Ein Bunker, der verbindet
Ein Weltkriegsbunker in Düsseldorf bringt die Menschen zusammen

Gruselige Besucher bevölkern den Bunker am 31.10.2018- sogar der WDR war da mit dem Ü-Wagen und berichtete live
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  • Foto: Frank Laumen
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Ein Bunker, der verbindet

Zwischen 1941 - 1943 wurde der große Hochbunker im Viertel Paulsmühle auf der Paulsmühlenstrasse 51 in Düsseldorf-Benrath gebaut.

Nichts konnte von dort nach außen oder nach innen dringen, dank einer 1,65 Meter Stahlbetonwand!

Gebaut über 4 Etagen! Im unteren Bereich ein großer Versorgungsbereich mit Küchen, Lager, Toiletten, Schlafräumen, einem Maschinenleitstand, einem Notstrom Aggregat, Maschinenraum, sowie einem Elektrizitäts Werk, welches ganz Benrath mit Strom versorgte.

Geschaffen für über 600 Menschen!

An manchen Tagen waren es bis zu 2.000 Menschen, vorwiegend ältere Menschen, Frauen und Kinder, welche dort Schutz vor den Bombenangriffen suchten.

Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt geglaubt, dass 78 Jahre später diese vom Krieg, Angst, Trauer und Nationalsozialistischer Ideologie geprägte Stätte eines Tages ein Ort des Frohsinns für Groß und Klein sein würde.

Dafür sorgte der Verein der „Paulsmühler Jecke e.V.“, welche mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit dem Bunker neues Leben einflößten.

Mit viel eigener ehrenamtlicher Arbeit, Zuschüssen aus der regionalen Politik, der Landeshauptstadt Düsseldorf und Sponsoren konnte der Verein die Räumlichkeiten des Bunkers renovieren und in einen TOP-Veranstaltungsplatz im Düsseldorfer Süden verwandeln. Da kamen mal schnell 16.000 Arbeitsstunden zusammen.

Zu den besten Zeiten des Vereines unterstützten über 200 Mitglieder den Verein.

2016 stellte der Verein sich neu auf, organisierte mit dem 1. Vorsitzenden Michael Geier eine Neupositionierung mit gerade einmal 60 Mitgliedern.
Dank Unterstützung der Bezirksvertretung erhielt der Bunker eine neue sanitäre Einrichtung.

Die in 1976 zuletzt vom Urdenbacher Künstler Clan Barthelmess angestrichene Außenfassade könnte dringend einen neuen Anstrich gebrauchen und steht komplett unter Denkmalschutz.

„Wir haben in den letzten drei Jahren den Paulsmühler Bunker zu einer großen Begegnungsstätte für Jung und Alt im Düsseldorfer Süden entwickelt“, sagt Michael Geier von den Paulsmühler Jecken. „Uns liegen die kleinen und großen, alten und jungen Bürger am Herzen, sowie der unkommerzielle, verantwortungsvolle Umgang mit dieser denkmalgeschützten, historischen Stätte. Diese ist im Düsseldorfer Süden einzigartig. Gerade jetzt, wo hunderte von Neubürgern das Viertel Paulsmühle bald neu bewohnen, ist der kulturelle Austausch und das Miteinander noch wichtiger.“

Das Viertel Paulsmühle ist im Wandel.

Und wer sich nicht ändert, der wird verändert.

Nach dieser Devise gehen Michael Geier und seine aktiven, motivierten Vereinsmitglieder vor. Positiv denken und handeln !

Der Verein organisiert historische Führungen mit Zeitzeugen durch den Bunker für Schulklassen, Studiengruppen, Vereine und andere Interessierte.

Die Räumlichkeiten des unteren Bunkerbereiches eignen sich hervorragend als Filmkulisse.

Film-Unternehmen sind herzlich Willkommen !

Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

Alles sieht so aus wie vor 78 Jahren. Die Besucher begeben sich eine nicht zuvor eingeschätzte Zeitreise in die bedrückenden Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges.

