Stadt Trier zahlt Hexengeld
Katholische Kirche profitiert seit 430 Jahren von einem ihrer Verbrechen

Die Gedenktafel für die Opfer der Hexenprozesse vor der Porta Nigra an der Fassade des Stadtmuseums Simeonstift in Trier aus dem Jahr 2015. Inschrift der Gedenktafel: "Zum mahnenden Gedenken an unschuldige Frauen und Männer - als angebliche Hexen verleumdet, verfolgt, gefoltert, getötet - in Trier. 15. - 17. Jahrhundert."
  • Die Gedenktafel für die Opfer der Hexenprozesse vor der Porta Nigra an der Fassade des Stadtmuseums Simeonstift in Trier aus dem Jahr 2015. Inschrift der Gedenktafel: "Zum mahnenden Gedenken an unschuldige Frauen und Männer - als angebliche Hexen verleumdet, verfolgt, gefoltert, getötet - in Trier. 15. - 17. Jahrhundert."
  • Foto: Hegeler
  • hochgeladen von Carsten Klink

Die katholische Kirche verbrannte vor 430 Jahren in Trier den Bürgermeister und Rektor der Universität Dietrich Flade als "Hexenmeister". Aufgrund  eines entsprechend alten Vertrags profitiert die katholische Kirche bis heute von ihrem damaligen Verbrechen.

Die Pfarrei Liebfrauen in Trier kassiert durch den Foltermord an Dietrich Flade jedes Jahr 362,50 Euro von der Stadt Trier. Damit der Frevel nicht so offensichtlich ist, wurde die Zahlung dieses Blutgeldes im Stadthaushalt euphemistisch als "Verpflichtungen aus dem Fladeschen Nachlass“ ausgewiesen.

Am 18. September 1589 erhängt und verbrennt die katholische Kirche Dietrich Flade. Das Geständnis, er sei ein Hexenmeister, hat sich die Kirche in böser, alter katholischer Tradition unter der Folter bestätigen lassen.

Das Vermögen des Angeklagten wandert nach dem Foltermord in die Kasse des katholischen Erzbischofs Johann VII. von Schönenberg (1525-1599), der zugleich als Kurfürst auch die weltliche Macht inne hat.

Unter dem ergaunerten Vermögen befindet sich auch einen Schuldschein der Stadt Trier über 4.000 Goldgulden, die Flade der Stadt -welch Ironie- für einen Prozess um die Unabhängigkeit vom Kurfürsten geliehen hatte. Die Stadt Trier hat den Prozess verloren. Der Kirchenmann Johann VII. verpflichtete die Stadt Trier daher als Kurfürst, Zinsen für das geliehene Geld an die fünf Innenstadtpfarreien "zur Aufbesserung des Pfarrersgehalts" zu entrichten.

Laut Auskunft der Stadt Trier ist sie als Rechtsnachfolgerin der damaligen Stadtverwaltung verpflichtet diese Zinsen bis heute zu bezahlen. Zumal die katholische Kirche bis heute ausdrücklich auf die Zahlungen besteht.

Eigentlich müsste es doch erstaunlich sein, dass die katholische Kirche kein Problem damit hat, dass an diesem Geld Blut klebt. Auf der anderen Seite ist es unglaublich, dass eine religiöse Gesellschaft über Jahrhunderte von ihren Verbrechen auch noch finanziell profitieren kann.

Autor:

Carsten Klink aus Dortmund-Ost

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