Das Betongold! Wohnungskonzerne
Wer steckt eigentlich hinter Vonovia, LEG, Deutsche Wohnen und Grand City.

  • Foto: Mieter Netzwerk Dortmund e.V.
  • hochgeladen von Peter Lenzert

Als Mieter/innen stellt, man sich selten wirklich die Frage wer ist eigentlich mein Vermieter? Bzw. man ist erstmal froh eine Wohnung zu haben. Aber wer wirklich die Gelder investiert ist selten hinterfragt. Nur Mietervereine, oder Mieter/innen die Wohnungspolitisch aktiv sind forschen auch nach.Während Mieter/innen immer mehr mit Verdrängungen oder Modernisierungen, Mieterhöhungen, überhöhte Nebenkosten oder Betriebskosten zu kämpfen haben.

Werden Wohnungskonzerne immer Größer und größer. Mieter/innen müssen immer mehr kämpfen Ihre Mieten noch bezahlen zu können oder verzweifeln bei der Suche nach bezahlbaren Wohnraum, aber die Vorstände der Konzerne verdienen sich eine goldene Nase. Die Folgen der Geschäftspraktiken der Wohnungskonzerne für Mieter sind dramatisch: Mieten und Nebenkosten fressen teilweise bis zu 60 Prozent des Einkommens auf. Viele ALG-II-Empfänger müssen einen Teil Ihres ohnehin dürftigen Lebensunterhalts von 416 Euro monatlich aufbringen und für die Miete verwenden, weil nach Jobcenter-Obergrenze keine bezahlbaren Wohnungen gefunden werden. Gegenüber 2014 stieg bis 2018 die Zahl der Wohnungslosen um 150 Prozent auf über 800.000 an. 2017 wurden 53.600 Zwangsräumungen durchgezogen.

Und auch wenn Millionen Mieter Wohnberechtigungsscheine oder Anspruch darauf haben, so stehen ihnen keine Wohnungen zur Verfügung.Wie lange soll das so noch weiter gehen diese Frage stellen sich sehr viele Mieter/innen immer mehr. Wenn die Wohnungsnot gestoppt und gewendet werden soll, müssen die Rahmenbedingungen geändert werden: Das aber heißt, dass Spekulanten keine Nullzins-Kredite mehr von der EZB erhalten, dass Steuerflucht bekämpft, Share Deals abgeschafft und direkte und indirekte Wohnungskartelle verboten werden.

Die Wohnungszweckentfremdung durch Plattform-Vermittler muss gestoppt werden, falsche Nebenkosten-Abrechnungen bestraft, Luxussanierungen ein Riegel vorgeschoben. Modernisierungskosten dürfen nicht länger auf die Mieter umgelegt werden. Zugleich müsste das Personal in den Bau- und Aufsichtsbehörden der Kommunen erheblich aufgestockt werden. Schließlich braucht es öffentliche Wohnungsgesellschaften, die eine öffentlich finanzierte Neubauoffensive angehen.

Und wer besitzt die Besitzer eigentlich? Hier mal eine Kurzfassung von NRWS größten. 

Vonovia vormals Annigton

Umlackiert Vonovias Vorgänger Terra Firma und Annington hatten durch Mieterquälerei ihr Image sehr stark gelitten, deshalb gaben die neuen Eigentümer Blackrock & Co dem Konzern 2015 den Künstlernamen Vonovia. Hauptaktionäre: Blackrock, Norges, Lansdowne, AXA und BNP Paribas. Blackrock ist auch Aktionär bei AXA und BNP Paribas Wohnungsbestand 486.000 Wohnungen

Deutsche Wohnen

Enteignen! Die Deutsche Bank hatte 1998 den Konzern mit einigen Zehntausend Wohnungen im Rhein-Main-Gebiet gegründet. Durch Zukäufe wuchs er bis auf 163.000 Wohnungen, davon 111.000 in Berlin. Zusätzlich hat der Konzern 2.600 Gewerbeimmobilien. Hauptaktionäre: MassachusettsFinancial, Blackrock und Norges Wohnungsbestand 163.000 Wohnungen

Grand City Properties

Reibach seit der Gründung 2011 hat der Konzern vor allem in Berlin, Köln, Dortmund, Hamburg, Bremen, Dresden und Leipzig 85.000 Wohnungen zusammengekauft. Nettogewinn im 1. Halbjahr 2019: 140 Millionen. Hauptaktionäre: Gründer Yakir Gabay, Blackrock, Fidelity, Allianz und Temasek aus Singapur Wohnungsbestand 85.000 Wohnung

LEG Immobilien AG

Schwarz-Gelb 2008 verkaufte die Landesregierung von NRW aus CDU und FDP 91.000 Wohnungen der Landesentwicklungs-Gesellschaft LEG an die US-Heuschrecke Whitehall. 2013 ging LEG an die Börse. Gewinn für die Investoren in fünf Jahren: rund eine Milliarde Euro. Hauptaktionäre: Blackrock, Massachusetts Financial, Deutsche Bank, AXA Wohnungsbestand 134.000 Wohnungen

Text und Bild von Mieter Netzwerk Dortmund e.V. 

Autor:

Peter Lenzert aus Dortmund

peterlenzert@gmail.com
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