Poetry Slam und HipHop geben Jugend eine Bühne

„Kennst du das Gefühl, wenn du weißt, dass du anders bist?“, fragten Redzep und seine Freunde aus Westerfilde.
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„Mach mal lauter, mach mal lauter“, feuert Rapper Gandhi das Publikum im HipHop-Stakkato an. Gut, dass es bei „Poetry meets HipHop“ in der städtischen Jugendfreizeitstätte Westerfilde KESS etwas lauter ist. Denn auf der Bühne stehen Menschen, deren Botschaften sonst leicht überhört werden.

15 Jugendliche aus dem Dortmunder Nordwesten nutzen die neu entdeckte Kraft der Sprache. Mit selbstverfassten Texten und Liedern teilen sie mit, was sie bewegt.
„Kennst du das Gefühl, wenn du weist, dass du anders bist?“, fragen Redzep (13) und seine sechs Mitstreiter in ihrem Beitrag. Die Besucher des KESS kommen aus dem Kosovo und Marokko, sind Kurden oder Serben. Die 12- bis 14-Jährigen wissen: „Wir stehen am Rand, ob wir wollen oder nicht.“ Das hört sich nach Frustration an. Aber gleichzeitig vermitteln die jungen HipHopper Hoffnung: „Wir folgen dem Licht, um das Dunkel zu vertreiben.“ Die Jungen aus Westerfilde werben für Toleranz, auch für ihren Glauben: „Frieden heißt Salam, denn Salam ist die Botschaft unserer Religion.“

Das Leiden der Kinder im Krieg, der tägliche Frust vor der Glotze, die Suche nach Heimat. Das sind Themen, die beim Publikum ankommen. Im KESS herrscht Konzertatmosphäre mit viel Applaus.
Für diese Dreiviertelstunde im Rampenlicht haben Marcel aus Mengede, Hakan aus Westerfilde, Ihsan aus Huckarde und die anderen Jungrapper eine ganze Woche lang geübt im KESS und der PSG Gender-Bildungsstätte JaM an ihren Texten gefeilt, die passenden Beats ausgesucht und immer wieder geprobt. Künstlerische Unterstützung kam von Rapper Gandhi und „Poetry Slam“-Fachmann Grobilyn Marlowe. „Es ist eine tolle Atmosphäre und die Jugendlichen gehen genau in die richtige Richtung“, freut sich Gandhi. Wichtig sei, dass sie einen Zugang zur Sprache gefunden hätten und sich über ernsthafte Themen Gedanken machten.
Auch KESS-Leiter Daniel Kolb ist begeistert: „Unsere Workshopteilnehmer wollen auf jeden Fall weitermachen und vielleicht schon bald ihre ersten eigenen Songs auf CD herausbringen.“ Neben dem künstlerischen Erfolg sind für den Einrichtungsleiter pädagogische Aspekte wichtig: „Motivation, die eigene Geschichte anderen Menschen zu erzählen, Mut, um auf die Bühne zu treten, und Respekt gegenüber anderen Menschen.“

Der Workshop ist Teil des Projektes „Poetry & Co.“, das vom Landesjugendamt gefördert wird. Für November und Dezember sind Vertiefungsworkshops geplant. Das Finale soll kurz vor Weihnachten im Domicil oder dem Fritz-Henßler-Haus stattfinden.

Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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