Gut verpackt - War Christo denn in Düsseldorf?

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Gut verpackt
Auf der Mühlenstraße auf dem Weg zur Uecker-Ausstellung reibt man sich verwundert die Augen: Riesige Planen verdecken das ehemalige Land- und Amtsgericht. Von dem monumentalen wilhelminischen Justizgebäude ist kaum mehr etwas zu sehen. Aber nicht Verpackungskünstler Christo war hier am Werk, sondern der Investor, der nach dem Auszug der Gerichte nach Oberbilk hier das Andreasquartier baut. Es zieht sich bis zur Ratinger Straße und Liefergasse.

Der Umbau
Das denkmalgeschützte neobarocke Gebäude, erbaut 1913 bis 1923, wurde entkernt. Neue luxuriöse (und natürlich hochpreisige!) Wohnungen entstehen, dazu Büros, Geschäfte und ein vielseitiges gastronomisches Angebot. Zu Seiten der tempelartigen Mittelfront mit den sechs Säulen soll man schon Ende dieses Jahres auch außen seinen Kaffee trinken können.

Die Kunst des Verhüllens
In Deutschland wurden Christo und seine Frau Jeanne-Claude vor allem durch die Verhüllung des Berliner Reichstags (1995) bekannt. Gerade mit ihren Verhüllungsaktionen öffneten sie die Augen für Gebäude und Landschaften, die man vorher nicht wahrgenommen hatte und die man anschließend mit anderem Blick betrachtete.

Neue Funktionen
Das ehemalige Justizgebäude - zwar nicht künstlerisch verhüllt, sondern einfach nur wegen der Bauarbeiten verpackt - wird nach der Enthüllung einen anderen Charakter bekommen. Der wilhelminische Palast sollte den Untertanen den gehörigen Respekt vor der Justiz einflößen. Ob man sich dem Gebäude demnächst offener nähert und ob es eine Bereicherung für die Altstadt wird, hängt wahrscheinlich vom Geldbeutel ab. Das Andreasquartier ist jedenfalls wegen der astronomischen Wohnungspreise nicht unumstritten.

Autor:

Margot Klütsch aus Düsseldorf

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