Tierschutzlehrer Holger Over unterwegs in Dortmunder Schulen

Mit Handpuppen begeistert Holger Over Kinder in Grundschulen und Kindergärten. (privat)
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  • Mit Handpuppen begeistert Holger Over Kinder in Grundschulen und Kindergärten. (privat)
  • hochgeladen von Irene Mechsner

Kinder lieben Tiere. Doch mit dem richtigen Umgang hapert es oft. Deshalb geht Tierschutzlehrer Holger Over in Schulen und Kindergärten. Seine Aufgabe: Kinder für den Tierschutz zu sensibilisieren.

„Hast du ein Tier mitgebracht?“, fragten die Schüler der Droste-Hülshoff-Realschule Tierschutzlehrer Holger Over, kaum dass er den Klassenraum betreten hat. „Die Kinder sind immer aufgeregt, wenn ich das erste Mal zu ihnen komme. Man spürt dann ganz deutlich die Vorfreude“, berichtet Over von seinen Erfahrungen als erster und einziger Tierschutzlehrer in Dortmund.
Echte Tiere hat der passionierte Tierschützer bei seinen Unterrichtsbesuchen nicht im Gepäck, dafür viel Anschauungsmaterial. „In Kindergärten und Grundschulen kommen meine Tier-Handpuppen zum Einsatz, bei den Älteren setze ich auch manchmal Kröten aus Plastik ein“, berichtet der Mitarbeiter des Tierschutzvereins Groß-Dortmund.

"Heimtiere ist das beliebteste Thema"

Vor einem Jahr hat er die Ausbildung zum Tierschutzlehrer bei der Deutschen Tierschutzakademie beendet. Neben den Themen Heimtiere, Nutztiere und Wildtiere standen auch Didaktik und die Mensch-Tier-Beziehung auf seinem über 100 Stunden umfassenden Lehrplan. „Heimtiere sind bei den Kindern das beliebteste Thema“, weiß der 48-jährige Dortmunder. Eine Frage reihe sich dann an die andere: „Ich habe drei Hamster. Warum vertragen die sich nicht?“ Holger Over klärt auf: „Hamster sind Einzelgänger. Sie kommen nur zur Paarung zusammen.“

Kaninchen mögen keine Meerschweinchen

Oder: „Mein Kaninchen beißt immer mein Meerschweinchen.“ Das sei doch klar, denn es sind unterschiedliche Arten. Deshalb vertragen sie sich nicht, so der Tierschutzexperte. Während bei Heimtieren das Interesse der Kinder schnell geweckt ist, muss sich Holger Over beim Thema Nutztiere schon mehr einfallen lassen. Kurzerhand werden Tische zusammengeschoben und Decken davorgehängt. „Jetzt kriecht ihr zu Dritt Schulter an Schulter unter die Tisch und stellt euch vor, ihr müsstet den ganzen Tag dort bleiben. Nur abends wird die Decke kurz gelüftet“, erzählt Holger Over. Mit solchen Aktionen weckt er schnell die Aufmerksamkeit der Kinder.

Höhepunkt: ein Besuch im Tierheim

Für ein Halbjahr kommt Holger Over zum Unterrichten in die Droste-Hülshoff-Realschule. Der Höhepunkt für die Fünft-und Sechstklässler: der Besuch im Tierheim. Ein Blick in die Tierklinik gehört ebenso dazu wie der Besuch der Hundeabteilung.„Darauf müssen die Kinder vorbereitet werden. Alle Hunde sind bei Besuch aufgeregt, bellen und stehen nah am Gitter. Das ist für den ein oder anderen beängstigend“, klärt Holger Over auf. Doch spätestens beim Streicheln in der Katzenabteilung sind alle Kinder wieder bei der Sache.
Bis zu 16 Einsätze in Schulen und Kindergärten, bei Pfadfindern und Konfirmandengruppen hat Holger Over bislang gehabt. Sein Unterricht ist für die Institutionen kostenlos. Der Umfang und der inhaltliche Schwerpunkt kann je nach Bedarf abgesprochen werden.

„Je früher die Kinder mit dem Tierschutz in Berührung kommen, umso wirkungsvoller ist es“, so Holger Over, der seit 25 Jahren im Tierschutzbund aktiv ist. Wichtig sei ihm bei dem Projekt, das Tier als Individuum in den Mittelpunkt zu rücken. Oft würden Kinder aus Unwissenheit Tiere quälen. Sein Ziel: „Wenn ich es schaffe, dass sich ein Kind aus der Gruppe besser um das eigene Tier kümmert oder nicht mehr achtlos an einem Regenwurm auf dem Bürgersteig vorbeigeht, dann habe ich schon viel erreicht.“

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