Lebendige Geschichte: Wolfgang Keil führt durch Urdenbach

Wolfgang Keil ist Experte für die Geschichte Urdenbachs. | Foto: Stefanie Siegel
  • Wolfgang Keil ist Experte für die Geschichte Urdenbachs.
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Bauern und Fischer waren zuerst da. „Das stimmt nicht“, hält Wolfgang Keil sofort dagegen, wenn es um die Geschichte Urdenbachs geht. Keil ist Mitglied im Allgemeinen Bürgerverein Urdenbach (ABVU) und bietet seit vielen Jahren Führungen durch den historischen Ortskern an.

Und rückt dabei so manches Bild – auch bei den Urdenbachern selbst – gerade.Vor vielen hundert Jahren war der Ort ein wichtiges Handelszentrum: „Holzhändler hatten Beziehungen bis in die Niederlande, von hier aus wurde fast das gesamte Bergische Land mit Holz versorgt“, erzählt Keil.

1375 wurde Urdenbach in einer Verkaufsurkunde erwähnt. Der Ort selbst dürfte aber noch älter sein: „Eine noch ältere Monheimer Urkunde nennt Urdenbach ebenfalls“, sagt Keil. Ein Jahr zuvor hatte der Rhein sein Bett nach dem großen Hochwasser geändert – mit Folgen für Urdenbach. Das Dorf liegt nun rechtsrheinisch, ein natürlicher Hafen ist entstanden, die heutige Urdenbacher Kämpe mit ihrer Lehm- und Tonerde liegt nun direkt neben dem Ort.

Zar schickte seine Töpferer nach Urdenbach

Der Handel mit Holz blüht auf. Im Hafen wird unter anderem das Material für das Benrather Schloss angeliefert und Buchenholz aus dem Umland zu Flößen zusammengeschnürt. „Das Wasser im Hafen hatte keine Fließgeschwindigkeit. Ein großer Vorteil für die Arbeiten“, so Keil.

Anfang des 18. Jahrhunderts schickte der russische Zar Peter I. sogar seine Töpfer extra nach Urdenbach, damit diese ihr Können verbessern. Neben erfolgreichen Töpfern lebten hier am Rhein auch viele Weber: „In der Blütezeit ernährte das Handwerk bis zu 80 Familien“, erzählt Keil weiter. Die Volkszählung von 1797 – eine Anordnung der Franzosen – ergab 715 Einwohner in Urdenbach, 406 in Benrath. 1816 ließen die Preußen erneut zählen: 975 Einwohner in Urdenbach. Heute sind es rund 10.500.

Wolfgang Keil, pensionierter Polizist, weiß noch viel mehr zu berichten. In seinen rund zweieinhalb-stündigen Führungen geht es um denkmalgeschützte, aber auch um längst abgerissene Gebäude, darum, wie das Urdenbacher Obst „zum Exportschlager wurde“ und um die Frage, warum zeitweise hunderte Mulis im Dorf gebraucht wurden.

Führungen:
Die nächste Führung „Historisches Urdenbach“ findet am Sonntag, 12. Mai, um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist der Parkplatz Piels Loch. Weitere Informationen und Anmeldung telefonisch bei Wolfgang Keil, 0211-716696.

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Autor:

Janina Krause (Rauers) aus Hilden

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