Sogar Tarzan drückt dem BVB im Derby die Daumen

Alex Klaws sieht Parallelen zu seiner Rolle: „Auch Tarzan ist ein Kämpfer - wie der BVB!“ Foto: Stage Entertainment
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Er ist Sänger, Schauspieler, als Darsteller des „Tarzan“ in Hamburg ein erfolgreicher Musicalstar - und leidenschaftlicher Fan von Borussia Dortmund. Alexander Klaws, vor neun Jahren erster Sieger der TV-Show „Deutschland sucht den Superstar“, spricht mit dem Stadt-Anzeiger Dortmund über seine Liebe zum BVB, sein Leben als Tarzan - und die Mutter aller Derbys gegen Schalke 04.

Alexander Klaws, Sie sind im Münsterland geboren. Da wird es einem nicht in die Wiege gelegt, BVB-Fan zu sein. Wann haben Sie Ihre Liebe zur Borussia entdeckt?
Klaws: Ich bin BVB-Fan, seit ich denken kann. Ich fand die Dortmunder als Junge schon toll und war dann eines Tages im Westfalenstadion bei einem Spiel. Wer diese Atmosphäre selbst erlebt hat, der ist davon gefangen und kann nur Borussen-Fan werden. Ich war damals etwa zwölf Jahre alt, der BVB hat gegen Bochum gespielt – und seither habe ich nie mehr darüber nachgedacht, einen anderen Verein zu unterstützen.

Waren Sie häufig bei Spielen im Stadion?
Klaws: Meine Kumpel und ich haben uns öfter in den Zug gesetzt und sind von meiner Heimat Sendenhorst nach Dortmund gefahren. Das waren zum Teil wirklich wilde Wochenenden.

Wie weit ging denn Ihre Fanliebe? Haben Sie in BVB-Bettwäsche geschlafen?
Klaws: Meine Patentante hat mich tatkräftig unterstützt. Ich hatte einen BVB-Wecker, BVB-Bettwäsche – ich war wirklich ein richtiger Fan und das hat man auch meinem Zimmer angemerkt. (lacht) Aber als die Zeit kam, dass man auch mal Mädchen mit nach Hause bringt, hat sich das mit der Bettwäsche relativ schnell erledigt.

Welche Beziehung haben Sie heute zum BVB?
Klaws: Ich hatte das große Glück, dass ich kurz nach meiner DSDS-Zeit im Signal Iduna Park gedreht habe. Dabei habe ich unter anderem Nobby Dickel und Sebastian Kehl kennengelernt und die Dortmunder haben mitbekommen, dass ich ein großer Fan bin. Seither habe ich immer mal wieder Kontakt und habe mich mit Sebastian angefreundet. Als ich Anfang des Jahres mit der „Best of Musical“-Gala in der Westfalenhalle auf Tour war, haben Sebastian Kehl, Moritz Leitner und Toni da Silva die Show besucht. Es ist eine schöne Sache, als Fan zugleich persönlichen Kontakt zu den Spielern zu haben. Das ist auch für mich etwas Besonderes.

Sie waren früher selbst als Rechtsaußen aktiv. Wie beurteilt denn der Ex-Fußballer das, was der BVB heute zeigt?
Klaws: Es ist einfach ein Genuss, dem BVB zuzusehen. Da wächst eine tolle Mannschaft immer mehr zusammen und wird immer stärker. Es kommen immer mehr junge Spieler aus der eigenen Talentschmiede nach oben oder finden so wie Marco Reus den Weg zurück zum BVB. Man musste als Dortmund-Fan auch einige Jahre Qualen durchleiden. Aber jetzt macht es einfach Riesenspaß. Und selbst wenn die Dortmunder mal nicht gewinnen, spielen sie zumeist richtig geilen Fußball.

Worin liegt in Ihren Augen das Erfolgsgeheimnis dieser Dortmunder Elf?

Klaws: Jürgen Klopp hat sicher ganz, ganz großen Anteil an diesem Aufschwung. Er ist ein echter Typ, ist locker drauf, strahlt aber im richtigen Moment auch eine Autorität aus, die die Spieler stramm stehen lässt. Das ist der perfekte Spagat für einen Trainer. Dazu kann er hervorragend mit jungen Spielern umgehen. Ich glaube, eines Tages wird er Bundestrainer. Aber ich hoffe aus BVB-Sicht, dass dies noch ein paar Jahre dauern wird.

Was trauen Sie der Borussia in dieser Saison national und international zu? In der Bundesliga haben die Bayern schon einen satten Vorsprung.

