Zu Allerheiligen
Spiegel des Lebens - der Nordfriedhof in Düsseldorf

Das Mausoleum der Industriellenfamilie Henkel im Stil eines antiken Rundtempels (um 1925) mit der Statue der "Göttin des Schlafs" von Karl Janssen.
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  • Das Mausoleum der Industriellenfamilie Henkel im Stil eines antiken Rundtempels (um 1925) mit der Statue der "Göttin des Schlafs" von Karl Janssen.
  • hochgeladen von Margot Klütsch
Wo: Nordfriedhof , Nordfriedhof , 40476 Düsseldorf auf Karte anzeigen

Es ist fast wie im wirklichen Leben: Es gibt Grünflächen, eine Kapelle, Plätze mit Mahnmalen, einen Teich und sogar jedes Jahr am 1. November eine Illumination. Die Reichen und die Einflussreichen haben in bester Lage und ohne falsche Bescheidenheit aufwändige Bauten mit pompösen Skulpturen und Absperrungen errichtet. An anderen Stellen ist der Platz knapper, aber die Ausstattung immer noch üppig. Es gibt Künstler- und Prominentenviertel sowie die vielen, die mit wenig Platz auskommen müssen.

Der Nordfriedhof ist mit fast 70 Hektar der größte Friedhof in Düsseldorf. Er wurde 1884 eröffnet, nachdem der alte Golzheimer Friedhof aus allen Nähten platzte. Eduard Hoppe legte den Friedhof im Stil englischer Parkanlagen an. Nur der Eingangsbereich mit der neugotischen Kapelle ist nach französischem Muster gestaltet.

Poensgen, Haniel, Henkel, Bagel...
Die Namen auf den Grabdenkmälern lesen sich wie das "Who is who" der gehobenen Gesellschaft. Auf dem "Millionenhügel" setzten sich vor allem gut betuchte Industrielle ein Denkmal. Eindrucksvoll spiegelt sich hier die Entwicklung der Stadt zum Industriestandort wieder. Mehrere Familien haben sich auch ganze Häuser für das Leben nach dem Tod geleistet. Diese Mausoleen sind wie Miniaturkirchen und -tempel gestaltet. Dass Düsseldorf auch eine Stadt der Kunst ist, zeigen künstlerische Grabmale, wie z. B. von Ernst Barlach. Und wer würde vermuten, dass die Schöpfer der Tritonengruppe auf der Königsallee und des Schalenbrunnens auf dem Corneliusplatz auch auf dem Nordfriedhof ihre Spuren hinterlassen haben? Auch etliche Düsseldorfer Künstlergrößen wie Andreas Achenbach sind hier begraben.

Bei den frühen Prominentengräbern mischen sich christliche und  an der Antike orientierte Formulierungen. Nach dem Krieg lösen sich die Künstler vorsichtig von traditionellen Vorstellungen. Der Schritt in die Abstraktion, wie bei Heinz Mack, ist eher die Ausnahme. 

Der Friedhof und die Grabmale erzählen viele Geschichten. Hier ist nur eine kleine Auswahl zu sehen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mich beim Rundgang über den Nordfriedhof begleitet.

Mehr Infos gibt es bei den BIldunterschriften.

Quellen
https://www.duesseldorf.de/stadtgruen/friedhof/nordfriedhof.html
Wolfgang Funken: Ars publica Düsseldorf, Bd. 2, Essen 2012.

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