Angermund
Reise durch die Ortsgeschichte: Zehnte Nachtwächter-Tour durch Angermund - Begeisterung bei Groß und Klein

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”Liebe Leute lasst Euch sagen, die Uhr hat 19.11 Uhr geschlagen”. Dieser Ruf der Nachtwächter ist vielen Angermundern schon bestens bekannt. Und auch die zwei ehrenamtlichen Nachtwächter Ferdinand Wolff und Dr. Hans-Georg Hillenbrand, die am 2. und 3. November - natürlich in Gewandung - bereits zum zehnten Mal mit vielen wissbegierigen Bürgern durch die nächtlichen Straßen Angermunds zogen.

Entstanden aus einem "närrischen Paragraphen", den die zwei Angermunder im Jahr 2009 erstmals für das damalige Prinzenpaar zu erfüllen hatten, sind ihre Touren zu einer Pflichtveranstaltung für viele Düsseldorfer Bürger geworden. Rund 370 Zuschauer waren im Jubiläumsjahr an drei Terminen zum Angermunder Bürgerhaus gekommen, um viel Wissenswertes über die Rosenstadt und ihre 800-jährige Geschichte zu erfahren.Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgten in diesem Jahr Johannes Kohlhaus (Querflöte), Kamini Barbara Govil-Willers (Blockflöte, Dudelsack) und Nicki Körner (Trommel).

GelungeneFamilienführung

Bei der Familienführung am Samstag standen erstmals die Kinder im Mittelpunkt. Spielerisch wurde ihnen Geschichtliches nahe gebracht.Dr. Hans-Georg Hillenbrand erzählt: "Auch wenn wir viele treue ,Stammkunden' haben, sind wir immer wieder froh, so viele neue Gesichter zu sehen, die den Weg nach Angermund finden. Dieses Mal waren sogar über 40 Kinder dabei."
Tatkräftige Unterstützung erhielten die zwei heimatkundlichen Ehrenamtler im "Jubiläumsjahr" von einem Profi, wie er im Buche steht: Heinz Wellmann, Nachtwächter zu Rees und seit 2011 Gilde-meister der „Deutschen Gilde der Nachtwächter, Türmer und Figuren". Ausgestattet mit mittelalterlichem Gewand, Horn und Hellebarde erfuhren die Teilnehmer von ihm, wie die Nachtwächter ursprünglich für Ruhe, Recht und Ordnung innerhalb der Stadtmauern sorgten.

"So merket auf!"

Mit der einen oder anderen Anekdote über die Regeln im Mittelalter, Dessous aus Sackleinen, Ledereimer zum Feuer löschen oder historische Redewendungen begeisterte er mit seiner durchdringenden Stimme die Besucher. "Es fiel mir nicht schwer, für die Nachtwächter-Touren zuzusagen", lacht Heinz Wellmann. Angermund kenne er gut. "Meine Schwester ist hier seit 30 Jahren zu Hause." Neben dem zehnjährigen Bestehen der Nachtwächter-Touren durch Angermund gab es noch zwei weitere "Jubiläen" zu feiern: So wurde die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) mit über 200 Mitgliedern in Angermund vor 70 Jahren ins Leben gerufen. Gemeinsam engagieren sich hier Frauen für die Interessen der weiblichen Bevölkerung in Kirche, Gesellschaft und Politik. Und eines ist sicher: Feiern steht bei ihnen auf der "To-do-Liste" ganz weit oben. Am Mühlenhof erzählte Martin Schilling, 2. Vorsitzender des Reitercorps Angermund 1928 e.V., viel Wissenswertes über die 90-jährige Geschichte "seines" Vereins. Sei es die Vergangenheit oder die Zukunft der holzgeschnitzten Angermunder Straßenschilder, die Verbindung zwischen Kalk und der Kellnerei, das Leben in der koptisch-orthodoxen Gemeinde Düsseldorfs mit rund 5.000 Mitgliedern, ein Weltpatent, das in einem kleinen Schuppen auf der Graf-Engelbert-Straße entwickelt wurde und vieles mehr: Spannende Themen hatten Ferdinand Wolff und Dr. Hans-Georg Hillenbrand auch 2018 wieder zu Hauf in petto. Was allerdings am Platz des ehemaligen Restaurants Mediterran passiert, ist noch ungewiss. Ferdinand Wolff: "Uns ist zu Ohren gekommen, dass es - schon wieder - einen neuen Besitzer für das Gelände gibt." Es habe sich hier eine "gewisse Eigendynamik" entwickelt.

Die Nachtwächer-Tour wird auch im nächsten Jahr wieder stattfinden. "Es macht immer wieder ungeheuer Spaß", resümmiert Dr. Hans-Georg Hillenbrand und fügt hinzu: "Und nach der gelungenen Premiere wird es auch 2019 wieder eine Famileinführung geben."

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