Draisinefahren - Ein Ausflugstip für die ganze Familie, oder den Kegelclub...

Fahren, oder fahren lassen ...

Es hat was von Tretbootfahren:
Es ist unbequem und anstrengend und trotzdem freut man sich bereits beim Aussteigen auf’s nächste Mal.

Um 11 Uhr geht’s los.
Dann fährt man auf quietschenden Gefährten vom alten Bahnhof in Kranenburg über still gelegte Gleise in eine andere Welt.

Bereits nach wenigen Metern fragt man sich, worin der Spaß liegt. Glücklicherweise liegt dieser Moment am Anfang der Reise, denn von diesem Augenblick des Hinterfragens an, nimmt das Vergnügen seinen Lauf.
Hat man sich einmal mit dem fahrbaren Untersatz angefreundet, kann man den Blick auf Wesentlicheres richten.

Das gleichmäßige Rattern der schweren Räder auf eisernen Schienen untermalt melodiös die Bilder, die vor dem inneren Auge auftauchen:
Pipi Langstrumpf, oder größere Banausen, die sich am Rande von Alltag und Gesellschaft auf einer Reise nach Nirgendwo befinden.

Spätestens nach dem ersten Bahnübergang tut wirklich alles weh, so dass man allmählich wahrhaftig glaubt, gerade noch mit Pipilotta Pferde gestemmt zu haben, oder als Bankräuber im Wilden Westen auf der Flucht zu sein.

Die Landschaft holt einen zurück in die Wirklichkeit:
Endlose Brombeerhecken, Maisfelder und Kuhwiesen sind unverkennbare Zeugen des Landstrichs, in dem man gerade unterwegs ist.
Kein Hügel weit und breit, außer dem, den man gerade per Draisine zu bewältigen versucht.

Umso verwunderlicher die Entdeckung, dass mittlerweile sogar im flachen Nachbarland „Wein aus eigenem Anbau“ angeboten wird. Unmerkbar hat man die Grenze passiert.
Ein paar Bahnübergänge, an denen die Schranken von den Draisinefahrern selbst betätigt werden wollen, sorgen für etwas Abwechslung - mehr ist nicht.

Was Venlo kann, kann Groesbeek schon lange.
Es bietet alles was das Herz begehrt:
„Kopje koffie met gebak“, „frietje met“ und verschiedene Läden für Mitbringsel, auf die die Daheimgebliebenen schon immer gewartet haben.
Wenn überhaupt, dann sollte man HIER den Bankraub seines Lebens begehen, um dann per Draisine ins Ausland zu flüchten.

Der Rückweg von den niedrigen Ländern ins hochdeutsche Land geht eigenartiger Weise bergab.
Hier wird die Anstrengung des Hinwegs belohnt. Rollen lassen ist die Devise.
Und so rollt man gemütlich und zufrieden zurück in einen Alltag, der solch wunderbare Gelegenheiten bietet, ihm selbst zu entgehen.

FeZi '09

Nähere Infos zur Grenzland-Draisine hier!

Beitrag zur Draisinenfahrt in die andere Richtung hier

Autor:

Femke Zimmermann aus Düsseldorf

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