Schauspieler aus Düsseldorf spielt in "Schlussmacher" mit

Der Schauspieler Gennadi Vengerov war jüngst in „Baron Münchhausen“ zu sehen. Seit 1990 lebt der gebürtige Russe in Düsseldorf. Foto: Siegel
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  • hochgeladen von Christina Görtz

Oft ist er in der Rolle des russischen Bösewichts zu sehen. In „Schlussmacher“, dem neuen Film von Matthias Schweighöfer, zeigt Gennadi Vengerov, dass er auch anders kann. „Lustig“ sei seine Rolle, erklärt der Schauspieler, der seit 1990 in der Landeshaupststadt lebt.
Er kam des Klangs wegen nach Düsseldorf. Hannover und Frankfurt seien damals die Alternativen gewesen, erzählt Gennadi Vengerov. Damals, das war vor 23 Jahren, als er, der gebürtige Russe, Bleiberecht in Deutschland bekam. Düsseldorf habe sich schön angehört, außerdem habe er gewusst, dass Heinrich Heine aus dieser Stadt gekommen sei, erinnert er sich.
Seine erste Rolle in Deutschland bekam Vengerov in „Woyzeck“ am Düsseldorfer Schauspielhaus. Das war zwei Wochen nach seiner Ankunft. Seine Deutschkenntnisse beschränkten sich auf Dinge wie „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“.
Doch er lernte schnell, arbeitete schon bald als freier Mitarbeiter bei der Deutschen Welle, wo er mit seiner tiefen, sonoren Stimme Jingles sprach. Später spielte er am Schauspielhaus Bochum.
Filme, in denen er mitgespielt hat, sind teils bekannter als sein Name, als da etwa wären „Manta, der Film“, „Gerbert Wehner“, „Anatomie“, „Männerpension“, „Alles Atze“, „Enemy at the Gates“, „Soldiers of Fortune“, „Hotel Lux“ sowie diverse Tatortproduktionen. Noch bekannter sind Kollegen, mit denen er gemeinsam am Set war – Namen wie Dominic Monaghan, der seine Kindheit auch in Düsseldorf verbracht hat, Jude Law, der ihm erzählt habe, wie er Schauspieler geworden ist, und Jan Josef Liefers.
Letzter, mit dem er in dem ZDF-Zweiteiler „Baron Münchhausen“ vor der Kamera stand, ist ein Freund von ihm. Kennen gelernt haben sie sich bei einem Studentenaustausch zwischen Berlin und Moskau im Jahr 1986. Lange ist das her.
Jetzt lebt Vengerov in Düsseldorf – und wird wohl auch bleiben. Sein Vater liegt hier begraben, seine Familie und Freunde leben hier. Von Düsseldorf kann er zu den Drehorten fliegen. Gerade war er in einer kulinarischen Sendung für Russen, die in Deutschland wohnen, zu Gast. Im Frühjahr ist er als Kolchose-Vorsitzender in einem ZDF-Film über Wolgadeutsche zu sehen. Theater spielt er zur Zeit nicht. Irgendwann würde er gerne wieder auf die Bühne des Düsseldorfer Schauspielhauses. „Wenn das Stück passt“, fügt er an.
Aber zurück zum „Schlussmacher“. Vor Matthias Schweighöfer habe er viel Respekt, in dem Film sei er als Regisseur und Hauptdarsteller im Einsatz gewesen. „Der Film wird ein Knüller“, zeigte sich Vengerov in der vergangenen Woche sicher - da wusste er noch nicht, dass er Recht haben wird: "Schlussmacher" ist auf Platz 1 der Kino-Charts eingestiegen.
Außerdem ist er nicht, so schmunzelt er, als Russenmafiaboss zu sehen. In Russland, wo er auch Filme dreht, sieht es übrigens anders aus: Dort ist Gennadi in Rollen wie die des gutmütigen Kommissars zu sehen. Mafiabosse sehen dort anders aus.

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