Klaws: Vor drei, vier Jahren hätte sich jeder über das gefreut, was der BVB zurzeit abliefert. Aber nach zwei Meisterschaften sind die Erwartungen natürlich gestiegen. Sollte es dieses Mal nicht zu einem Titel reichen, hat der BVB aber international einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Gegen Manchester City hatte man Pech, dass es nicht zum Sieg gereicht hat. Man merkt, dass die Mannschaft immer mehr Erfahrung sammelt und sich weiter entwickelt. Aber selbst die dritte Meisterschaft in Serie habe ich noch nicht abgeschrieben. Ich bin optimistisch, dass die Jungs das schaffen können. Ich glaube nicht, dass die Bayern durchmarschieren.

Am Samstag steht das Derby an zwischen dem BVB und Schalke. Übt es auf Sie auch einen besonderen Reiz aus, obwohl Sie jetzt in Hamburg leben und arbeiten?
Klaws: Natürlich, dieses Spiel hat immer einen besonderen Reiz und es gab schon einige legendäre Derbys. Ich habe auch viele Freunde, die Schalke-Fans sind. Da ist es ganz klar, dass wir uns gegenseitig aufziehen – je nach Spielausgang habe ich nach einem Derby ein halbes Jahr lang Ruhe oder meine Freunde gehen mir ordentlich mit dem Ergebnis auf die Nerven. Ich hoffe, der BVB gewinnt und ich kann mich wieder ganz entspannt zurücklehnen. Und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass die Schalker eine Chance haben gegen die Borussia. Ich tippe auf einen 2:0-Erfolg – mindestens. Und ich würde mich freuen, wenn Sebastian Kehl mal wieder ein Tor macht.

Roman Weidenfeller hat zuletzt gelobt, was in Gelsenkirchen heranwächst. Sie sehen die Schalker aber noch nicht auf Augenhöhe?
Klaws: Schalke hat auch eine wahnsinnig gute Mannschaft mit vielen guten Einzelspielern. Aber ein paar Dinge sind momentan noch nicht so stimmig, wie man bei den Unentschieden gegen Montpellier oder Düsseldorf gesehen hat. Und Klaas-Jan Huntelaar hat auch noch nicht so oft getroffen. Ich hoffe nicht, dass ausgerechnet gegen den BVB bei ihm der Knoten platzt. Danach können sie natürlich gerne alle Gas geben... (lacht).

Sie spielen jetzt schon über zwei Jahren in Hamburg den Tarzan. Gibt es etwas, was der BVB von Tarzan lernen kann?
Klaws: Ich denke zumindest, dass beide vieles gemeinsam haben. Der BVB hat eine junge Mannschaft, Tarzan ist auch noch sehr jung. Er bringt ein bisschen Naivität mit, was aber auch positiv sein kann, weil er zugleich nicht zuviel Respekt oder gar Angst zeigt – so wie der BVB auch allzu großen Respekt ablegt und eher frech gegen große Gegner antritt. Auch das Kämpferische ist eine Parallele. Die Dortmunder arbeiten hart für das, was sie erreichen wollen. Auch Tarzan ist ein Kämpfer, der um Herzen kämpft und um seine Familie. Und der sich etwas aufbauen möchte für die Zukunft – wie der BVB.

Gibt es noch eine weitere Parallele – in dem Fall zwischen Ihnen und dem BVB? Fußball ist absoluter Leistungssport. Ihre Rolle auch?

Klaws: Diese Rolle ist definitiv Leistungssport mit Akrobatik, Flugshow, Affenbewegungen. Das verlangt einem alles ab. Ich spiele den Tarzan fünf Mal in der Woche, gehe zusätzlich ins Fitnessstudio und muss meinen Körper auch regenerieren. So fit wie zurzeit war ich wirklich noch nie. Das kann man getrost als Leistungssport bezeichnen.

Sie haben Ihren Vertrag als Tarzan bis Mai 2013 in Hamburg verlängert. Gibt es andere, konkrete Pläne?

Klaws: Zunächst ist Tarzan sicher die härteste Rolle, die man als Mann im Musicalbereich im Moment spielen kann. (lacht) Was auch immer danach kommen mag, es ist bestimmt erst einmal so etwas wie Urlaub. Ich stehe aber quasi auch schon in den Startlöchern für mein sechstes Album. Zudem werde ich Ende des Jahres eine kleine Solo-Tour mit Gästen durch verschiedene Städte unternehmen mit eigenen Songs, aber auch mit Highlights aus verschiedenen Musicals.

Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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