Zwischen Punkrock und Gutmensch
Ein Interview mit Chris von der Düssel

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Der Egoismus in der Gesellschaft ist leider recht hoch. Das erste was kommt, ist eigentlich fast immer "DAS ICH".
Man lebt nach der "Nach mir die Sinnflut" Mentalität.
Aber es gibt immer wieder diese Menschen, die dieses Konstrukt unterbrechen. Dazu zählt auch Chris von der Düssel, Künstler, Musiker und Besitzer eines Plattenladens. Und dieser Herr hat einiges zu sagen.

Interview:
Das obligatorische zuerst.
Stell dich doch einfach Mal kurz vor?

Moin Moin.
Tja also ich bin der Chris von der Düssel. Songwriter, Musiker, Plattenladentyp, Veranstalter, DIY Labelmogul, Spotifymillionär, fast verheiratet und immer etwas umtriebig. Reicht das? 

Das reicht natürlich erst Mal, um den gesamten ein gewisses Bild zu geben.
Zu dem Plattenladen hatten wir ja schon Mal ein Bericht, also geht es ums heute im die Person " Chris von der Düssel"
Wann hat denn der kulturelle Bereich angefangen, und natürlich, wie?

Das fing eigentlich so 1997 an. Zwischen DJ Bobo und Der Berg ruft quasi. Mit 17 hatte ich auf einmal doch Bock eine eigene Band zu haben. Da gab es diesen einen Typen in der Schule, der immer voll toll war, weil er ne Band hatte. Das war der Carsten, welcher heute bei OH Henry spielt. Also erstmal Band gründen und dann drei Akkorde mit Peter Bursch üben, um Songs zu schreiben. Joa und so fing alles an. Daraus ist dann jetzt Liebe und Leidenschaft geworden.

Ach ja. Die erste Band war dann auch painwords. Die sind also Schuld daran.

Darüber hinaus ist natürlich eine Weiterentwicklung entstanden.
Wie ging es denn weiter mit der musikalischen Historie?

Das erste Jahrzehnt bestand überwiegend eigentlich aus Punkrock, Bier im Proberaum und eskalatives Unterwegs sein. 2012 musste ich da aber dann doch einen Cut machen. War eine extrem gute Zeit, aber irgendwie auch ein Stillstand. Brauchte irgendwie "mehr". Dann habe ich erst mit Kopfecho ein neues Kapitel mit angefangen wo dann aber Prioritäten und Wege auch auseinander klafften. In der Zeit machte ich auch schon andere Sachen wie z.B. das Nameless Fanzine mit Moppa. Der größte Gewinn ( neben meiner zukünftigen Frau natürlich :-)) war für mich die Zusammenkunft mit Tommy. Dank ihm, stehe ich heute jeden Tag im Plattenladen und habe auch musikalisch einen ganz anderen Horizont. Erkennt man wohl auch daran, dass man mir wohl mit 20 nichts erzählen konnte mal Veranstalter von Acoustic Festivals zu werden. Da aber so eine besondere Liebe zum DIY besteht, musste auch noch was ganz anderes her. Also wurde dann letztes Jahr mit Jessy und Matt ANTI-ALLEZ gegründet. Einfach weil man Bock hat die "kleinen" zu supporten. Da haben sich schon die richtigen bekloppten gefunden und freue mich auf das was da noch so kommt. Die eigene Musik hat sich auch ziemlich gewandelt seit dem ich 2016 angefangen habe komplett Solo weiter zu machen. Hab da einfach alle Freiheiten für mich und kann machen worauf ich Bock habe. Das ist schon sehr geil.

Eine Menge Holz für eine einzelne Person, aber es zeigt auch wie vielfältig das ganze sein kann.
Was mir aufgefallen ist, ist das soziale Engagement, was durch die Medien sickert.
Auf der einen Seite das Projekt Anna und auf der Seite Hilfe für Calais.
Da würde mich interessieren, was die Projekte thematisch zu bieten haben, und wie dazu gekommen ist