Das ist Geschichte und Mahnung zugleich.

Doch jetzt dominieren glücklicherweise andere Töne die einst so trostlosen Räume.

Jetzt schallt fröhliches Lachen durch die Räume und Gänge, beispielsweise bei der „Gruselachterbahn“ für Kinder bei der jährlichen Halloweenfeier für Kinder.

Michael Geier:„ Wir organisieren jährlich zahlreiche Veranstaltungen zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis auf der eine Etage höheren Eventfläche. Bei Kindern ist vor allem die Kinder-Karnevals-Sitzung, die Halloween Feier oder der Kindertrödelmarkt gefragt. Erwachsene feiern bei uns Partys wie Tanz in den Mai, Halloween, Nikolauspartys, Auftritte von Cover Bands. Da wir über eine große Bühne mit der entsprechenden Technik verfügen, treten bei uns Comedy Künstler auf und beim Comedy – Kaffeeklatsch wird manche Träne vor lauter Lachen und Freude vergossen. Hier bedienen wir vor allem die Nachfrage der älteren Bürger aus Benrath.“

Der Gewinn aus den Veranstaltungen kommt dem Verein zugute, der neben der Kinderkarnevalssitzung auch den großen Veedelszug durch die Benrather Paulsmühle organisiert – und finanziert.

Aber der Verein unterstützt mit den Erlösen aus den Veranstaltungen unbürokratisch und schnell andere Einrichtungen im Viertel oder spendet für einen guten Zweck, wie beispielsweise für einen lebenszeitverkürzt erkrankten jungen Mann aus Düsseldorf.

Unternehmen wie die AOK Rheinland/Hamburg feierten dort im vergangenen Jahr ihre Firmenfeier und Jugendliche der benachbarten Schulen feiern dort ihre Abiturfeier.

Techno Fans kommen dort auf ihre Kosten und tanzen ungestört die ganze Nacht und den Tag.

Die Räumlichkeiten inkl. Bühne und Technik können von Unternehmen, Vereinen etc. zu erschwinglichen Beträgen angemietet und genutzt werden.
Einmalig in Düsseldorf und im Süden, der nicht gerade viele solcher Veranstaltungsflächen hat.

Besitzer des Bunkers ist der Bund.

Seit Jahren befürchtet der Verein, dass der Bund diese Immobilie an einen Investor verkauft, Immobilien entstehen, ohne dass der Verein eine Chance hat, den Bunker weiter zu nutzen.

Der Denkmalschutz kann in diesem Fall aufgehoben werden.

„Ideal wäre ein von der Stadt genutztes Vorkaufsrecht, welches uns als Verein die Möglichkeit der Nutzung als Mieter gibt“, so Michael Geier. „Die Paulsmühle und die Benrather Bürger brauchen ihren Bunker als kulturellen und geschichtlichen Mittelpunkt im Düsseldorfer Süden wie die Luft zum Atmen“.

Der Wegfall dieser Veranstaltungsfläche würde eine verheerende Kettenreaktion auslösen für das große Wohnviertel, denn dann würde es weder eine Kinder-Karnevals Sitzung, noch den beliebten Veedelszug geben.

2019 eröffnete sogar Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel in der Paulsmühle den Straßenkarneval und gab den Startschuss für den Veedelszug.

Aktuell prüft die Stadt die Unterlagen des Bundesliegenschaftsamtes und den damit verbundenen Erwerb dieser kostbaren Immobilie.

Der Verein der Paulsmühler Jecken ist sich sicher und optimistisch, dass die Stadt das Engagement des Vereines würdigt und den Bedarf der großen und kleinen Bürger wertschätzt – und den Bunker durch den Ankauf für alle Ewigkeit erhält.

Hier wird der Verein von lokalen Politikern und der zuständigen Bezirksvertretung unterstützt.

„Oberbürgermeister Thomas Geisel und die für uns zuständigen Bundestagsabgeordneten haben wir ebenfalls um Unterstützung gebeten. Wir werden alles tun, um den Bunker zu erhalten“, so Geier.

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