Diskussion über ein Zentrum für Fotografie in Düsseldorf

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Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Düsseldorf hatte am 17. Februar im Rahmen des Düsseldorfer Photo-Weekends in Künstlerverein Malkasten zu einem Symposium eingeladen: Es ging um die Zukunft eines möglichen Zentrums für Fotografie in der Landeshauptstadt. 180 Besucher kamen zu der hochkarätig besetzten Diskussionsrunde.

Wertvolles Kunstgut geht verloren

Gleich in seiner Begrüßungsrede merkte Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld, MIT-Kreisvorstandsmitglied sowie ehemaliger kaufmännischer Direktor und Vorstand der Stiftung Kunstsammlung NRW, an: „Wer sich bei Zeiten nicht kümmert, darf sich später nicht wundern, wenn andere sich erfolgreich um Werke und Nachlässe von Künstern aus Düsseldorf und Umgebung bemühen.“ Damit brachte er die Sorgen vieler Gäste auf den Punkt, dass eine große Anzahl an Werken heutzutage von ausländischen Galerien aufgekauft würden.

Dr. Christiane Leber, Leiterin der Kunstsammlung der DZ Bank in Frankfurt am Main, wies in einem Impulvortrag darauf hin, dass sich die Fotografie über Jahre, neben der Malerei, zur Fotokunst weiterenentwickelt hat und heute einen sehr hohen Stellenwert in der gesamten Kunstszene einnehme. Durch die voranschreitende Digitalisierung befindet sich auch dieser Bereich immer weiter im Wandel.

Eine Chance für die Stadt, etwas Einzigartiges zu schaffen

Zu den Teilnehmern der Gesprächsrunde gehörten neben Laurenz Berges, Meister-schüler von Bernd Becher, auch der international bekannte Fotokurator Thomas Weski sowie die mehrfache documenta-Teilnehmerin Professorin Katharina Sieverding. Weski betonte den Sinn einer international ausgerichteten Forschungseinrichtung für Fotografie, die Archiv und Künstlerresidenz mit Fachkräften und Werkstätten sein könnte. Es könne auch ein Ort für Werksammlungen nebst Entwürfen und Nachlässe sein, der das Abwandern in ausländische Sammlungen verhindert. Eine Konkurenz zu den bestehenden Museumseinrichtungen soll dieses Zentrum jedoch nicht sein, da es mehr als Servicepoint der Fo-tografie für alle verstanden werden soll. In dieser Institution müsste vor allem Wert auf restauratorische und archivarische Kompetenz gelegt werden. Aber auch Beratungen zum Urheberrecht könnten hier durchgeführt werden.

Die Beuys-Schülerin Sieverding steckte den Rahmen weit und sprach sich für eine „internationale Medien-Power-Station des 21. Jahrhunderts“ aus, um den fortschrittlich-künstlerischen Aspekt zu betonen. Diese Einrichtung müsse ein Alleinstellungsmerkmal von Weltrang haben. Derzeit sei Düsseldorf zu provienziell. Die Politik müsse den Mut haben, Gelder zu geben.

Einigkeit bestand darin, nun weitere Schritte zur Einrichtung einer solchen Institution zu beschreiten. Aus der Kunstakademie ging seit Mitte der 1980er Jahre die „Düsseldorfer Fotoschule“ um Bernd und Hilla Becher hervor. Die Namen ehemaliger Schüler wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Candida Höfer und Thomas Ruff haben längst Weltgeltung. Die „Bechers“ und ihre Schüler sind in zahlreichen großen Museen vertreten. Ein Fotozentrum, wie hier gefordert, könnte sich einreihen in so bekannte Institutionendas wie das Literaturarchiv in Marbach oder das Getty Center in Los Angeles.

Norbert D. Hüsson, Kreisvorsitzender der MIT äußerte sich nach der Veranstaltung zufrieden: “Die überaus positive Resonanz von rund 180 Gästen zeigt, dass dies ein Thema für die Stadtentwicklung ist und somit auch für die Unternehmen und Mitarbeiter in Düsseldorf von großem Interesse ist. Es zeigt, dass die Lebensqualität einer Stadt auch die Attraktivität der Arbeitsplätze steigert.“

Autor:

Norbert Opfermann aus Düsseldorf

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