Ein halbes Jahrhundert und (k)ein bisschen weiser

Was braucht es zu einer richtig guten Party?
Vor allen Dingen den Deppen, der sie auf die Beine stellt.
Anfang April kommt die Ansage: „Hallo ihr Hochdahler Abiturienten!
Wir möchten unser Treffen zum 30. noch organisieren!“

„YES!“ denke ich und bin spontan entschieden, dem vorgeschlagenen Termin jede Priorität einzuräumen. Das letzte Treffen der „class of `88“ liegt fast fünf Jahre zurück und ich hatte mich tatsächlich gefragt, ob es ein 30-jähriges geben würde. Der Geber der guten Gaben muss mich bei der Verteilung des Organisationstalents übersehen haben. Die Erfahrung zeigt, dass ich mich besser zurückhalte, wenn planerisches Geschick und Übersicht gefragt sind. Umso großzügiger wurde ich mit dem Party-Gen bedacht. Also sage ich dankbar zu – „Klasse, dass ihr das in die Hand genommen habt!!! Ich komme auch!“ und freue mich auf das Fest.

Mit Verspätung mache ich mich auf den Weg zur Feier, weil dieser besondere Tag gleich mehrfach belegt werden wollte. Gemischte Gefühle begleiten mich, irgendwas zwischen freudiger Erwartung und einem abgestandenen Cocktail aus verschiedenen Unsicherheiten. Und prompt mache ich ein paar dumme Bemerkungen, als ich versuche, den Anschluss im bunten Treiben zu finden. Es tut mir leid! Glaubt mir: Es ist ganz gewiss nicht so wie ihr denkt. Jede einzelne Begegnung war voller Inspiration, jeder Mensch an diesem Abend eine echte Bereicherung!!!

Ich hangel mich weiter. Das Wiedererkennen überrascht mich selbst. Namen, die sich offenbar tief in mein Gedächtnis gegraben haben ordnen sich, ohne Vorbehalt, ganz selbstverständlich Gesichtern zu. Es sind verbindende Erinnerungen, tiefgehende Geschichten, lustige Episoden die ausgetauscht werden. Zu fortgeschrittener Stunde, als der Mund vom Reden fusselig ist, wird die Musik lauter gedreht. Irgendwo habe ich zwischenzeitlich den alten Cocktail verschüttet und genieße den frischen, bunten in vollen Zügen. Ja, ich bin total voll, als ich beim Abschied völlig hemmungslos meine Liebe bekunde. Was war da drin, dass ich noch heute absolut beseelt über dieses Treffen denke?

Ich liebe Menschen. Das war schon immer so. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um zu erkennen, dass ich selber so ein Mensch bin. Der Abend hat mir diese Tatsache einmal mehr vor Augen geführt:
Ich bin einer von ihnen – Abijahrgang ´88!

Ein ganz herzliches Dankeschön an die liebenswerten Deppen, die die Organisation auf sich genommen haben. Ihr habt wirklich alles richtig gemacht!

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