenbetäubenden Schlag auf dem Wasser hellwach! Sie hatte aber keine Lust darauf nachzusehen, was da vor sich ging, und blieb in ihrer Hängematte liegen.

Am nächsten Tag jedoch fuhr sie stundenlang auf dem See herum, weil sie unbedingt wissen wollte, was dieser Lärm auf dem Phönix-See zu bedeuten hatte. Auch am Tag darauf segelte sie mit der „Flotten Phönix“ (so hieß ihr Schiff) unglaublich lange auf dem See herum.

Plötzlich tauchte neben ihrem Schiff, sie traute ihren Augen nicht, der erfundene Moby Dick, der weiße Pottwal auf. Sie rief ihrer Mannschaft zu: „Fangt ihn, aber zack, zack! Und ohne ihn zu töten!!!!

Am nächsten Morgen war der Wal endlich gefangen und in ein abgetrenntes Stück See gesperrt. Ann Clever ging zu ihm und stellte sich ihm vor. (Sie hatte nämlich eine total verrückte Idee).

Der Wal schlug acht Mal mit seiner Schwanzflosse aufs Wasser und Ann wusste sofort, dass er ‚Moby Dick‘ sagen wollte! Sie war von diesem unglaublich riesigen Tier fasziniert und wusste, dass ihr Plan funktionieren würde.
Ann Clever ließ auf Pfählen ein riesiges Haus auf dem Phönix-See bauen, und sie selbst brachte dem Säugetier im Wasser alle möglichen Tricks bei.
Es verging eine Woche, und nach dieser Woche war das Haus auf dem See wie ein Zirkuszelt angemalt. Schließlich hingen überall in Hörde Plakate, auf dem Ann Clever und Moby Dick abgebildet waren.

Und noch eine Woche verging, und dann kam der Tag, an dem der Zirkus von Ann und Moby eröffnet wurde. (Und fast niemand mehr hatte Angst vor der Piratin).

Die Hörder Bewohner strömten in Scharen zur ersten Vorstellung. Ann kam in ihrem Zirkusdirektor-Kostüm durch den Vorhang und stellte sich vor das große Phönix-See-Bassin, das die Manege war. Sie verbeugte sich vor ihrem Publikum, und dann tauchte Moby Dicks Kopf aus dem Wasser auf.
Die Zuschauer riefen „Aahh! Und Ooh!“ und staunten sehr, als sie den riesigen Wal erblickten. Ann pfiff in ihre Trillerpfeife und Moby Dick sprang aus dem Wasser und machte einen Salto. Er bekam großen Applaus und zur Belohnung einen Tintenfisch von Ann.

Daraufhin spannte sie zusammen mit einem ihrer Seeräuber ein Seil über das Wasserbecken. Moby Dick sprang nach einem doppelten Triller von Ann hinüber. Jetzt war das Publikum endgültig klatschnass, denn Moby verspritzte bei seinen Kunststücken natürlich viel Wasser. Doch trotzdem spendeten sie wieder begeistert Applaus.

Dann warf Ann einen Fußball ins Wasser und pfiff drei Mal auf ihrer Trillerpfeife, bevor sie einen zweiten Fußball in die Luft warf. Moby tauchte blitzschnell aus dem Wasser auf und schoss mit seiner Fluke die Bälle noch aus der Luft mitten ins Publikum, das überrascht aufschrie und dann johlend klatschte.

Von nun an waren alle Vorstellungen ausverkauft und Ann und Moby wurden sehr reich. Und so lebten sie glücklich und zufrieden mit viel Spaß bis an ihr Lebensende.“
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