Das ist tatsächlich auch eine Art der Entwicklung, welche ich selbst an mir fest gestellt habe. Klar, jeder der Musik macht, auf einer Bühne steht, hat auch ein bisschen was ab bekommen bei Selbstdarstellerverteilung. Mir ist es aber so enorm wichtig, mit meinen Möglichkeiten irgendwie auch etwas zu bewegen.
Das Musikprojekt Anna wurde auch mit meiner Herzdame zusammen ins Leben gerufen. Mal ehrlich? Wer hat vorher schonmal von einer sogenannten Loverboy Methode gehört? Also ich jedenfalls nicht. Umso mehr hat mich das ganze Thema aber auch beschäftigt. Wir waren zusammen auf einem Seminar und sind im engen Kontakt zur Elterninitiative. Unser Hauptziel war es eigentlich das Thema ganz offensich präsent zu machen in unseren Kreisen. Das Lied / Video zum Projekt wurde auch an Schulen etc. aufgeführt. Sobald wieder mehr geht da draußen, werden wir das auch wieder mehr nach vorne treiben. Zwangsprostitution ist und bleibt leider ein großes wichtiges Thema welches nicht an Aktualität verliert.
Zur #hilfefürcalais Geschichte kam es durch ein Interview mit Benne Schmitz, welches wir im Rahmen einer Rainking Sendung gemacht haben. Einer der tollsten Menschen die ich kenne, wenn es darum geht sich für etwas einzusetzen. Mit Menschen auf der Flucht beschäftige ich mich ja auch immer wieder in meiner Musik. Benne hat mir wieder mal klar gemacht, wie nah alles ist. Ein paar Kilometer von Düsseldorf entfernt leben Menschen unter schlimmsten Bedingungen. Europäische Werte im dreckigsten Gewand direkt vor der Tür. Wir haben auch geholfen Sachspenden zu sammeln. Aber ich wollte unbedingt versuchen auch noch ein klein bisschen mehr zu machen. Hilfe kostet eben leider auch viel Geld. Das Lied EUROPA war eh schon in der Pipeline. Also habe ich im Schnellschuss jetzt das Projekt der Soli CD raus geholt und hoffe damit natürlich auch ein bisschen helfen zu können.

Also beides sehr wichtige Themen, die definitiv weiter Beachtung benötigen.
Um das ganze evtl zu präsentieren, wäre es gut, wenn du uns mitteilen könntest, wo der Leser den angesprochenen Inhalt findet.
Daher bitte ich dich Mal die Links Preis zu geben

www.musikprojekt-anna.de
www.fluechtlinge-willkommen-in-duesseldorf.de

Oder halt auch direkt bei mir auf den Seiten.
www.facebook.com/chrisvonderduessel
www.acoustic-randale.de

Zum Thema Hilfe für Calais geht ja auch gerade im Bereich Sozialen Medien einiges zur Zeit. Auch von deiner Seite aus.
Was veranlasst dich dazu , dieses so intensiv zu unterstützen.
Und in welcher Form zeigst du deine Solidarität

Was mich wohl ehrlich gesagt am meisten dazu bewegt ist die Tatsache wie "nah" das ganze einfach ist. Klar es gibt viele, viel zu viele Brennpunkte. Europa und seine sogenannten Werte. Calais ist von uns aus ja echt quasi vor der Tür. Ein paar wenige Stunden weit entfernt. Medial finden diese täglichen Tragödien aber auch kaum Platz. Außerdem hat die ganze Brexit Geschichte das Helfen jetzt auch noch massiv erschwert.
Ich versuche halt irgendwie da zu helfen, wo man helfen kann. Die Menschen von FLÜCHTLINGE SIND IN DÜSSELDORF WILLKOMMEN leisten da derzeit eine unfassbar krasse Arbeit. Habe nicht genug Hüte, welche ich davor ziehen möchte. Mit unserem Recordstore haben wir uns halt angeboten als Anlaufstelle für Sachspenden und Carepakete zu dienen. Der Solidargedanke i
Gesendet von Chris: 28. Mai um 12:16
Der Solidargedanke ist enorm. Das tut gut zu spüren. Mit meiner Soli CD und dem Europa Video möchte ich halt zum einem auf Calais aufmerksam machen aber eben auch versuchen ein bisschen Geld zusammen zu bekommen. Denn Hilfe kostet auch Geld. Sprit muss gezahlt werden, LKW gemietet werden. Nichts ist umsonst. Da reicht leider auch nicht der unermüdliche Einsatz der HelferInnen. Jeder Cent ist wichtig.
Daher hoffe ich ein bisschen mit meiner Musik zusammen da helfen zu können. Und ansonsten versuche ich auch zu helfen wenn einfach sowas gebraucht wird wie: Ey wir brauchen Leute die den LKW packen und so. Einfach das machen was geht.


Bewegende Worte, die hoffentlich dazu führen, dass die Aktionen ein wenig mehr Zufluss finden. Ich danke dir rechtherzlich für das Interview und hoffe darauf, dass es mehr Menschen gibt mit dieser Art der Courage.
Zum Abschluss einen persönlichen Satz zu den Lesern

Habt euch lieb, bleibt Gesund und ein kleines Zitat vom Kollegen Dan Ganove:
Sei kein Hildmann

Vielen Dank 🙂

Autor:

Andreas Wagner aus Düsseldorf

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