Quadriennale: Björn Dahlem - Ein Stück "Welt-Raum"

Björn Dahlem macht das Universum in seinen Werken zum Thema, zum Beispiel im „Himmelsglobus (Das Weltall)“ von 2009.  Foto: Roman März Courtesy Galerie Guido W. Baudach, Berlin
  • Björn Dahlem macht das Universum in seinen Werken zum Thema, zum Beispiel im „Himmelsglobus (Das Weltall)“ von 2009. Foto: Roman März Courtesy Galerie Guido W. Baudach, Berlin
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Die Quadriennale läuft. Die meisten Häuser haben eine aufregende Zeit der Aufbauten und Aufhängungen für die neuen Ausstellungen hinter sich – so auch das KIT (Kunst im Tunnel) am Mannesmannufer.
Aus weißen Styropor-Elementen, Holzlatten, Glühbirnen und Neonröhren hat Björn Dahlem eine 888 Quadratmeter große „Welteninsel“ entstehen lassen. Besucher können das dreidimensionale Werk erkunden und so selbst Teil davon werden. Gläserne Vitrinen voller eigentümlicher Objekte brechen das Weiß auf und sorgen für Abwechslung.
Die eigens für die Quadriennale entworfene Installation mit dem Titel „Theorie des Himmels I – Die Milchstraße“ ist die bisher größte Arbeit des Künstlers, der in den 90er Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hat und heute in Berlin lebt.
Mit seinen Werken will der 35-Jährige Dinge sichtbar machen, die wissenschaftlich nicht erklärbar sind. Dahlem: „Letztlich beschäftigt sich jeder Künstler mit dem Universum. Die meisten Leute machen das nur in kleineren Ausschnitten. Mich interessiert das Ganze.“
Dabei beschäftigt den Künstler weniger der Faktor Science Fiction, sondern das Bildhafte in der Wissenschaft. „Wir leben schon längst in der Science Fiction: die Wissenschaft erzählt die Geschichte unserer Wirklichkeit. Das Universum ist ein fiktionaler Raum von Vorstellungen und Denkweisen – genau dieser Raum interessiert mich. Es ist dieser wörtliche ,Welt-Raum‘, der unseren Umgang mit der Welt bestimmt“, sagt Dahlem.
Die Idee zur Installation entstand in Anlehnung an Immanuel Kants „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“. Dahlems Ziele sind komplex, doch er bringt sie auf eine simple Formel: „Schönheit. Geheimnis. Schweigen.“
Die Ausstellung für die Quadriennale sieht der Künstler als Herausforderung, weil er dadurch in den Vergleich tritt mit den Größen der bildhauerischen Tradition von Schadow über Beuys bis Schütte. Dahlem: „Das sind alles Einflüsse, die ich zur Zeit meines Studiums gierig aufgesogen habe und von denen ich bis heute profitiere.“
Seine Ausstellung ist Teil eines Schwerpunktes, den die Kunsthalle und das KIT im Zuge der Quadriennale bewusst auf die jüngere Generation von Künstlern legen, die in den 80er und 90er Jahren in Düsseldorf studiert haben. Das Motto lautet: „Blick zurück nach vorn.“
Ein weiteres Projekt in diesem Kontext ist eine zwölf Meter breite und sechs Meter hohe Außeninstallation der Malerin Katharina Grosse an der Außenfassade der Johanneskirche. Die futuristisch anmutende Ellipse der frisch gebackenen Professorin der Kunstakademie war bisher nur im Innenraum ausgestellt. Aus perforiertem Hartschaum und bunter Spraymalerei ist eine wilde Farbexplosion entstanden, die den Betrachter zu Gedankenspielen mit Architektur, Skulptur, Licht,
Farbe, Raum und Kunst einlädt.
Seit 11. September bieten zehn Düsseldorfer Museen und über 30 Galerien unter dem Obertitel „kunstgegenwärtig“ Ausstellungen zu Kunst in Düsseldorf der letzten 50 Jahre.
Björn Dahlem „Die Theorie des Himmels I. Die Milchstraße“ ist
eine davon.
Mehr Infos gibt es im Internet unter http://www.quadriennale-duesseldorf.de

Autor:

Nele Cent-Roppel aus Monheim am Rhein

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